- 27. Mai 2025, 15:00 Uhr | Tyler Andrews bricht Rekordversuch ab!
- 27. Mai 2025 | Tyler Andrews live beim dritten Rekordversuch verfolgen!
- 26. Mai 2025 | Speed-Duell am Everest am Wetter gescheitert
- 12. Mai 2025 | Tyler Andrews bricht ersten Rekordversuch ab
- 27. März 2025 | Speed-Duell am Everest? Karl Egloff und Tyler Andrews planen Rekord
- Egloff und Andrews – Konkurrenten?
- Speedbergsteigen vs. Alpinismus: Die ewige Streitfrage
27. Mai 2025, 15:00 Uhr | Tyler Andrews bricht Rekordversuch ab!
Wie Explorersweb auf seiner Website vermeldet, hat der US-amerikanische Ausdauersportler Tyler Andrews auch seinen dritten Versuch, den Mount Everest im Speedstil ohne zusätzlichen Sauerstoff zu bezwingen, kurz vor dem Gipfel abgebrochen. Nach einem Nonstop-Aufstieg über 17 Stunden vom Basislager bis oberhalb des "Balcony" (8.400 m) musste Andrews umdrehen und befindet sich mittlerweile im Abstieg.
Der 35-Jährige war gestern Abend um 21:08 Uhr nepalesischer Zeit vom Basislager aufgebrochen. Unterstützt wurde er zunächst von Chris Fisher bis Lager 2, weitere Helfer warteten in höheren Lagern. Gegen Mittag heute befand sich Andrews oberhalb von 8.000 Metern. Noch auf 8.200 Metern meldete er sich per InReach-Nachricht mit den Worten: "Alles gut in den Bergen.“ Alles deutete darauf hin, dass Andrews bei seinem dritten Versuch in dieser Saison nun endlich Erfolg haben würde.

Nachricht von Chris Fisher auf Instagram: Tyler ist umgedreht und am Abstieg.
Doch am Nachmittag herrschte plötzlich Funkstille. Tausende Beobachter weltweit, die seinen Standort via Tracker verfolgten, bemerkten, dass das Gerät keine Signale mehr sendete. Auch der Funkkontakt seiner Crew brach zwischenzeitlich ab. Zwar war klar, dass sich Andrews weiterhin bewegte, doch sein genauer Standort war unklar. Erst später konnte das Team wieder Kontakt aufnehmen – und überbrachte die enttäuschende Nachricht: Andrews hatte umgedreht.
Etwa 20 Stunden nach dem Start zeigt der Tracker mittlerweile, dass Andrews sich im Abstieg befindet. Die höchste erreichte Position scheint auf der Karte jedoch nicht exakt erfasst zu sein. Laut Team hatte er den Bereich des "Balcony" knapp oberhalb von 8.400 Metern erreicht – damit fehlten ihm weniger als 450 Höhenmeter bis zum 8.848 Meter hohen Gipfel.
Andrews wollte den Rekord von Kaji Sherpa brechen, der 1998 in 20 Stunden und 24 Minuten vom Basislager zum Gipfel aufgestiegen war. Kajis Besteigung war jedoch umstritten, da er beim Abstieg Sauerstoff nutzte. Andrews betonte vor dem Start, dass für ihn allein der Gipfelerfolg entscheidend sei: "Wenn man oben ankommt, zählt das für mich – egal, wie man herunterkommt.“
27. Mai 2025 | Tyler Andrews live beim dritten Rekordversuch verfolgen!
Gestern Abend (26. Mai 2025), wenige Minuten nach 21 Uhr Ortszeit, verließ Tyler Andrews das Everest-Basislager erneut in Richtung Gipfel. Es ist Andrews‘ dritter Versuch innerhalb von zwei Wochen mit dem Ziel, eine neue Aufstiegsbestzeit ohne zusätzlichen Sauerstoff am höchsten Berg der Erde zu realisieren. Beim ersten Versuch (10.-11. Mai) hatte Andrews aufgrund von Ausrüstungsproblemen und dem damit verbundenen Verlust an Geschwindigkeit knapp oberhalb von Lager 3 abgebrochen.
