Erstbegehung bei Top-Stimmung: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viel gelacht habe"@(zwischenHeadlineTag)>
Zwei Alpinisten aus Tschechien und der Slowakei haben Anfang März eine neue Mixed-Route durch die Südwand des Großglockner eröffnet. Am 7. März 2026 gelang Radoslav Groh und Juraj Koren die Erstbegehung von "Kaiser Direct" (500 m, M7) auf den mit 3.798 Metern höchsten Berg Österreichs. Die Linie verläuft direkt durch die Südwand und weist ihre Schlüsselstelle in der dritten Seillänge auf: eine überhängende Verschneidung mit gutem Riss, aber kaum vorhandenen Tritten.
"Sie erinnert mich an die Route Pirana an den Slavkov-Türmen in der Hohen Tatra, wo ich das Mixedklettern gelernt habe", berichtet Koren. Nach einfacheren Passagen über ein Schneefeld führt die Route über einen markanten Pfeiler in Richtung Kleinglockner. Es folgen mehrere Platten- und Risslängen im Schwierigkeitsbereich zwischen M4+ und M6, in denen Untergriffe und millimeterkleine Tritte präzises Klettern erfordern.
Erst weiter oben wird das Gelände flacher und geht in die Schneefelder unterhalb des Gipfels über. Den eigentlichen Gipfel des Großglockners erreichten die beiden schließlich über den Normalweg. Die Route wurde weitgehend clean eingerichtet: Lediglich ein Haken blieb an der siebten Standplatzposition zurück.
Neben der alpinistischen Leistung blieb den beiden vor allem die gemeinsame Zeit in Erinnerung. "Das ganze Abenteuer war geprägt von freundschaftlichem Necken – Sandsteinkletterer gegen Drytooler, Tschechen gegen Slowaken", sagt Koren. "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so viel gelacht habe." Bei stabilem Wetter und guter Stimmung gelang dem Duo schließlich eine "schöne, durchgehende neue Linie" am höchsten Berg Österreichs.


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