Lawine bei Gegenanstieg: Unfall im Bereich der Schöntalspitze
Am 11. April 2026 ereignete sich im Gemeindegebiet von St. Sigmund im Sellrain (Tirol) ein Lawinenabgang im Zuge einer Skitour. Laut einer Presseaussendung der Polizei Tirol war eine fünfköpfige Gruppe des Deutschen Alpenvereins von der Pforzheimer Hütte auf die Schöntalspitze unterwegs.
Nach dem Gipfelaufenthalt befand sich die Gruppe bereits wieder auf dem Rückweg. Beim erforderlichen Gegenanstieg zur Hütte gegen 15 Uhr querte sie einen rund 30 bis 34 Grad steilen, nordöstlich exponierten Hang.
Schneebrett im steilen Nordosthang ausgelöst
In diesem Hang löste die Gruppe laut Polizei ein Schneebrett aus. Die Lawine erfasste eine 41-jährige deutsche Teilnehmerin und riss sie etwa 150 Meter weit mit. Sie wurde bis zum Oberkörper verschüttet. Der 59-jährige Tourenführer konnte die teilverschüttete Frau rasch orten und freilegen. Die Skitourengeherin blieb unverletzt. Anschließend setzte die Gruppe ihren Aufstieg zur Pforzheimer Hütte fort und meldete dort den Lawinenabgang.
Appell: "Negativlawinen" unbedingt melden
Die Leitstelle Tirol appelliert, "Negativlawinen" – Lawinen ohne Verletzte oder Verschüttete – umgehend zu melden. So lassen sich unnötige und aufwendige Sucheinsätze vermeiden. Eine kurze Meldung über den Alpinnotruf 140 genügt.
Lawinenlage am 11. April 2026 im Sellrain
Am 11. April 2026 galt im Sellrain die Lawinengefahrenstufe 3 (erheblich). Besonders kritisch waren nasse Lawinen, deren Gefahr im Tagesverlauf deutlich anstieg. In höheren Lagen kamen zusätzlich störanfällige Schwachschichten in steilen Schattenhängen hinzu.


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