Verkehrsproteste in Tirol

Sperren auf Fernpass und Brenner: Proteste treffen wichtige Alpenrouten

Ende Mai wird der Brennerkorridor gesperrt, Ende Juni folgt der Fernpass. Beide Aktionen treffen zentrale Nord-Süd-Routen durch Tirol – und fallen in reiseintensive Wochenenden.

Sperren auf Fernpass und Brenner: Proteste treffen wichtige Alpenrouten
© picture alliance / dpa / Matthias Balk

Brenner: Vollsperre am Samstag, 30. Mai

Auf den Tiroler Alpenrouten ist in den kommenden Wochen mit erheblichen Behinderungen zu rechnen. Am Samstag, 30. Mai 2026, wird der Brennerkorridor wegen einer angemeldeten Demonstration großräumig gesperrt. Betroffen sind die A13 Brennerautobahn zwischen Mautstelle Schönberg und Brenner in beiden Richtungen sowie die B182 Brennerstraße und die L38 Ellbögener Straße für den Durchzugsverkehr. Die Sperre gilt für Pkw von 11 bis 19 Uhr, für Lkw bereits ab 9 Uhr. Lokale Ausweichrouten stehen nach Angaben des Landes Tirol nicht zur Verfügung.

Knapp einen Monat später folgt die nächste Blockade: Am Samstag, 27. Juni 2026, wird die B179 Fernpassstraße von 10 bis 12 Uhr gesperrt. Betroffen sind die Bereiche Reutte/Katzenberg und Nassereith/Rastland. Während der Aktion ist der Fernpass weder nach Norden noch nach Süden passierbar.

Die Proteste richten sich gegen die Verkehrsbelastung auf den Tiroler Transitachsen. Am Brenner steht die Belastung des Wipptals im Zentrum, am Fernpass der seit Jahren umstrittene Ausbau der Route. Bürgerinitiativen fordern dort statt weiterer Straßenprojekte stärkere Lösungen im öffentlichen Verkehr und auf der Schiene.

Großräumige Umfahrung einplanen!

Für Reisende bedeutet das: großräumig planen. Der Brenner ist die wichtigste Straßenverbindung zwischen Süddeutschland und Italien; der Fernpass eine der meistgenutzten Routen Richtung Tirol, Südtirol und Gardasee. Besonders heikel ist der Termin am Fernpass: Er fällt mit dem Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammen. Auch eine zweistündige Sperre kann dort lange Rückstaus auslösen.

Wer an den betroffenen Tagen unterwegs ist, sollte lokale Schleichwege meiden. Viele Nebenstrecken in den Tälern sind eng, staugefährdet und für zusätzlichen Transitverkehr kaum geeignet. Sinnvoller sind große Zeitfenster, aktuelle Verkehrsinformationen und – je nach Ziel – eine weiträumige Umfahrung über Arlberg, Kufstein oder andere Hauptachsen.

4 Kommentare

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Bayernfreund

Der bayerische Verkehrsminister regt sich über die Tiroler Sperren am Brenner und Fernpass über alle Massen auf. Er vergisst aber, dass es die Schuld seines deutschen Bundeslandes ist. Seit einem Jahrzehnt wartet Südtirol und Tirol auf den Ausbau der bayerischen Zubringer zum Brenner Basistunnel. Es ist eine europäische Verantwortung, die leider in Deutschland nicht funktioniert. Genauso wie der Bahnverkehr in Deutschland. Eine Schande für diese Grossmäuler Nation.

Bruno

@Engadin, was die - richtig geschrieben - "Autobahntunnel-Schmarotzer" anbelangt, so wird die Sache ja bereits von Ihrer Regierung in Erwägung gezogen, leider jedoch nicht die Einführung von Vignetten für einen kürzeren Zeitraum, was man auch als Schmarotzertum auslegen könnte; ganz zu Schweigen von der kostenlosen Benutzung der Autobahnen in der BRD, aber ich vergaß, auf denen sind die Schweizer Bürger nicht unterwegs. Die Schweizer Autobahnen selbst, wie ich letztes Jahr sah, sind eh schon von den eigenen Einwohnern derart verstopft, daß sich ein Transit nicht rentieren dürfte, ebenso wenig wie die Anfahrt selbst, da der normale und ehrliche Bergwanderer und Bergsteiger hier eh nicht mehr dem Preisgefüge nach zu urteilen erwünscht ist, sondern eher Scheichs aus fernen Ländern. Und die kommen schließlich umweltfreundlich mit dem Jet an und belästigen die Schweizer Bürger nicht durch ihre Anwesenheit auf der Straße, sondern (wenn sie gerade nicht mit dem Hubschrauber ums Matterhorn knattern) sind ökologisch mit den günstigen Bergbahnen z.B. zum Jungfraujoch unterwegs, wo sie jubelnd von vielen Ramsch- und Uhrenläden begrüßt und den selbigen Rolex-Uhren für günstige 10000 Stutz und mehr feilgeboten werden.
Entschuldigung, ich bin ein wenig abgeschweift, aber was Schmarotzertum anbelangt, dann rechnen Sie bitte das durch: Ihre Landsleute brausen für 9 Euro Tagesvignette durch Österreich durch und bezahlen 10 - 15 Euro Tunnelgebühr. Wer ist dann Schmarotzer?
Nichts für ungut, Bruno

Langerheinz

Wieso ALPIN schreibt - Wer an diesen Tagen unterwegs ist …………

Ihr seit doch ALPEN - schreibt doch auch einmal für diese vom Transit gequälte Alpen - bitte alle an diesem Tag das Auto stehen lassen.

Berg frei Heinz Buchmann



Engadin 72

Sollten wir in der Schweiz auch machen. Zumal wir nicht mal eine Maut zur Vigniette haben für diese Autobahn Tunnel Schmarotzer.