Instagram-Reel

Stau am Innsbrucker Klettersteig: Video weckt Erinnerungen an den Everest

Ein Video auf Social-Media zeigt Dutzende Bergsteiger, die sich am Einstieg des beliebten Klettersteigs stauen. Das Video verbreitet sich derzeit in den sozialen Medien – und sorgt mit seinen Bildern für Vergleiche mit dem Mount Everest.

Stau am Innsbrucker Klettersteig: Video weckt Erinnerungen an den Everest
© Instagram franz_trimmel

Der Innsbrucker Klettersteig ist besonders an Sommerwochenendtagen ein überaus beliebtes Ziel. Ein Instagram-Reel des Tiroler Bergführers Franz Trimmel zeigt, wie zahlreiche Klettersteiggeher dicht gedrängt am Einstieg warten. Es geht nur sehr langsam vorwärts, auch im Steig selbst müssen Bergsteiger immer wieder warten, bis die nächsten Meter frei werden.

Der Post erntet viele Reaktionen auf Instagram. Besonders viel Aufmerksamkeit erhält dabei ein Kommentar von Lukas Furtenbach. Der Tiroler Expeditionsveranstalter, der regelmäßig Expeditionen zum Mount Everest organisiert, zieht einen augenzwinkernden Vergleich: "Und wer aus dem Stau hat sich schon einmal über den Stau am Everest beschwert?"

Tatsächlich fühlen sich viele Nutzer sofort an die berühmten Bilder vom höchsten Berg der Erde erinnert. "Am Everest kuscheln sie auch so“", schreibt ein Nutzer und ein anderer kommentiert: "Mount Everest Feeling in Tirol."

Neben humorvollen Reaktionen gibt es aber auch deutliche Kritik. Mehrere Nutzer sehen die Aufnahmen als Symbol für den wachsenden Andrang in den Alpen. "The Alps in Europe are becoming too accessible, a Disneyland playground. Too much is simply too much", schreibt ein Nutzer. Mitverantwortlich für diesen Andrang macht ein anderer das Tourismusmarketing: "Vielleicht sollte sich die Tirol-Werbung überlegen, ob wirklich noch mehr Influencer die Berge bewerben müssen."

<p>Bergsteiger am Innsbrucker Klettersteig.</p>

Bergsteiger am Innsbrucker Klettersteig.

© picture alliance, Johannes Pfatschbacher

Andere richten den Blick weniger auf den Andrang als auf die Sicherheit. "Die Steinschlaggefahr durch losgetretene Steine ist hier wohl das größte Risiko", heißt es in einem Kommentar. Tatsächlich steigt auf stark frequentierten Klettersteigen die Gefahr durch Steinschlag deutlich an. Gleichzeitig führen längere Wartezeiten in ausgesetztem Gelände dazu, dass Konzentration und Aufmerksamkeit nachlassen und knappe Zeitpläne in Gefahr geraten. Zudem sehen sich schnellere Geher häufig zu riskanten Überholmanövern veranlasst.

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Einer der beliebtesten Klettersteige Österreichs

Der Innsbrucker Klettersteig verläuft spektakulär über den Grat der Nordkette oberhalb von Innsbruck und zählt zu den bekanntesten Klettersteigen Österreichs. Die Route verbindet mehrere Gipfel und bietet eindrucksvolle Tiefblicke auf Innsbruck sowie weite Ausblicke über das Karwendel und den Alpenhauptkamm.

Mit Schwierigkeiten bis C/D, ausgesetzten Passagen und einer Gehzeit von vier bis sechs Stunden richtet sich der Steig an erfahrene Klettersteiggeher mit guter Kondition.

Wer die Tour an einem Sommerwochenende plant, sollte möglichst früh starten oder auf einen Werktag ausweichen. So lassen sich Wartezeiten – und damit auch das Risiko durch Steinschlag – häufig deutlich reduzieren.

Text von Holger Rupprecht

2 Kommentare

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Bruno

Servus Lukas, also ich selbst habe noch niemals einen Kommentar/eine Beschwerde über den Stau am Everest abgegeben, nur weiter so!
Aber Ironie ist schön und gut, aber die hat einen Haken bzw. keinen Wert für uns geschäftstüchtige Bergler. Diese unschöne Situation an dem Klettersteig kann man doch bestimmt in bares umsetzen. Wie wär’s mit einer Furtenbacher-Seilwinde vom Gipfel (oder je nach Abschnitt), wo sich die Ungeübten etwas nachhelfend nach oben ziehen lassen können? Die langsamen Vorsteigenden bekommen keine Panik wegen der nachdrängenden Masse und alle kommen schneller voran.
Und oben dann die Seilwinden-Bedienung mit Beefeater-Angebot aus der Kühltasche für den weiteren Umsatz ausrüsten, ggf. ein klimatisiertes Xenon-Zelt zur Erholung aufschlagen.
Also Lukas, Ironiemodus aus, Geschäftsmodus an. Bruno

Annette

Nichts Besonderes, schaut doch mal z.B. zum Tegelberg...