Auch der zweite Rekordanlauf vor wenigen Tagen (23. Mai) scheiterte, diesmal an Kälte und Wind. Trotz Verwendung von zusätzlichem Sauerstoff hatte der Trailrunner kurz oberhalb von Camp 4 erneut umkehren müssen. Auch Karl Egloff, der ohne Flaschensauerstoff eine neue Bestzeit vom Basecamp zum Gipfel und zurück anvisierte, hatte sich am gleichen Tag Wind und Wetter beugen müssen. Er war bereits kurz über Lager 3 umgekehrt.
Gegenüber ExplorersWeb hatte Andrews vor seinem dritten Anlauf erklärt, erneut ohne Flaschensauerstoff starten zu wollen. Aktuell (09:50 Uhr MEZ) befindet sich der Athlet im Aufstieg zwischen Südsattel und Hillary Step, über einen Tracker kann man seinen Fortschritt live mitverfolgen. Noch bestehen Chancen, dass Andrews bei diesem Tempo schneller als die aktuelle FKT (Fastest Known Time) von 20 Stunden und 24 Minuten den Gipfel erreicht.
Der US-Amerikaner hatte sich wohl auch deshalb für einen dritten Versuch in so kurzer Zeit entschieden, da sich der Zustand des Khumbu-Eisbruchs rapide verschlechtert. Ungewöhnlich mildes Wetter trägt derzeit täglich zur weiteren Eisschmelze bei und macht die Route vorbei an Seracs und über Gletscherspalten zunehmend instabil.
26. Mai 2025 | Speed-Duell am Everest am Wetter gescheitert
Eine bittere Pille für die beiden Speedclimber Karl Egloff (CH) und Tyler Andrews (USA): Beide hatten sich unabhängig voneinander seit Monaten akribisch auf eine neue Bestzeit am höchsten Berg der Erde vorbereitet. Egloff hatte die Zeit vom Basecamp und zurück tracken wollen, Andrews lediglich die Aufstiegszeit. Nachdem die Athleten bereits gestartet waren, erschwerten starke Winde und äußerst kalte Temperaturen den Aufstieg zum Gipfel.
Für Tyler Andrews war es bereits der zweite FKT-Anlauf, diesmal entschloss er sich kurz über Lager 4 zum Abbruch. Wie sein Team auf Instagram bekannt gab, hatte sich der Läufer zuvor für eine Atemmaske entschieden. Karl Egloff, der ohne Flaschensauerstoff geklettert war, entschloss sich bereits zwei Stunden vor Andrews zum Abstieg. Beide Männer begründeten die Umkehr mit den schwierigen Wetter- und Windverhältnissen, v. a. im Gipfelbereich.
"Ich bin zutiefst enttäuscht, da ich mich seit Jahren auf dieses Projekt vorbereite", schreibt Andrews unter seinem neuesten Post, der die starken Winde am Berg zeigt. Auch Karl Egloff zieht auf Instagram Bilanz in einer Art "Brief" Bilanz: "Es war eine schwere Entscheidung, aber man muss auf den Berg hören [...] Es gab nie den perfekten Tag und das muss ich akzeptieren. Der Berg entscheidet, wir sind dort nur Besucher," schreibt er.
Ob ein weiterer Anlauf in der diesjährigen Saison möglich sein wird, scheint unwahrscheinlich. Zwar befinden sich noch eine kommerzielle Teams von Nord- und Südseite im Aufstieg, jedoch kursieren laut einiger Blogger- und Medienberichte im Basecamp Gerüchte, wonach sich die Bedingungen im Khumbu-Eisbruch im Zuge der frühlingshaften Temperaturen rapide verschlechtern. Es wird deshalb damit gerechnet, dass die Icefall Doctors die für den Rekordversuch relevante Südroute zeitnah schließen.
12. Mai 2025 | Tyler Andrews bricht ersten Rekordversuch ab
Wie mehrere Portale und der Speedclimber selbst publizierten, brach Tyler Andrews am 9. Mai gegen 21:30 Uhr Ortszeit vom Basecamp zu seinem Rekordversuch auf. Ziel ist es, die einfache Strecke zum höchsten Punkt in weniger als 20 Stunden zu schaffen. Vor dem Aufbruch äußerte sich der Athlet gegenüber ExporersWeb noch zuversichtlich: "Wenn alles gut geht, werde ich es in 14 bis 15 Stunden schaffen", zitiert das Portal den US-Amerikaner.
