Die Ergebnisse im Überblick

Skibergsteigen bei Olympia: Paller und Hösch Siebte in der Mixed Staffel

Bei der olympischen Premiere der Mixed-Staffel im Skibergsteigen gingen Tatjana Paller und Finn Hösch für Deutschland an den Start – und belegten am Ende Rang sieben.

Tatjana Paller und Finn Hösch bei der Übergabe
© IMAGO / ZUMA Press Wire

Neue Medaillenchance nach verpassten Möglichkeiten im Sprint

Nach dem vierten Platz von Tajana Paller im Sprint und dem frühen Aus von Finn Hösch – verursacht durch Probleme mit Neuschnee und aufgestollten Fellen – sollte die Mixed-Staffel die nächste Chance auf eine Top-Platzierung bieten. Das selbst gesetzte Ziel: mindestens Platz fünf.

Der anspruchsvolle Kurs mit Aufstiegs- und Abfahrtspassagen wurde pro Athlet zweimal absolviert, insgesamt also vier Runden. Die Renndauer betrug rund 30 Minuten, mit insgesamt sechs Wechseln in der Übergangszone.

Ein schnelles Rennen ohne deutsche Führung

Tajana Paller startete stark, wurde jedoch schnell auf Rang sieben durchgereicht. Früh setzte sich die Französin Emily Harrop (Silber-Medaille im Sprint) mit hohem Tempo ab und demonstrierte besonders in den Wechselzonen ihre Routine. Dahinter lieferten sich die Teams aus der Schweiz und Spanien ein enges Duell um die Plätze zwei und drei und wechselten sich mehrfach auf den Podestpositionen ab.

Finn Hösch übernahm mit 27 Sekunden Rückstand auf die führenden Franzosen. Zwischenzeitlich kämpfte er sich bis auf Rang fünf vor, fiel jedoch nach dem nächsten Wechsel wieder auf Platz sieben zurück. Mit rund 47 Sekunden Rückstand übergab er erneut an Paller.

Auch in der zweiten Runde blieb Harrop vor Sprint-Siegerin Marianne Fatton und Ana Alonso Rodriguez. Dahinter überraschte die US-Amerikanerin Anna Gibson, die ursprünglich aus dem Trailrunning kommt und erst seit rund sechs Monaten gezielt für Skibergsteigen trainiert.

<p>Finn Hösch im Rennen mit Paul Verbjnjak (AUT) und  Cameron Smith (USA).</p>

Finn Hösch im Rennen mit Paul Verbjnjak (AUT) und  Cameron Smith (USA).

© IMAGO / GEPA pictures

Frankreich, Schweiz und Spanien dominieren das Rennen

Im weiteren Rennverlauf lieferten sich Frankreich, Schweiz und Spanien ein Rennen in eigener Liga. Das französische Duo mit Harrop und Thibault Anselmet setzte sich durch und gewann mit 11,9 Sekunden Vorsprung auf die Schweiz und 26,5 Sekunden auf Spanien.

<p>Die Führenden Thibault Anselmet und Emily Harrop (Frankreich) bei der Übergabe, vorne Jon Kistler (Schweiz).</p>

Die Führenden Thibault Anselmet und Emily Harrop (Frankreich) bei der Übergabe, vorne Jon Kistler (Schweiz).

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Paller und Hösch kämpften bis zum Schluss, konnten das angestrebte Ziel jedoch nicht ganz erreichen. Hösch überquerte die Ziellinie mit 1:42 Minuten Rückstand auf Rang sieben.

Ein starkes Rennen der Favoriten. Und für das deutsche Team eine solide, wenn auch nicht ganz zufriedenstellende Platzierung bei der historischen ersten Medaillenvergabe im olympischen Skibergsteigen. Das neue Wettkampfformat kommt mit seinem hohen Tempo und den zahlreichen Wechseln nicht unbedingt den klassischen Skibergsteigern entgegen, die ihre Stärken eher in längeren, gleichmäßigeren Belastungen ausspielen.

Finn Hösch zeigt sich nach dem Rennen olympischen Geist: "Das Mixed-Ergebnis ist absolut solide. Wir haben uns stark präsentiert, haben Kampfgeist gezeigt und sind mutig ins Rennen gestartet. Wir wurden nicht vollends entlohnt. Es hat sich aber rentiert, da reinzulaufen, am Gas zu bleiben, solange wie es geht. Wir haben vollen Kampfgeist gezeigt. Ich bin mega happy."

"Am Anfang wusste ich gar nicht, was los war. Das ist nicht typisch, dass ich so schnell starte, aber es hat sich irgendwie gut angefühlt. Ich war voller Euphorie und habe geguckt: Wo sind denn die anderen? Ich war ein bisschen verwundert. Deswegen habe ich gedacht, okay wir versuchen es. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Vielleicht war es ein Tick zu schnell. Ich konnte dann leider nicht auf Rang zwei übergeben. Aber wir haben alles versucht und es hat sich gut angefühlt. Und die Abstände auch nach vorne waren definitiv eng," so Tatjana Paller nach dem Rennen.

<p>Olympia-Sieger in der MIxed-Staffel im Skibergsteigen: Emily Harrop and Thibault Anselmet (FRA).</p>

Olympia-Sieger in der MIxed-Staffel im Skibergsteigen: Emily Harrop and Thibault Anselmet (FRA).

© IMAGO / GEPA pictures

Skibergsteigen bei Olympia: Ein gelungener Auftakt

Aus Sicht des Skibergsteigens war die olympische Premiere ein gelungener Auftakt. Die Mixed-Staffel hat gezeigt, wie dynamisch, technisch anspruchsvoll und zugleich zuschauerfreundlich diese Sportart ist. Schnelle Wechsel, intensive Aufstiege und spektakuläre Abfahrten machten deutlich, dass Skibergsteigen das Potenzial für eine feste Rolle im olympischen Winterprogramm besitzt.

Viele aus der Szene wünschen sich dann auch eine Erweiterung des Wettkampfangebots – etwa durch ein Langformat, das dem ursprünglichen Charakter des Skibergsteigens noch näherkommt. Längere Rennen mit mehreren Aufstiegen, technisch anspruchsvollen Passagen und stärkerer taktischer Komponente würden die Vielseitigkeit der Disziplin zusätzlich unterstreichen.

Text von Thomas Harrer

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