Zwischen Eis, Fels und Abgrund

Extremprojekt in Chamonix: Franzose kombiniert Skitour, Klettern und BASE-Jump

Der französische Alpinist Matthias Giraud hat die erste Ski-BASE-Begehung an der Nordwand der Aiguille du Plan abgeschlossen – eine Kombination aus Klettern, Steilabfahrt und Absprung.

Franzose kombiniert Skitour, Klettern und BASE-Jump
© Matthias Giraud

Extremprojekt: Franzose kombiniert Skitour, Klettern und BASE-Jump

Ein außergewöhnliches Extremprojekt im Mont-Blanc-Massiv ist gelungen: Der französische Alpinist Matthias Giraud hat am 26. Mai 2026 nach eigenen Angaben die Nordwand der Aiguille du Plan erstmals als Ski-BASE-Jump bewältigt – eine Kombination aus hochalpiner Kletterei, Steilabfahrt auf Ski und anschließendem BASE-Sprung.

Giraud beschreibt die Route als technisch hochkomplexes Gesamtkonstrukt aus Alpinismus, engen Séracs, Seilmanövern und einem präzise getimten Absprung in einer schmalen Fels- und Eisrinne. Gemeinsam mit einem kleinen Team erreichte er nach einem frühen Aufbruch den Gipfelbereich am Vormittag.

Die Bedingungen waren dabei laut Bericht äußerst wechselhaft. Wochenlange Schneefälle, Windverfrachtungen und eine anschließende Wärmeperiode hätten ein enges Zeitfenster für die Begehung hinterlassen. Zudem erinnerte der Alpinist an den Tod eines befreundeten Skibergsteigers wenige Wochen zuvor im gleichen Gebiet, der ihn während der gesamten Tour beschäftigt habe.

Abfahrt bei anspruchsvollen Bedingungen

Der Aufstieg erfolgte in den frühen Morgenstunden, die eigentliche Abfahrt begann gegen 10:30 Uhr. Im oberen Teil traf der Alpinist auf harten, darunter jedoch instabilen Schnee, was präzises Skifahren erforderte. Kritische Passagen im Bereich der Séracs wurden abgeseilt – teils über Schneebrücken und durch stark vereiste Zonen.

Besonders anspruchsvoll sei der untere Teil der Route gewesen, wo ständig Steinschlag und Eisabbrüche auftraten. Erst nach weiteren vorsichtigen Schwüngen im tieferen Schnee gelang der Übergang zum BASE-Jump. Der Absprung selbst erfolgte aus einer rund 30 Meter hohen Eisflanke mit stark geneigtem Untergrund und flankierenden Felswänden. Auch hier verlief alles nach Plan.

Giraud bezeichnet die Tour als den bisherigen Höhepunkt seiner alpinistischen Laufbahn – eine Verbindung aus klassischem Bergsteigen, extremem Skifahren und BASE-Jumping, die nur unter sehr engen Bedingungen möglich sei. Der Extrembergsteiger hatte sich fast acht Monate auf das extrem risikoreiche Projekt vorbereitet.

Wer ist Matthias Giraud?

Matthias Giraud ist ein französischer Extremskifahrer und BASE-Jumper, der sich seit vielen Jahren auf spektakuläre Abfahrten und Sprünge in hochalpinem Gelände spezialisiert hat. Der 42-Jährige ist vor allem für sogenannte Ski-BASE-Projekte bekannt, bei denen steile Skibegehungen mit anschließenden Fallschirmsprüngen in ebenso steilem Gelände kombiniert werden. Giraud gehört zu einer kleinen Szene von Athleten, die sich an der Schnittstelle zwischen Freeskiing, Alpinismus und BASE-Jumping bewegen und dabei regelmäßig technisch wie mental an die Grenzen des Machbaren gehen.

Text von Lubika Brechtel

7 Kommentare

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Hannes

@ Berti, keine Ahnung, hinsichtlich ADHS bin ich nicht im Thema. Du?
Selbstdarstellung? Berichte über ihre Leistungen sind bei Extremalpinisten wirklich nicht ungewöhnlich. Wie auch immer, irgendwie scheint die Leistung des Mannes bei Dir etwas auszulösen...

Berti

Schade Hannes, meine Antwort kam nicht durch. Meinte die Selbstdarstellung

Berti

Hannes, eher die Selbstdarstellung wurde mit ADHS in Verbindung gebracht, und da ist der Bursche ja in sehr guter Gesellschaft. Und Neid auf Selbstdarsteller, gibt es so was überhaupt?

Hannes

Das war minutiös geplant und durchgeführt, Respekt. Ob man eine derartige Leistung neidzerfressen als ADHS abtun muss? Ich glaube nicht, auch wenn die Bundhosenfraktion nicht aus dem Kopfschütteln heraus kommt...

Paul

Wir bewerkstelligt er da das Abseilen am Einzelstrang an den Eisschrauben? Also wie bekommt er das Seil von da runter?

Berti

Klingt für mich eindeutig nach Extrem ADHS. Ist das schon bei den Krankenkassen als neuer Trend hinterlegt?

Vroni

Irgendwie auch ein kleiner Beitrag zum grassierenden ADHS.