Zunächst verlief alles nach Plan: Mehrere Stunden vor den kommerziellen Expeditionen brach Andrews mit Kletterpartner Chris Fisher auf, der ihn beim Weg durch den Khumbu-Eisbruch unterstützte. Mittels eines InReach konnte der Standort live mitverfolgt werden und zeigte an, dass es gut lief – mehr als gut sogar. Doch Andrews Tempo nahm im Bereich der Lhotse-Flanke bis Camp 3 deutlich ab. Schließlich zeigte das Gerät an, dass Andrews knapp oberhalb von Lager 3 auf 7718 Metern umgekehrt war.
Andrews protokollierte den letzten Wegpunkt, der als "Ende der Aktivität" markiert ist, auf 6400 Metern (Lager 2). Auf seinem Instagram-Account vermeldete er die Umkehr sowie den Plan, in etwa zehn Tagen einen zweiten Anlauf nehmen zu wollen:
"Es war ein großartiger Tag bis zum Camp 3 (7200 m) und dann hatten wir einige Probleme, die uns mehr als eine Stunde gekostet haben, bevor wir weitergingen. An diesem Punkt begannen wir, starke Winde auf dem Gipfel zu sehen, die früher eingezogen waren als erwartet. Ich habe beschlossen, umzudrehen, abzusteigen, zu warten und es noch einmal zu versuchen, sobald das Wetter gut aussieht. Die großartige Nachricht war, dass ich dem Rekordtempo VIEL voraus war und eine Menge gelernt habe. Ich bin extrem zuversichtlich, dass unsere nächste Runde (hoffentlich in den nächsten 5 bis 10 Tagen) erfolgreich sein wird."
Währenddessen absolvierte Karl Egloff aus Ecuador, der ebenfalls eine FKT am Everest plant, eine anspruchsvolle Akklimatisierungsrunde, bei der er in einem dreitägigen Aufstieg ohne Flaschensauerstoff eine Höhe von 7800 Metern erreichte. Egloff kündigte an, erst in etwa zwei Wochen den Gipfel versuchen zu wollen. Im Untterschied zu Andrews plant der Ecuadorianer eine Bestzeit vom Basislager zum Gipfel und wieder zurück. Auch er will ohne zusätzlichen Sauerstoff auskommen.
27. März 2025 | Speed-Duell am Everest? Karl Egloff und Tyler Andrews planen Rekord
Ziel der beiden Bergsteiger ist es, den Gipfel des Mount Everest ohne Einsatz von Flaschensauerstoff in unter 20 Stunden über die Südroute zu erreichen. Gelingt dieses Vorhaben, wäre das ein neuer Rekord und eine mindestens mittelgroße Sensation. Die "sauberste" Bestzeit auf der Südseite gelang dem Franzosen Marc Batard: Er stieg ohne Einsatz von künstlichem Sauerstoff in 22 Stunden und 29 Minuten vom Basislager zum Gipfel auf und wieder ab.
Im Jahr 1996 hatte der Südtiroler Hans Kammerlander den Mount Everest von der Nordseite in 16 Stunden und 45 Minuten erreicht. Anschließend fuhr er mit Ski ab. Andrews und Egloff orientieren sich hingegen an der Zeit von Kazi Sherpa, der im Jahr 1998 in nur 20 Stunden und 24 Minuten den Gipfel erreicht hatte. Dieser Erfolg gilt jedoch als umstritten, da der Bergsteiger im Abstieg auf Flaschensauerstoff zurückgriff.
"Meiner Meinung nach gilt: Wer oben ist, ist oben. Mir ist egal, wie man absteigt. Ich verstehe aber, dass manche Menschen andere Kriterien haben", sagte Andrews im Interview mit explorersweb.com. Zuletzt hatte sich der 34-Jährige mehrere 8000er-Bestmarken gesichert, darunter Manaslu (9 Std., 52 Min.) und Ama Dablam (3 Std., 52 Min.). "Ich denke, ich kann den Everest in 14 bis 15 Stunden besteigen", zeigte sich der Athlet zuversichtlich.
