Weiteres Schneebrett während der Suchaktion

Großarl: Tourengeher am Filzmooshörndl komplett verschüttet

Am Filzmooshörndl im Großarltal ist am Mittwoch (18. Februar 2026) ein siebzigjähriger Skitourengeher vollständig verschüttet worden. Die Bergrettung Salzburg war mit zahlreichen Kräften im Einsatz, da im gesamten Bundesland mehrere Lawinenabgänge gemeldet wurden.

Lawine am Filzmosshörndl auf 2189 m.
© Bergrettung Salzburg

Lawinenabgang am Filzmooshörndl: Tourengeher verschüttet

Am Filzmooshörndl (2189 m) im Großarltal hat sich am Mittwoch kurz vor Mittag ein Lawinenabgang ereignet. Nach Angaben der Bergrettung Salzburg lösten drei Skitourengeher aus Salzburg bei ihrer Abfahrt ein Schneebrett an einem Nordosthang aus. Ein siebzigjähriger Tourengeher wurde dabei vollständig verschüttet.

Die Begleiter suchten den Mann mit LVS-Geräten und konnten ihn lokalisieren. Während der Suche löste sich ein weiteres Schneebrett, dem der Auslöser laut Einsatzkräften knapp ausweichen konnte. Die beiden Tourengeher gruben den Verschütteten bis zum Kopf frei.

Rund fünfunddreißig Bergretter aus Großarl und Hüttschlag, die Alpinpolizei sowie der Rettungshubschrauber Martin 1 wurden alarmiert. Der Mann war etwa dreißig bis vierzig Zentimeter tief und stehend in einer Geländefalle verschüttet und zunächst nicht ansprechbar. Nach der Bergung wurde er vom Notarzt versorgt und ins Klinikum Schwarzach geflogen. Die Gruppe galt als gut ausgerüstet und erfahren.

Weitere Lawinenabgänge in Saalbach, Obertauern, Dienten und Zederhaus

Im gesamten Bundesland Salzburg kam es am Mittwoch zu weiteren, von Wintersportlern ausgelösten Lawinen. In Saalbach wurde ein Variantenfahrer aus England nahe der Bergstation des "Schattberg Sprinter" von einem Schneebrett erfasst und bis zur Hüfte verschüttet. Seine Begleiter konnten ihn rasch ausgraben, er blieb unverletzt.

Ein weiterer Lawinenabgang ereignete sich abseits der Skischaukel Saalbach-Leogang. Eine Beobachterin meldete den Abgang, konnte jedoch nicht erkennen, ob Personen betroffen waren. Nach einer Kontrolle aus dem Hubschrauber wurde der Einsatz beendet. Auch in Obertauern, Dienten und Zederhaus wurden Lawinenabgänge registriert, bei denen niemand verletzt wurde.

<p>Lawinenabgang in Saalbach.</p>

Lawinenabgang in Saalbach.

© Bergrettung Salzburg

Freerider melden Lawine im Angertal

Im Bereich der Jungeralm im Angertal (Bad Hofgastein) lösten Freerider beim Queren eines Hanges ein Schneebrett aus. Sie blieben unverletzt und informierten umgehend die Einsatzkräfte. Die Anrisskante betrug laut Bergrettung rund fünfundsiebzig Zentimeter. Einsatzleiter Roman Brandstetter betonte die Bedeutung solcher Meldungen, um Fehleinsätze zu vermeiden.

<p>Das Melden von negativ Lawinen, sprich ohne Personenbeteiligung, ist für die Einsatzkräfte sehr wichtig um Ressourcen zu sparen. Entweder über den Alpinnotruf 140 oder die SOS EU ALP-App.</p>

Das Melden von negativ Lawinen, sprich ohne Personenbeteiligung, ist für die Einsatzkräfte sehr wichtig um Ressourcen zu sparen. Entweder über den Alpinnotruf 140 oder die SOS EU ALP-App.

© Bergrettung Salzburg

Hohe Belastung für die Bergrettungshundestaffel

Die Bergrettungshundestaffel war aufgrund der parallelen Einsätze stark gefordert. Fünf Teams wurden zunächst nach Saalbach und anschließend nach Großarl entsandt. Auch am Ahornstein (Nordosthang, Dienten) und am Bründlingkopf gingen Schneebretter ab. Der Neuschnee der vergangenen Tage sei teils mit starkem Wind gefallen, so Einsatzleiter Stefan Aigner.

Experten warnen: Heikle Lawinensituation im freien Gelände

Die Lawinensituation abseits der Pisten bleibt angespannt. Laut Bergrettung Salzburg können in allen Expositionen mittelgroße Schneebrettlawinen bereits durch einzelne Wintersportler ausgelöst werden. Besonders an Nordwest- bis Osthängen oberhalb von 1800 m besteht die Gefahr von tiefen Durchreißern. Pongaus Bezirksleiter Gerhard Kremser appelliert an eine defensive Routenwahl: Typische Gefahrenstellen seien derzeit schwer erkennbar, weshalb Zurückhaltung im freien Gelände dringend empfohlen werde.

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Text von Robert Scheitzeneder

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