Vor dem Einstieg verstiegen

Handy-App führt in die Irre: Rettungseinsatz am Mahdlgupf-Klettersteig

Ein Klettersteigtag am Mahdlgupf endete am 17. Juli 2026 bereits vor dem eigentlichen Einstieg mit einem Rettungseinsatz. Ein Paar aus Wien verirrte sich beim Zustieg und musste per Polizeihubschrauber aus steilem Gelände geborgen werden.

Handy-App führt in die Irre: Rettungseinsatz am Mahdlgupf-Klettersteig
© picture alliance / APA-Images

Zwei 35-Jährige aus Wien sindam Freitag bei der Anreise zum Mahdlgupf-Klettersteig im Salzkammergut in Bergnot geraten. Die beiden wollten ihre Tour mithilfe einer Navigations-App planen, verließen jedoch bereits beim Zustieg den richtigen Weg. Statt den markierten Zustieg zu erreichen, gerieten die beiden in zunehmend steiles, felsdurchsetztes Gelände. Dort war ein sicheres Vorankommen ebenso wenig möglich wie ein Rückzug. Schließlich setzten sie den europäischen Notruf ab.

Nach der Alarmierung rückten ein Alpinpolizist, die Bergrettung Steinbach am Attersee sowie der Polizeihubschrauber aus. Die Besatzung des Hubschraubers konnte das unverletzte Paar aus seiner misslichen Lage bergen und am Zwischenlandeplatz in Steinbach am Attersee absetzen.

Appell: Navigation per App ersetzt keine Tourenplanung

Smartphone-Apps sind bei der Tourenplanung eine wertvolle Hilfe, können alpine Erfahrung jedoch nicht ersetzen. Je nach Kartenmaterial oder gewählter Routingfunktion werden mitunter unmarkierte Steige, Wildwechsel oder nicht begehbare Passagen vorgeschlagen. Vor allem im alpinen Gelände sollten digitale Routen deshalb immer mit offiziellen Wanderkarten, Wegweisern und aktuellen Tourenbeschreibungen abgeglichen werden. Wer sich unsicher ist oder vom markierten Weg abkommt, sollte möglichst früh umkehren – bevor aus einem Orientierungsproblem ein Bergrettungseinsatz wird.

Der Mahdlgupf-Klettersteig – anspruchsvoll und immer wieder Schauplatz von Rettungseinsätzen

Der Mahdlgupf-Klettersteig oberhalb des Attersees zählt zu den anspruchsvollsten Eisenwegen Oberösterreichs. Die rund 600 Klettermeter lange Route führt auf den 1261 Meter hohen Mahdlgupf und erreicht Schwierigkeiten bis D/E. Neben der technischen Schwierigkeit verlangen vor allem die Länge des Steigs, die anhaltende Kletterei und der kräftezehrende Zu- und Abstieg eine gute Kondition.

Am Mahdlgupf mussten Bergrettung und Alpinpolizei in den vergangenen Jahren wiederholt ausrücken, weil Bergsteiger ihre Anforderungen unterschätzen oder bereits den Zustieg verfehlen. In den vergangenen Jahren mussten Einsatzkräfte dort wiederholt erschöpfte, verstiegene oder blockierte Klettersteiggeher retten – teilweise sogar noch vor dem eigentlichen Einstieg. Auch der aktuelle Einsatz reiht sich in diese Serie ein. Bergrettung und Alpinpolizei raten deshalb zu einer sorgfältigen Tourenplanung, dem konsequenten Folgen der markierten Zustiegswege sowie zu ausreichender Erfahrung für Klettersteige im oberen Schwierigkeitsbereich.

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