Sicherheitstipps für Wanderer, Schneeschuh- und Skitourengeher

Wintereinbruch: Das müsst ihr aktuell im Gebirge beachten

Frühling im Tal, ein Meter Schnee am Berg: Wer über Ostern in den Alpen Urlaub macht, sollte aufpassen. "Für Bergwanderungen ist es in vielen Regionen noch zu früh", warnt der Deutsche Alpenverein (DAV).

Wintereinbruch: Das müsst ihr aktuell im Gebirge beachten
© DAV/Silvan Metz

Tiefen Schnee und Lawinengefahr im Blick haben

In Bayerns Bergen liegt ab der Waldgrenze auf 1.800 Metern eine geschlossene Schneedecke, teils auch darunter. "Wer jetzt ohne entsprechende Ausrüstung unterwegs ist, bringt sich schnell in Gefahr, auszurutschen oder zu durchnässen", sagt Bergführer Stefan Winter, beim DAV als Ressortleiter für Sportentwicklung tätig. "Der Schnee liegt aktuell oft so hoch, dass man ohne Schneeschuhe oder Tourenski bis zu den Knien einsinkt und kaum vorankommt."

Zudem ist die Lawinengefahr nicht nur in den bayerischen Alpen zum Teil erheblich. Oberhalb von 1.500 Metern galt am Mittwoch laut Lawinenwarndienst die dritthöchste Warnstufe. Der neu gefallene Schnee könne an steilen Hängen als Gleitschnee schnell ins Rutschen kommen. Außerdem könne vom Wind verwehter Triebschnee als gepackte Schneebretter abgleiten. Wanderer könnten diese nicht nur selbst auslösen, sondern auch auf tiefer gelegenen Wegen von Lawinen erfasst werden.

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Diese Ausrüstung muss mit

Wer angesichts der Schneehöhen mit Schneeschuhen oder Tourenski in höhere Regionen aufsteigen will, sollte nicht ohne eine Notfallausrüstung für Lawinen losziehen – gerade wenn die Tour durch freies Gelände führt. Dazu zählen Lawinenverschütteten-Suchgerät, Lawinenschaufel und Lawinensonde. Auch dabei gelte es, steile Hänge zu meiden.

Für den Trip in die Berge sei angesichts des Wetters auch die richtige Ausrüstung wichtig, teilt der DAV mit. Neben festen, knöchelhohen und wasserdichten Bergstiefeln plus Gamaschen sollten Wanderinnen und Wanderer auf wechselnde Temperaturen anpassbare Kleidung, Sonnencreme und Kopfbedeckungen sowie Grödel – eine Art leichtes Steigeisen zum Heranschnallen an die Schuhe – und Stöcke nicht vergessen.

<p>Ausrüstung für eine Winterwanderung mit Schneeschuhen.</p>

Ausrüstung für eine Winterwanderung mit Schneeschuhen.

© DAV/Silvan Metz

Gilt für alle: Im Zweifel lieber nicht so hoch hinaus

Bei Unsicherheiten lieber umdrehen oder eine einfache und kurze Tour wählen. Wer einen Ausflug in die Berge plane, sollte sich ausführlich mit Schnee und Wetter auseinandersetzen, im Zweifel einen Blick auf Webcam-Aufnahmen vor Ort werfen und seine Pläne anpassen. Sicherere Routen führen laut DAV derzeit zu tiefer gelegenen Zielen durch flaches Gelände.

Ausflügler sollten an Ostern also lieber durch die Täler oder in den Mittelgebirgen wandern, statt sich 2.000er-Gipfel in den Alpen als Ziele auszusuchen. Gerade in den Tälern seien derzeit auch Rad- und Mountainbike-Touren eine gute Alternative für einen Ausflug. Aber auch Ski- und Skihochtouren profitieren von den kurzfristig guten Schneeverhältnissen.

Vier Tipps für Winterwanderer und Schneeschuhgeher

Der DAV empfiehlt, Touren aktuell besonders vorsichtig zu planen und den Verhältnissen anzupassen:

  • Tiefer gelegene Ziele in flachem Gelände ohne Absturzgefahr, Talwanderungen oder Mittelgebirge bevorzugen

  • Südseitige Routen wählen, die schneller ausapern

  • Aktuelle Bedingungen (Webcams, Hüttenöffnungen, Wetterberichte, Lawinenlageberichte) prüfen

  • Bereiche mit viel Schnee meiden oder nur mit entsprechender Erfahrung und Ausrüstung begehen

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Drei Tipps für Ski(Hochtouren)geher

  • Neuschnee und Gleitschneeproblematik beachten

  • Lawinenlagebericht unbedingt prüfen

  • Defensiv planen und im flachen Gelände unterwegs sein

Bei Touren auf Wildtiere Rücksicht nehmen

Mit dem Frühling beginnt auch eine besonders sensible Phase für die Tierwelt. Viele Tiere wie Gämse, Steinbock, Birkhuhn oder Auerhuhn sind nach dem Winter geschwächt und haben ein großes Energiedefizit. Gleichzeitig beginnt für viele Arten die Balz- und Brutzeit – Störungen können hier besonders gravierende Folgen haben, sodass die Tiere nicht überleben oder sich nicht fortpflanzen können.

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