"Sie steckten hüfttief im Schnee"
Zwei Schweden im Alter von 20 und 21 Jahren waren auf der Sommerwanderroute Nr. 513 unterwegs. Oberhalb der Rastötzenalm (rund 1730 m) verloren sie im tief verschneiten Gelände die Orientierung und kamen auf etwa 2000 m Höhe nicht mehr weiter. Gegen 15:32 Uhr setzte einer der beiden einen Notruf ab. "Sie steckten hüfttief im Schnee", so Einsatzleiter Roman Brandstetter von der Bergrettung Bad Hofgastein.
Der Steig war oberhalb der Alm komplett eingeschneit. Die Markierungen waren nicht mehr erkennbar. Laut Bergrettung dürften die beiden einem GPS-Track gefolgt sein. In den Tagen zuvor hatte es wiederholt geschneit. Ab etwa 1800 m liegt weiterhin viel Schnee, im Bereich des Einsatzortes waren bereits Lawinen abgegangen.
Unterkühlt und ohne Schuhe
Die beiden waren mit Trailrunningschuhen unterwegs. Einer verlor diese im tiefen Schnee und zeigte Anzeichen von Unterkühlung. Nach dem Notruf brach der Kontakt ab – vermutlich war der Handyakku leer. Ein Polizeihubschrauber war wegen eines Lawineneinsatzes in Sportgastein im Gebiet. Die Besatzung konnte die Wanderer rasch lokalisieren und per Tau bergen. Sechs Einsatzkräfte der Bergrettung Bad Hofgastein standen bereit, mussten aber nicht mehr eingreifen.

Aufnahme aus dem Polizeihubschrauber: Deutlich zu erkennen sind bereits abgegangene Lawinenkegel im Einsatzgebiet.
Beliebte, aber lange Tour auf den Gamskarkogel
Der Gamskarkogel (2.467 m) gilt als einer der höchsten Grasberge Europas und ist ein beliebtes Wanderziel oberhalb von Bad Hofgastein. Die klassische Route führt über die Rastötzenalm und weiter auf dem Weg Nr. 513 zum Gipfel. Es handelt sich um eine lange, konditionell fordernde Bergtour, die im Sommer gut markiert ist und häufig begangen wird. Die Tour wird in der Regel in den Sommermonaten Juni bis Oktober empfohlen, wenn der Schnee geschmolzen ist.
Tipps für Winterwanderer und Schneeschuhgeher
Dieser Einsatz verdeutlicht, dass im Tal häufig bereits frühlingshafte Bedingungen herrschen, während in den Bergen noch bis zu ein Meter Schnee liegen kann. Der Deutsche Alpenverein (DAV ) warnt deshalb: "Für Bergwanderungen ist es in vielen Regionen noch zu früh"
Der DAV empfiehlt, Touren aktuell besonders vorsichtig zu planen und den Verhältnissen anzupassen:
Tiefer gelegene Ziele in flachem Gelände ohne Absturzgefahr, Talwanderungen oder Mittelgebirge bevorzugen
Südseitige Routen wählen, die schneller ausapern
Aktuelle Bedingungen (Webcams, Hüttenöffnungen, Wetterberichte, Lawinenlageberichte) prüfen
Bereiche mit viel Schnee meiden oder nur mit entsprechender Erfahrung und Ausrüstung begehen

2 Kommentare
Kommentar schreibenIch hoffe nur diese ganzen Typen müssen die Rettung selbst bezahlen! Ich war viel in den Bergen unterwegs, aber immer der Jahreszeit und Witterung angepasst!
Habe noch nie so viele Rettungen wie diesen Winter mitbekommen. M.E. reicht es und man sollte mehr mit dem Kopf (Gehirn) denken und daheim bleiben. Andere Leute in Gefahr bringen (die Retter)geht überhaupt nicht !!