Die norwegische Höhenbergsteigerin Kristin Harila hat am 27. Mai 2026 den Mount Everest erreicht und damit ihr ambitioniertes "Triple Crown"-Projekt im Himalaja abgeschlossen. Zuvor hatte sie in derselben Saison bereits den Nuptse (17. Mai) sowie den Lhotse (21. Mai) bestiegen.
Der Everest-Gipfel gelang Harila nach eigenen Angaben ohne zusätzlichen Sauerstoff. Zuvor hatte ihr Lhotse-Aufstieg für Diskussionen gesorgt: Dort griff die Norwegerin nach eigenen Angaben aufgrund schwieriger Bedingungen ab rund 8100 Metern Höhe auf Flaschensauerstoff zurück.
Ursprünglich war das Projekt als durchgehende "No-O2"-Herausforderung geplant. Der Einsatz am Lhotse führte daher in Teilen der Bergsteigerszene zu Debatten über die Bewertung solcher kombinierten Saisonprojekte und deren sportlicher Vergleichbarkeit.
Unabhängig davon gilt die Kombination aus Nuptse, Lhotse und Everest innerhalb einer Saison als seltene Leistung im Höhenbergsteigen. Harila selbst betonte während der Expedition wiederholt die Unterstützung durch Sherpa-Teams sowie die Bedeutung sicherer Entscheidungsfindung in extremen Höhen.
Über Kristin Harila
Kristin Harila zählt zu den derzeit erfolgreichsten Höhenbergsteigerinnen der Welt. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre schnellen Besteigungen aller 14 Achttausender, die sie 2023 mit Flaschensauerstoff und Sherpa-Support in Rekordzeit abschloss. Die ehemalige Managerin aus Norwegen konzentriert sich seit einigen Jahren auf sogenannte Speed- und Kombinationsprojekte im Himalaja, bei denen mehrere hohe Gipfel innerhalb kurzer Zeit oder einer Saison erreicht werden.
Harila polarisiert in der Bergsteigerszene immer wieder, weil sie konsequent auf kommerziell unterstützte Expeditionen setzt und moderne Mittel des Höhenbergsteigens teilweise ausreizt.

3 Kommentare
Kommentar schreibenWenn man ehrlich ist, ist die Besteigung mit Sauerstoff wie Ebiken auf der Tour de France.
By fair means hat das NULL zu tun.
Nächstes Jahr denn mit Exoskelett???
Na und, was bringt ihr diese blöde Besteigung, außer dass sie sich und andere gefährdet und die Umwelt unnötig belastet? Sie macht es doch nicht für sich, sondern möchte es anderen nur beweisen. Wenn ich in die Berge gehe, möchte ich die Natur genießen und nicht wegen eines Guinnessbucheintrags mein Leben riskieren.
Bei allem Jubel um Erfolge sollte man auch den Schatten erwähnen, den der Tod des pakistanischen Hochträgers Mohammed Hassan am K2 geworfen hat, zu dem Zeitpunkt als Kristin Harila ihre Besteigung des K2 erreicht hat. Jeder sollte sich über die entsprechenden Dokumentationen selbst ein Bild dazu machen.