Prominente Weggefährten nehmen Abschied

Lawine am Broad Peak: Leiche von Nirmal Purja geborgen

Nach dem verheerenden Lawinenunglück am Broad Peak ist die Leiche von Nirmal Purja geborgen worden. Alle zehn Mitglieder der internationalen Expedition kamen bei der Katastrophe ums Leben.

Lawine am Broad Peak: Leiche von Nirmal Purja geborgen
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Lawine am Broad Peak: Leiche von Nirmal Purja geborgen

Nach dem tödlichen Lawinenunglück am Broad Peak (8051 m) im pakistanischen Karakorum ist der Leichnam des Bergsteigers Nirmal Purja geborgen worden. Wie der Alpine Club of Pakistan (ACP) mitteilte, brachte ein Bodenrettungsteam den Körper des 43-jährigen Nepalesen mit britischer Staatsbürgerschaft von der Unglücksstelle auf rund 5700 Metern Höhe in ein tiefer gelegenes Lager. Die Bergung gilt aufgrund des steilen Geländes und der schwierigen Bedingungen als äußerst anspruchsvoll.

Purja war Teil einer zehnköpfigen internationalen Expedition, die am 30. Juli 2026 auf rund 6600 Metern Höhe von einer Lawine erfasst wurde. Nach Angaben des ACP kamen alle Mitglieder der Gruppe ums Leben. Zuvor waren bereits die Leichen der US-Amerikanerin Mallory Geis, der Omanerin Nadhira Al Harthy sowie des Nepalesen Pur Bahadur "Yukta" Gurung geborgen worden.

Zu den weiteren Todesopfern zählen die nepalesischen Alpinisten Kili Pemba Sherpa, Nawang Thindu Sherpa, Nima Sherpa und Gyalu Sherpa, der pakistanische Bergführer Sohail Sakhi sowie der chinesische Bergsteiger Wang Zhong. Die Gruppe gehörte verschiedenen Expeditionen an und befand sich im Abstieg, als die Lawine die Bergsteiger mehrere hundert Meter über die Flanke riss.

Purjas Expeditionsunternehmen Elite Exped hatte seinen Tod bereits am Samstag bestätigt. Der 43-Jährige wollte am Broad Peak einen weiteren Meilenstein seiner Karriere erreichen: Mit dem Gipfelerfolg ohne zusätzlichen Sauerstoff hatte ihm nur noch der Cho Oyu gefehlt, um als erster Mensch alle 14 Achttausender zweimal ohne Flaschensauerstoff bestiegen zu haben.

Prominente Weggefährten nehmen Abschied

Der Tod von Nirmal Purja löste weltweit Bestürzung aus. Bergsteigerinnen und Bergsteiger, Weggefährten und Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben würdigten den Ausnahmealpinisten als inspirierenden Menschen und außergewöhnlichen Bergsteiger.

Als einer der ersten meldete sich Reinhold Messner emotional zu Wort. Er erinnerte daran, dass wahre Wertschätzung nicht erst nach dem Tod beginne: Entscheidend sei, Menschen zu Lebzeiten zuzuhören, sie in schwierigen Zeiten zu begleiten und für sie da zu sein. Zugleich verwies Messner auf seine eigene Erfahrung, einen geliebten Menschen in den Bergen verloren zu haben. Trotz des tiefen Schmerzes könne es Trost spenden, wenn jemand an dem Ort sterbe, den er am meisten geliebt habe. Sein Mitgefühl gelte den Familien, Freunden und allen, die die Opfer kannten.

Auch William, Prince of Wales zeigte sich tief betroffen. Purja habe zunächst mit Auszeichnung in den britischen Streitkräften gedient und anschließend zu den besten Bergsteigern der Welt gehört. Mit seinen außergewöhnlichen Leistungen habe er nepalesische Alpinisten international sichtbar gemacht. Sein unermüdlicher Wille, scheinbar Unmögliches zu erreichen, verbunden mit Bescheidenheit und Selbstlosigkeit, habe ihn zu einer einzigartigen Persönlichkeit gemacht, schrieb William. Seine Gedanken seien bei Purjas Familie sowie den Angehörigen aller Lawinenopfer.

Auch zahlreiche Größen der internationalen Alpinismus-Szene gedachten der Verunglückten. Tamara Lunger erinnerte an ihre Begegnungen mit Purja während der K2-Winterexpedition 2021. Sie beschrieb ihn als energiegeladenen Menschen, der ebenso außergewöhnliche Höhen wie menschliche Tiefen erlebt habe. Die Nachricht vom Lawinenunglück habe Erinnerungen an die Tragödie am K2 in ihr wachgerufen. Obwohl jeder wisse, dass die Berge unberechenbar seien, treffe einen ein solches Unglück immer völlig unerwartet. 

Die Norwegerin Kristin Harila gedachte in einer Instagram-Story insbesondere dem nepalesischen Bergsteiger Gyalu Sherpa, der zu den zehn Todesopfern der Lawine am Broad Peak zählt.

Infografik
© Kristin Harila

Text von Lubika Brechtel

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