DAV fordert mehr Transparenz

"Rettet den Jägerkamp": Petition gegen Straßenbau im Rotwandgebiet

Mit der Petition "Rettet den Jägerkamp" will die DAV-Sektion Leitzachtal eine öffentliche Diskussion über den geplanten Straßenbau im Rotwandgebiet anstoßen. Gegner befürchten massive Eingriffe.

Blick auf den Jägerkamp in den Bayerischen Voralpen.
© picture alliance / Wagner

Die DAV-Sektion Leitzachtal hat eine Petition mit dem Namen "Rettet den Jägerkamp" gestartet, in der die Naturschützer zu einer öffentlichen Diskussion über eine geplante Erschließung im Rotwandgebiet aufrufen. Ziel der Unterschriftensammlung sei es, auf die geplanten Maßnahmen aufmerksam zu machen und unterschiedliche Interessen frühzeitig sichtbar zu machen.

Konkret richtet sich die Kritik gegen den geplanten Bau einer Straße von Aurach über die Benzingalm bis zur Jägerbauernalm. Nach Angaben der Sektion wurde bei einer Vorbesprechung im Landratsamt Miesbach Anfang März auch über eine Ausweitung bestehender Wildschutzgebiete gesprochen, die künftig unbefristet gelten sollen. Die Erweiterung der Schutzgebiete im gesamten Benzing-Kessel sei dabei als Kompensation im Zusammenhang mit dem Straßenbau dargestellt worden.

<p>Infos zur Petition bei Facebook.</p>

Infos zur Petition bei Facebook.

© Screenshot / Facebook

Die Informationen seien anschließend vom Deutschen Alpenverein an betroffene Sektionen weitergegeben worden. Der Zusammenhang zwischen Straßenerschließung und Schutzgebietsausweitung sei laut Sektionsinformationen auch in Gesprächen mit Behörden bestätigt worden. Gleichzeitig kritisiert die Sektion, dass für Forststraßen und Almwege mit Gemeinwohlbezug rechtlich keine öffentliche Beteiligung vorgesehen sei.

Die Gegner des Projekts befürchten vor allem massive Eingriffe in eine bislang vergleichsweise ruhige Berglandschaft. Über mehr als 600 Höhenmeter hinweg würde ein sensibler Naturraum dauerhaft verändert, argumentieren die Petitionäre. Besonders kritisch bewertet die Initiative mögliche Einschränkungen für Wanderer und Bergsteiger während der Bauphase. Nach Darstellung der Petition könnte der Zugang in Teilen des Gebiets über Monate gesperrt oder stark eingeschränkt werden. Gerade naturverträgliche Nutzergruppen würden dadurch aus dem Gebiet ausgeschlossen.

Diskussion erwünscht, keine Spaltung

Mit der Petition wolle man ausdrücklich weder die Gemeinde spalten noch die Almwirtschaft infrage stellen, betont die Sektion. Almflächen seien ein wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft und Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Auch die Arbeit der Almbauern werde anerkannt. Kritik richte sich ausschließlich gegen die aus Sicht der Petitionäre unverhältnismäßige Dimension der geplanten Straße.

Bereits vor rund drei Jahren war nach Angaben der Sektion eine deutlich kleinere Erschließung über einen Triebweg geprüft und genehmigt worden. Dieser hätte lediglich eine Breite von etwa 1,5 Metern plus Randstreifen umfasst. Entscheidend sei nun eine transparente Diskussion "unter Einbeziehung der Öffentlichkeit und mit offener Abwägung aller Argumente und Interessen".

<p>Blick auf den Jägerkamp in den Bayerischen Voralpen.</p>

Blick auf den Jägerkamp in den Bayerischen Voralpen.

© picture alliance / Wagner

Nach Angaben der Initiatoren hat die Petition ihr erstes Ziel inzwischen erreicht: Die geplanten Maßnahmen rund um die Erschließung des Gebiets würden inzwischen öffentlich diskutiert. Für Mitte Mai sei nun ein Gesprächstermin angekündigt, bei dem Argumente von Befürwortern und Gegnern ausführlich angehört werden sollen.

2 Kommentare

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Kinky Scholz

Etwas einseitig dieser Artikel!
Die Gegenseite wurde gar nicht versucht anzuhören. Alles beruht nur auf Gerüchten, die vvom DAV Leitzachtal verbreitet werden.

Wilder Freiger

Gut, dass Alpin endlich auch einen Artikel dazu bringt. Bernhard Ziegler hat bei Tourentipp schon vor einem Monat darüber informiert... Den Artikel selbst finde ich viel zu zahm - vor allem wird nicht klar genug gemacht, dass die Schutzgebiete mit dem in diesem Fall fadenscheinigen Argument, Flora und Fauna zu schützen, ausgeweitet und dass es insbesondere weitreichende Betretungsverbote geben soll. Als "Ausgleich" für eine neue fette Forststraße. Warum muss die denn so groß sein? Ich sehe da schon die Harvester hochfahren...