Hochaktive Lawinenphase: Weshalb ihre eure Touren derzeit defensiv planen solltet@(zwischenHeadlineTag)>
In den vergangenen Tagen ist es zu zahlreichen Lawinenauslösungen mit Personenbeteiligung gekommen. Unter anderem am vergangenen Dienstag (13. Januar 2026) endete ein solcher Vorfall für eine junge Person tödlich. Experten wie Michael Reisecker vom Lawinenwarndienst (LWD) Salzburg sprechen derzeit von einer hochaktiven Lawinenphase und raten eindringlich zu Zurückhaltung bei Unternehmungen im freien Gelände.
Neben Lawinen mit Personenbeteiligung wurden auch viele sogenannte Negativlawinen gemeldet, also Abgänge ohne Verschüttete. Darüber hinaus kam es sowohl zu Fernauslösungen als auch zu spontanen Lawinenabgängen. Vereinzelt erreichten Lawinen dabei eine Größe von Stufe 3. Diese Häufung deutet auf eine insgesamt sehr instabile Schneesituation hin.

Aus vielen Regionen werden zudem Setzungsgeräusche und Rissbildungen in der Schneedecke gemeldet. Diese gelten als klare Alarmzeichen und sollten keinesfalls ignoriert werden. In zahlreichen Fällen war laut Expertenbericht lediglich die geringere Hangsteilheit ausschlaggebend dafür, dass keine Lawine ausgelöst wurde. Auch der Lawinenwarndienst Salzburg führte umfangreiche Geländebesichtigungen und Schneedeckentests durch.
Die Ergebnisse fielen teilweise deutlich negativ aus. Besonders problematisch sei die derzeit hohe Variabilität der Schneedecke, die eine verlässliche Einschätzung im Gelände erschwere. Resiecker betont, dass die amtliche Lawinenprognose derzeit nur mit konsequenter Beachtung auch des Textteils und der grafischen Symbole sinnvoll interpretiert werden könne.

Nordostseitig auf 2000 Metern ging der ganze Block am Übergang von Trieb- zu Altschnee beim Tappen aus dem Handgelenk ab. In allen Expositionen Wumm-Geräusche. Foto aufgenommen am Mooserboden, 13 Januar 2026.
Außergewöhnlich störanfälliger Triebschnee auch bei Gefahrenstufe 2@(zwischenHeadlineTag)>
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Lawinenwarnstufe 2, die aktuell respektvoll zu behandeln ist. Kritische Bereiche beginnen vielerorts bereits nahe der Waldgrenze, insbesondere aufgrund ausgeprägter Triebschneeansammlungen. Trotz insgesamt weiterhin unterdurchschnittlicher Schneemengen verleitet die jüngste Neuschneezufuhr zu Fahrten in steiles Gelände. Gerade dort, wo sich Triebschnee abgelagert hat, zeigt sich dieser jedoch stellenweise außergewöhnlich störanfällig.
Im Schneedeckenaufbau dominieren laut LWD derzeit kantige Kristalle und Tiefenreif innerhalb der Altschneedecke. Frühere Krusten haben sich vielfach aufgelöst und sind kaum mehr klar von benachbarten Schichten zu unterscheiden. Die zuvor beobachteten Schwachschichten im Altschnee wurden durch den jüngsten Lastzuwachs aktiviert. Zusätzlich kann es zu Brüchen innerhalb des Triebschnees kommen, die meist kleinere Lawinen zur Folge haben, aber dennoch ein erhebliches Risiko darstellen.
Der LWD Salzburg kündigte an, nach weiteren Schneedeckenuntersuchungen eine detaillierte Analyse der letzten Tage zu veröffentlichen. Bis dahin gilt: defensive Routenwahl, vorsichtiges Verhalten im Gelände und konsequente Beachtung der Lawinenlageberichte.


3 Kommentare
Kommentar schreibenAn dieser Stelle wäre eine feinere Beurteilungsskalierung, ähnlich der in der Schweiz praktizierten Zwischenstufen, vielleicht doch hilfreich.
Stimme Daniel voll zu!
Ich find's super dass die Lawinenwarndienste sich ehrlich machen. Manchmal kann man keine allgemeingültigen Aussagen treffen und das ist für Skitourengeher und Alpinisten eine wichtige Info!