Goldberggruppe: Einsatz nach Nassschneelawine

Lawine bei Sportgastein: Begleiter rettet verschütteten Snowboarder

Am 08. April 2026 ist ein Snowboardfahrer in Sportgastein von einer Lawine erfasst und komplett verschüttet worden. Sein Begleiter konnte ihn innerhalb weniger Minuten orten und mit der Bergung beginnen. Gemeinsam mit eintreffenden Einsatzkräften wurde der Mann ausgegraben und anschließend per Rettungshubschrauber ins Tal geflogen.

Der Nassschnee-Lawinenkegel am Kreuzkogel.
© Bergrettung Bad Gastein

Lawinenabgang am Kreuzkogel

Der Unfall ereignete sich gegen 13:46 Uhr in Sportgastein auf der Nordflanke des Kreuzkogels im Bereich Thomaseck. Zwei Snowboardfahrer waren im freien Gelände unterwegs, als sich in der Nähe der sogenannten Eisenbahnerhütte eine Nassschneelawine löste. Der betroffene Snowboarder wurde vollständig verschüttet. Laut Bergrettung lag er etwa eineinhalb Meter tief unter den Schneemassen.

Begleiter startet sofort Kameradenrettung

Der unverletzt gebliebene Begleiter setzte einen Notruf ab und begann umgehend mit der Suche. Mithilfe eines Lawinenverschüttetensuchgeräts konnte er seinen Kameraden laut Einsatzleiter Peter Toferer innerhalb von rund sieben Minuten orten. Noch vor dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte gelang es ihm, den Kopf des Verschütteten freizulegen. Kurz darauf traf die Besatzung des Rettungshubschraubers ein und unterstützte gemeinsam mit weiteren Kräften die Bergung.

Der Snowboardfahrer war nach seiner Bergung ansprechbar. Er wurde per Tau ins Tal geflogen und nach einer Zwischenlandung auf einem Sportplatz in ein Krankenhaus gebracht. Sein Begleiter blieb unverletzt und wurde vom Polizeihubschrauber ausgeflogen.

<p>Der Verschüttete lag etwa eineinhalb Meter tief unter den Schneemassen.</p>

Der Verschüttete lag etwa eineinhalb Meter tief unter den Schneemassen.

© Bergrettung Gastein

Nassschneelawine mit großer Ausdehnung

Insgesamt standen 18 Bergretter der Ortsstelle Bad Gastein, zwei Teams der Lawinenhundestaffel sowie Hundeführer aus Dorfgastein und Bad Hofgastein im Einsatz. Zusätzlich unterstützten acht Alpinpolizisten, die sich wegen einer Übung im Gebiet befanden, sowie die Besatzung eines Polizeihubschraubers. Der Rettungshubschrauber "Martin 1" brachte einen Bergretter zum Unfallort und übernahm schließlich auch den Abtransport des Verschütteten.

<p>Die Bergrettung Gastein am Einsatzort im Lawinenkegel.</p>

Die Bergrettung Gastein am Einsatzort im Lawinenkegel.

© Bergrettung Gastein

Die Lawine erreichte laut Bergrettung eine Breite von rund 150 m und eine Länge von etwa 200 m. Der Anriss war über einen Meter hoch. Nach Angaben des Salzburger Lawinenwarndienstes stieg die Gefahr von Nassschneelawinen im Tagesverlauf deutlich an. Unterhalb von etwa 2.500 m wurde ab Mittag Gefahrenstufe 3 ("erheblich") erreicht.

Kameradenrettung als entscheidender Faktor

Für den Ausgang des Unfalls war die schnelle Reaktion des Begleiters entscheidend. Die Bergrettung betont, dass bei einer vollständigen Verschüttung die Zeit ein kritischer Faktor ist. Der Verschüttete hatte großes Glück: Durch die rasche Ortung und das sofortige Ausgraben konnte er rechtzeitig befreit werden.

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