Fall über teils senkrechtes Gelände

200-Meter-Absturz: Skitourengeher überlebt schwer verletzt

Ein schwerer Alpinunfall hat sich am 11. April 2026 im Bereich der Liebener Spitze im Gemeindegebiet von Gurgl ereignet. Ein 60-jähriger Österreicher stürzte dabei rund 200 Meter über extrem steiles, teils senkrechtes Gelände ab und zog sich schwere Verletzungen zu.

Blick auf Liebener Spitze (Mitte) und Hoher First (re.). Symbolbild, keine aktuellen Verhältnisse!
© picture alliance / Wagner

Der Mann war gemeinsam mit einem 63-jährigen Landsmann in den Morgenstunden zu einer Ski- und Hochtour auf die Liebener Spitze (3.399 m) aufgebrochen. Ausgangspunkt war das Rotmoostal, von wo aus die beiden zunächst mit Tourenski in Richtung Gipfel aufstiegen. Ab dem Skidepot setzten sie den Anstieg zu Fuß mit Steigeisen fort.

Als der 63-Jährige bereits den Westgipfel erreicht hatte, entschied sich sein Begleiter etwa 50 Meter darunter, nicht weiter aufzusteigen und stattdessen eigenständig den Abstieg anzutreten. In der Folge kam es aus bislang ungeklärter Ursache zu dem 200-Meter-Absturz über extrem steiles, teilweise senkrecht abfallendes Gelände. Der Tourenpartner beobachtete den Fall nicht direkt, wählte jedoch umgehend den Notruf, stieg zu dem Schwerverletzten ab und leistete Erste Hilfe.

Der alarmierte Notarzthubschrauber "Alpin 2" konnte den Skibergsteiger bergen und in die Klinik nach Innsbruck fliegen. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang laufen.

Skitour auf die Liebener Spitze (3.399 m): Anspruchsvolle Frühjahrstour im Rotmoostal

Die Liebener Spitze zählt zu den vergleichsweise anspruchsvollen Skitourenzielen in den südlichen Ötztaler Alpen. Besonders im Frühjahr ist der formschöne Gipfel ein beliebtes Ziel für erfahrene Skitourengeher – vorausgesetzt, die Verhältnisse passen. Die Liebener Spitze ist weniger stark frequentiert als bekannte Klassiker, verlangt aber ein gutes Gespür für alpine Gefahren und eine saubere Tourenplanung.

Startpunkt ist meist der Ort Obergurgl (ca. 1.900 m). Von hier führt die Route durch das weitläufige Rotmoostal stetig ansteigend in Richtung Süden. Der Aufstieg verläuft zunächst technisch unschwierig, gewinnt aber mit zunehmender Höhe an alpinem Charakter. Auf etwa 3.100 bis 3.200 Metern wird in der Regel das Skidepot eingerichtet. Der weitere Anstieg erfolgt zu Fuß mit Steigeisen. Der Schlussanstieg zum West- bzw. Hauptgipfel ist ausgesetzt und je nach Verhältnissen unterschiedlich anspruchsvoll.

Anforderungen und Charakter der Tour:

  • Schwierigkeit: Anspruchsvolle Skitour mit Hochtourencharakter

  • Aufstiegszeit: 4–6 Stunden bis zum Skidepot, zusätzlich Zeit für Gipfelanstieg (insgesamt 1500 Hm)

  • Technik: Sicheres Gehen mit Steigeisen, Erfahrung im steilen Gelände und bezügl. Lawinenbeurteilung erforderlich

0 Kommentare

Kommentar schreiben