Spektakuläre Erstbegehung

Meilenstein im Frauenbouldern: Jana Švecová befreit "Tokyo Drift" (8C)

Der tschechischen Kletterin Jana Švecová ist mit "Tokyo Drift" eine spektakuläre Erstbegehung gelungen. Der Boulder im Gebiet Lidomorna wird mit 8C vorgeschlagen. Sollte die Bewertung bestätigt werden, zählt die Linie zu den härtesten je von einer Frau eröffneten Boulderproblemen weltweit.

Jana Švecová in dem Boulder "Tokyo Drift" (8C)  im Gebiet Lidomorna.
© Martin Svec

Die 28-jährige Tschechin Jana Švecová hat Ende März 2026 den Boulder "Tokyo Drift" im Gebiet Lidomorna im Moravský Kras erstbegangen. Die Linie verläuft durch eine rund 60 Grad überhängende Wand und nutzt dabei bestehende Strukturen eines bereits bekannten Problems.

Der Boulder beginnt und endet an Adam Ondras 8C-Route "Drift", doch anstatt nach links abzubiegen, führt sie direkt durch die 60°-Wölbung, wobei die Tritte von "Drift" als Griffe genutzt werden.

Schwierigkeit 8C vorgeschlagen

Švecová schlägt für "Tokyo Drift" den Grad 8C vor. Sollte diese Bewertung bestätigt werden, würde das Problem – gemeinsam mit ihrem Boulder "Nova" – zu den schwersten je von einer Frau erstbegangenen Boulderproblemen zählen. "Nova", ebenfalls in Lidomorna, wurde nach Wiederholungen von ursprünglich 8B+ auf 8C aufgewertet.

Zehn Sessions und Rückschlag durch Verletzung

Die Kletterin arbeitete rund ein Jahr an dem Projekt. Nach schnellen Fortschritten musste sie zwischenzeitlich verletzungsbedingt pausieren, bevor sie sich wieder an die Linie herantastete. Für die erfolgreiche Begehung benötigte sie insgesamt etwa zehn Sessions. Nach ihrem Durchstieg beschrieb Švecová den Moment als "besten Tag ihrer Kletterkarriere". Hier ist der erfolgreiche Durchstieg im Video:

Lediglich "Side Project"

"Tokyo Drift" entstand ursprünglich als Nebenprojekt. Švecová arbeitet weiterhin an "Terranova" (8C+), einem der schwierigsten Boulderprobleme weltweit, erstbegangen von Adam Ondra im Jahr 2011 und bislang nicht wiederholt. Den neuen Boulder nutzte sie laut eigenen Angaben vor allem als "zweites Projekt" nach intensiven Versuchen an "Terranova". 

Text von Robert Scheitzeneder

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