Egloff und Andrews – Konkurrenten?
Feindliche Stimmung zwischen den Athleten? Zumindest nach außen hin Fehlanzeige. Andrews sagte über Egloff, der die Bestzeit am Makalu innehat, dass er ihn als "unglaublichen Wettkämpfer und eine Quelle der Inspiration" wahrnehme. Auch der mittlerweile in der Schweiz lebende Egloff äußerte sich wohlwollend über den Konkurrenten aus Übersee.
Beide Läufer trainierten weltweit an hohen Zielen, zuletzt war Karl Egloff am Aconcagua in Argentinien gesichtet worden. Diesen hatte er im Februar 2025 in der Rekordzeit von 7 Stunden und 57 Minuten überschritten. Nur 48 Stunden zuvor war ihm die gleiche Traverse in 8 Stunden und 49 Minuten gelungen. Egloff gab an, durch dieses Training seinen "Körper und Geist auf die Höhe vorbereiten" zu wollen.
Beide Männer werden in den kommenden Wochen in der Region erwartet, um sich einerseits durch "Vorbereitungsgipfel" an die Höhe zu gewöhnen und anderseits bereits Rotationsläufe zu den unterschiedlichen Camps durchzuführen. Mit Spannung erwartet wird auch die Kleidungswahl der beiden Bergsteiger. Für seinen Rekord am Manaslu hatte sich Andrews für Shorts, T-Shirt und Turnschuhe entschieden.
"Am Manaslu war dieses Schuhwerk möglich, weil wir unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten. Am Everest werde ich es mit schwereren Stiefeln versuchen", gab Andrews Auskunft. "Ich wollte in den Bergen nie umkommen, und das ist auch heute noch so", ergänzt er auf Nachfragen zum Risikomanagement. Es wird erwartet, dass beide Athleten trotz minimaler Ausrüstung ein umfassendes Backup-System haben, auf das sie im Notfall zurückgreifen können.
Während sich Andrews für seinen langjährigen Touren- und Laufpartner Chris Fisher als Begleiter für den gefährlichen Abschnitt durch den Khumbu-Eisbruch entschieden hat, wird Karl Egloff von Seilpartner Nico Miranda unterstützt. Dieser werde für den Notfall u. a. Flaschensauerstoff mitführen.
Speedbergsteigen vs. Alpinismus: Die ewige Streitfrage
"Der Everest ist objektiv das Größte, was ich in meiner gesamten Karriere versucht habe, aber ich habe noch viele Ziele, deshalb werde ich keine unnötigen Risiken eingehen", so Andrews' Fazit. Kritik am Speedbergsteigen könne er nicht verstehen, da es mit klassischem Alpinismus nichts zu tun habe: "Ich weiß, dass Geschichte wichtig ist, und ich respektiere den historischen Hintergrund des Alpinismus zutiefst. Deshalb behaupte ich nie, ein Alpinist zu sein. [...] Ich betreibe einfach einen anderen Sport, bei dem ich Methoden und Philosophie aus dem Trailrunning und sogar der Leichtathletik in die großen Berge bringe."
Egloff würde dieser Einschätzung wohl zustimmen. Der Aufstieg zum Mount Everest ist Teil seines "Seven Summits Project", bei dem er den jeweiligen Speedrekord am höchsten Berg aller Kontinente brechen will. Er hält bereits die FKT an Kilimandscharo, Aconcagua, Elbrus und Denali und spricht von dem Projekt als Höhepunkt seiner Karriere.





2 Kommentare
Kommentar schreiben@LangerHeinz Wir versuchen in unseren Meldungen einen Querschnitt der alpinen Szene abzubilden. Dazu gehören neben den Touren für Jedermann, Know-how-Themen, aktuellen Meldungen zu den Verhältnissen am Berg auch alpine Spitzenleistungen und das Höhenbergsteigen und alle seine "Auswüchsen". Der Trend zum "schneller, höher, weiter" wird von uns ja durchaus kritisch gesehen und entsprechend eingeordnet. Übrigens auch ein Thema in unserer nächsten Print-Ausgabe.
Sorry aber wieso bringt ihr überhaupt solche Artikel welche doch nur noch Sport sind. Bergsteigen ist Sport und Mehr.