Felssturz während einer Klettertour
Am 02. Juni 2026 waren drei Kletterer in einer Route an der Echernwand bei Hallstatt unterwegs. Laut Angaben der Polizei befand sich die Seilschaft gegen 11 Uhr in der sechsten Seillänge der Tour, die mit dem Schwierigkeitsgrad UIAA VI+ bewertet ist.
Nach Angaben der Beteiligten habe die Wand plötzlich zu vibrieren begonnen. Als die Kletterer nach oben blickten, sahen sie zahlreiche Steine und größere Felsblöcke auf die Gruppe zufliegen.
Die herabfallenden Felsen verfehlten die Kletterer knapp. Die Gesteinsmassen stürzten über die Seilschaft hinweg talwärts. Nachdem klar war, dass niemand verletzt worden war, entschieden sich die Alpinisten zum Rückzug und seilten über die Route wieder ab.
Am Wandfuß angekommen stellten sie fest, dass ihre dort deponierten Rucksäcke vom Steinschlag getroffen worden waren. Die Ausrüstung wurde durchlöchert und beschädigt.
Zwei mal zwei Meter großer Felsblock löste sich
Die verständigte Alpinpolizei untersuchte anschließend die Abbruchstelle. Dabei stellte sich heraus, dass sich am oberen Wandfuß der Echernwand auf etwa 920 m ein rund zwei mal zwei Meter großer Felsblock gelöst hatte.
Nach ersten Erkenntnissen stürzte der Block zunächst etwa 100 Meter frei ab, bevor er auf einen Felsvorsprung traf. Durch den Aufprall zerbrach das Gestein in zahlreiche Einzelteile. Die Steine und Blöcke fielen anschließend weitere rund 300 Meter bis zum Talboden.
Was tun bei Steinschlag?
Steinschlag gehört zu den objektiven Gefahren im alpinen Fels und lässt sich nie vollständig ausschließen. Durch Verwitterung, Frostsprengung, Niederschläge oder Temperaturschwankungen können sich auch größere Felsblöcke lösen. Daneben werden viele Steinschläge durch andere Seilschaften, Wildtiere oder lose Steine im Zustieg ausgelöst.
Vernehmen Kletterer oberhalb das typische Geräusch fallender Steine oder bemerken eine Erschütterung der Wand, sollten sie sofort reagieren. Wenn möglich, gilt es, sich eng an die Felswand zu drücken oder Schutz unter einem Überhang beziehungsweise Felsvorsprung zu suchen. Vom reflexartigen Wegspringen ist meist abzuraten, da die Flugbahn der Steine oft schwer einzuschätzen ist.
Ein Kletterhelm schützt zuverlässig vor kleineren Steinen und Splittern, kann bei größeren Felsbrocken jedoch nur begrenzten Schutz bieten. Umso wichtiger ist eine defensive Routenwahl: In brüchigem Gelände sollten Standplätze möglichst außerhalb offensichtlicher Steinschlaglinien eingerichtet werden. Zudem empfiehlt es sich, steinschlaggefährdete Routen nicht direkt unter anderen Seilschaften zu begehen.


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