Von Kuhherde schwer verletzt: 67-Jährige stirbt
Am 17. Mai 2026 kam es im Gemeindegebiet von Oberlienz in Osttirol zu einem folgenschweren Zwischenfall in einem ausgeschilderten Weidegebiet. Gegen 12:30 Uhr wurden dort eine 67-jährige Österreicherin und ihr 65-jähriger Ehemann von einer Kuhherde schwer verletzt.
Die Frau erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Ihr Mann wurde mit dem Notarzthubschrauber in die Klinik Innsbruck geflogen. Nach Angaben der Polizei befindet er sich inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Der genaue Unfallhergang ist weiterhin Gegenstand laufender Ermittlungen.
Wie die Landespolizeidirektion Tirol mitteilt, meldeten sich im Verlauf der Ermittlungen drei weitere Personen, die am selben Tag in demselben Weidegebiet von einer Kuh verletzt worden waren.
Drei weitere Vorfälle am selben Tag
Der erste dieser Vorfälle ereignete sich laut Polizei bereits gegen 09:25 Uhr: Ein 70-jähriger Deutscher, der seit längerer Zeit in Österreich lebt, wurde am Wanderweg im Weidegebiet von einer Kuh attackiert und zu Boden gestoßen. Er zog sich Verletzungen unbestimmten Grades zu und suchte erst am Abend selbstständig das Bezirkskrankenhaus Lienz auf. Die Anzeige erstattete er am folgenden Vormittag.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich gegen 12 Uhr: Dabei wurden ein 61-jähriger Österreicher und eine 55-jährige Österreicherin von einer Kuh attackiert und ebenfalls zu Boden gestoßen. Beide erlitten Verletzungen unbestimmten Grades. Der Vorfall wurde noch am Sonntagabend gemeldet, die Verletzungen jedoch erst am Montag bei der Polizei angezeigt.
Nach Angaben der Polizei befand sich im betroffenen Weidegebiet eine mittlere zweistellige Anzahl von Kühen, die einem Zusammenschluss von Bauern aus der Umgebung zugeordnet wird. Ob und in welchem Zusammenhang die einzelnen Vorfälle miteinander stehen, ist Teil der laufenden Ermittlungen.

Polizei sucht Frau mit größerem Hund
Die Polizei Lienz sucht im Zusammenhang mit den Ereignissen eine Frau, die sich laut Zeugenaussagen am 17. Mai gegen 12:15 Uhr mit einem größeren Hund am Vorfallsort aufgehalten haben soll. Die Frau steht laut Polizei nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Vorfällen, könnte jedoch wichtige Beobachtungen gemacht haben. Sie wird ersucht, sich unter 059133 / 7230 bei der Polizei Lienz zu melden.
Verhalten bei Rindern auf Wanderwegen
Wanderwege führen in den Alpen immer wieder durch bewirtschaftete Weideflächen. Begegnungen mit Rindern gehören dort zum Alltag, verlangen aber Aufmerksamkeit. Vor allem Mutterkühe können sensibel reagieren, wenn sie ihre Kälber bedroht sehen. Auch Hunde spielen bei Zwischenfällen immer wieder eine Rolle, weil sie von Rindern als Gefahr wahrgenommen werden können.
Wer eine Weide quert, sollte Abstand zu den Tieren halten, ruhig bleiben und nicht mitten durch eine Herde gehen. Rinder sollten weder gefüttert noch gestreichelt werden. Stehen Tiere direkt am Weg, ist ein möglichst weiter Bogen sinnvoll. Warnsignale wie ein gesenkter Kopf, Scharren, Schnauben oder auffällige Unruhe sollten ernst genommen werden.
