Vorzeichen für ein neues Everest-Duell 2026?

Tyler Andrews gelingt Speed-Rekord am Cotopaxi (5893 m)

Der amerikanische Ultraläufer Tyler Andrews hat am Cotopaxi (5893 m) in Ecuador eine neue FKT (Fastest Known Time) aufgestellt und damit den bisherigen Geschwindigkeitsrekord von Karl Egloff, seinem Rivalen im Wettstreit um die schnellste Everest-Besteigung, gebrochen. Beide Ultraläufer wollen im Frühjahr an den höchsten Berg der Erde zurückkehren.

Vorzeichen für ein neues Everest-Duell 2026?
© Instagram

Steht in den Startlöchern: Tyler Andrews mit Rekord am Cotopaxi

Der 35-jährige Andrews erreichte eigenen Angaban nach den Gipfel am 26. Januar in 61 Minuten und 50 Sekunden. Für den Rückweg benötigte er 1 Stunde, 21 Minuten und 49 Sekunden. Für den Amerikaner war dies laut einem Instagram-Post ein "großartiger Start ins Jahr" und ein bedeutendes Ereignis. Der Cotopaxi war für den Athlet der erste hohe Berg, den er vor fast 20 Jahren bestiegen hatte. 2021 war es zudem seine erste Fastest Know Time (FKT) .

Andrews deutete nach seinem Erfolg an, Egloff könne versuchen, den Rekord zurückzuerobern. Doch der Ecuadorianer ließ sich (bis dato) nicht provozieren. Auch für den 44-jährigen Karl Egloff, Andrews’ Rivalen im Wettstreit um die schnellste Everest-FKT ohne Sauerstoffflaschen, ist der Gipfel von Bedeutung. Beide Männer planen laut neuester Informationen, im Frühjahr zum Mount Everest zurückzukehren.

Andrews erklärte gegenüber dem Webportal ExplorersWeb, die Besteigung des Cotopaxi sei ein "guter Fitnesstest" gewesen und gleichzeitig ein Projekt, das ihn schon länger beschäftigt habe. Seit Egloff 2022 Auf- und Abstieg in 1 Stunde und 27 Minuten absolviert und damit den bisherigen Rekord gebrochen hatte, habe es ihn gereizt, diese Zeit zu toppen. Kurz nach Egloffs Rekord war der noch immer aktive Vulkan ausgebrochen, dadurch waren bis auf Weiteres neue Versuche verzögert.

"Ich hatte das Vergnügen, mich mit Karl Egloff, der die Messlatte so hoch gelegt hat, in diesem Wettbewerb zu messen, und jetzt bist du dran", schrieb der Amerikaner in den sozialen Medien. Andrews glaubt zudem, seinen Rekord nochmals verbessern zu können, wenn der Berg bis ins Tal durchgehend mit Schnee bedeckt ist. "Ich habe beim An- und Ablegen der Steigeisen auf 5300 m an der Schneegrenze wahrscheinlich zwei bis drei Minuten verloren", sagte Andrews. Laut ihm sei sogar möglich, den Abstieg in unter einer Stunde zu schaffen.

Das sagt Karl Egloff

Karl Egloff erklärte, er habe von Andrews’ jüngster Leistung nichts gewusst, da er sich auf sein eigenes Everest-Training konzentriere. Egloff will den Berg erneut von der nepalesischen Seite aus besteigen. Hierfür reiste er Anfang Januar von seinem derzeitigen Wohnort in der Schweiz in seine Heimat und trainierte dort einen Monat. Sein Ziel war es laut eigener Aussage nicht, neue Rekorde aufzustellen, sondern einen Trainingszyklus basierend auf kumulativer Ermüdung zu absolvieren.

"Das heißt, hohe Berge besteigen, absteigen und wieder aufsteigen, um eine hohe Herzfrequenz aufrechtzuerhalten und so die Ermüdung durch viele Stunden in großer Höhe zu simulieren", erklärte er. Egloff trainierte wie üblich mit seinem guten Freund Nico Miranda, mit dem er 2022 einen Speed-Rekord am Achttausender Makalu aufgestellt hatte.

Während des jetzigen Trainings bestiegen die beiden sogar ebenfalls den Cotopaxi. Laut Egloff seien sie vom Gipfel nach Süden ab- und zum benachbarten Tungurahua (5018 m) aufgestiegen. An einem einzigen Tag legten sie so über 3600 Höhenmeter zurück. "Ecuador war ideal für mich, um mich an die Höhe zu gewöhnen", erklärte der Speedclimber. "Momentan trainiere ich jeden zweiten Tag unter Sauerstoffmangel und fahre auf dem Ergometer."

Bald wird er zudem in einem Hypoxiezelt übernachten, um seine Kälteausdauer zu trainieren. "Ich habe keine Pläne, vor meiner Nepalreise die Schweiz zu verlassen", fügte er hinzu. "Ich möchte noch Zeit mit meiner Familie verbringen, bevor ich für sechs Wochen wegfahre." 

Wie im letzten Jahr werden beide Läufer die Everest-FKT ohne zusätzlichen Sauerstoff versuchen und Auf- und Abstieg vom Basislager zum Gipfel und zurück anstreben. Sie werden jedoch von verschiedenen Seiten des Berges starten: Egloff wird es wie im Vorjahr von Nepal aus versuchen, während Andrews von Tibet aus starten wird.

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Text von Lubika Brechtel

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