Hohe Lawinengefahr nun auch in Südtirol und Teilen der Schweiz

Skitourengeher aufgepasst: Warnstufe 4 und heikle Schneedecke in mehreren Regionen

In mehreren Regionen der Alpen gilt derzeit Lawinenwarnstufe 4. Grund sind anhaltende Schneefälle, starker Wind und eine instabile Schneedecke. Unter anderem der Lawinenwarndienst Tirol warnt vor spontanen Abgängen und rät Wintersportlern, gesicherte Pisten nicht zu verlassen.

Lawinenlagebericht: In den rot gefärbeten Bereichen herrscht aktuell Lawinenwarnstufe 4.
© Lawinenlagebericht Tirol

Update vom 17. Februar 2026 | Warnstufe 4 in weiten teilen Tirols, Südtirols und der Schweiz

Schon seit Montag gilt im äußeren westlichen Teil Tirols Lawinenwarnstufe 4, die zweithöchste Stufe auf der fünfteiligen Skala. Für Dienstag erweiterten die Experten des Lawinenwarndienstes die Stufe 4-Gebiete auf weite Teile des Oberlands und auf das westliche Karwendelgebirge bis Höhe Schwaz.

In der Nacht auf Dienstag sind im äußersten Westen 40 bis 80 Zentimeter Schnee gefallen. Westlich von Innsbruck waren es 30 bis 50 Zentimeter Schnee. Gegen Mittag nahm der Schneefall etwas ab. Allerdings sei auch der Wind Thema: Es gebe eine Zusatzbelastung der Schneedecke und damit auch eine erhöhte Störanfälligkeit der Schneedecke.

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So ist die aktuelle Lage in Südtirol und der Schweiz

In Teilen Südtirols sowie in weiten Gebieten der Schweiz gilt derzeit ebenfalls die Lawinenwarnstufe 4. Im Wallis wurde sogar die höchste Stufe 5 – sehr groß – ausgerufen. Das bedeutet: Es sind zahlreiche sehr große bis extreme, spontane Lawinen zu erwarten, die auch Straßen und Siedlungen in Tallagen erreichen können. Für Personen im ungesicherten Gelände lautet die klare Empfehlung daher: Auf Schneesport abseits geöffneter und gesicherter Pisten sowie markierter Routen verzichten.

16. Februar 2026 | Warnstufe 4 in mehreren Gebirgsgruppen Westtirols

Der Lawinenwarndienst Tirol hat für Montag die zweithöchste Warnstufe 4 ausgegeben. Betroffen sind laut offizieller Mitteilung Allgäuer Alpen Ost, Lechtaler Alpen West und Mitte, Verwallgruppe Mitte und Ost sowie Silvretta Ost oberhalb der Waldgrenze. In den Bezirken Reutte und Landeck herrscht damit eine sehr kritische Situation. Für die übrigen Regionen Nordtirols und Osttirols wurde die Stufe drei gemeldet.

Bis zu einem halben Meter Neuschnee und starker Wind

In den vergangenen Tagen hat es in den betroffenen Gebieten bereits intensiv geschneit. Bis Montagabend seien weitere fünfundzwanzig bis fünfzig Zentimeter Neuschnee möglich, erklärte Matthias Walcher vom Lawinenwarndienst. Durch den Neuschneezuwachs und die schlechte Schneedeckenstabilität steige die Gefahr trockener Schneebrettlawinen deutlich an. Besonders steile West-, Nord- und Osthänge seien gefährdet.

Walcher verwies zudem auf starken Westwind, der umfangreiche Triebschneeansammlungen entstehen lasse. Diese könnten oberhalb der Waldgrenze leicht ausgelöst werden oder spontan abgleiten.

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Instabile Schneedecke mit mehreren Schwachschichten

Laut aktuellem Lagebericht liegen frische Triebschneeschichten teils auf eingeschneitem Oberflächenreif. Im unteren Bereich der Schneedecke seien kantig aufgebaute Schwachschichten vorhanden. Beobachtungen im Gelände sowie künstlich ausgelöste Lawinen bestätigten den labilen Aufbau. Auch Gleitschnee- und Nassschneelawinen seien in mittleren und tiefen Lagen möglich, insbesondere dort, wo die Schneefallgrenze ansteigt.

Prognose: Weiterhin große Lawinengefahr

Die Situation dürfte sich laut Geosphere Austria in den kommenden Tagen nicht entspannen. Eine Kaltfront bringe am Dienstag weitere ergiebige Schneefälle. Der Lawinenwarndienst rechnet daher weiterhin mit spontanen Lawinenabgängen und rät dringend zu defensivem Verhalten im Gelände.

Empfehlungen für Wintersportler

Der Lawinenwarndienst Tirol empfiehlt, abseits gesicherter Pisten äußerst zurückhaltend zu sein. Skitouren und Variantenabfahrten sollten – wenn überhaupt – nur in mäßig steilem Gelände stattfinden. Zudem seien Auslaufbereiche großer Lawinen strikt zu meiden. Unerfahrene Wintersportler sollten ausschließlich auf geöffneten Abfahrten bleiben.

Text von Robert Scheitzeneder

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