Mit Kinderwägen ins alpine Gelände: 36 Menschen bei Sölden gerettet
Eine Wanderung auf mehr als 2300 Metern Höhe hat am Sonntagabend, 09. August 2026, in Sölden einen Großeinsatz der Bergrettung ausgelöst. Insgesamt 36 Menschen, darunter mehrere Kleinkinder in Kinderwägen, waren im Bereich Sonnberg in eine alpine Notlage geraten.
Nach Angaben der Polizei Tirol bestand die Gruppe aus drei Familien mit Erwachsenen, Jugendlichen und mehreren kleinen Kindern. Sie waren kurzfristig von der Bergstation der Wildspitzbahn zu einer Wanderung in nordöstlicher Richtung aufgebrochen.
Mehrfach vom markierten Weg abgekommen
Im Laufe der Tour geriet die große Gruppe mehrfach in unwegsames Gelände und kam teilweise vom markierten Wanderweg ab. Auf rund 2325 Metern Höhe wurde die Situation schließlich so kritisch, dass zwei Mitglieder der Gruppe einen Notruf absetzten. Die Polizei spricht von "ausgesetztem alpinem Gelände". Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bezeichnete ein Polizeisprecher die Ausrüstung der Gruppe als praktisch nicht vorhanden.
Die Familien stammten demnach aus Belgien, Großbritannien, den USA und Österreich. Zur Rettung rückten die Bergrettung Sölden sowie zwei Rettungshubschrauber aus. 14 Personen wurden nach Angaben der Tiroler Polizei mit den Hubschraubern per Taubergung aus dem Gelände gebracht. Weitere 22 Wanderer wurden von den Bergrettern zu Fuß begleitet beziehungsweise ins Tal gerettet. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.
Mit dem Kinderwagen im alpinen Gelände
Eine Seilbahnfahrt erleichtert zwar den Zugang ins Gebirge, sie macht das Gelände darüber aber nicht automatisch familien- oder kinderwagentauglich. Gerade in Höhen über 2000 Metern können schmale Wege, steile Hänge, felsige Passagen, fehlende oder schwer erkennbare Wegspuren schnell zum Problem werden. Bei Touren mit kleinen Kindern kommt hinzu, dass Umwege, längere Gehzeiten und ein erschwerter Rückzug besonders schnell kritisch werden können.
Vor einer Wanderung sollten deshalb Schwierigkeit, Wegbeschaffenheit, Höhenprofil und Wetter geprüft werden. Entscheidend ist zudem, ob die gewählte Route tatsächlich für die eigene Gruppe und gegebenenfalls auch für einen Kinderwagen geeignet ist. Nach Angaben des Polizeisprechers müssen die Beteiligten mit einer Rechnung für den Rettungseinsatz rechnen.


6 Kommentare
Kommentar schreibenAch, wie herrlich :-)
Wenn man immer wieder mal im Ötztal aktiv ist,
weiß man wer da unterwegs war :-)
Ich war zeitgleich mit den Großfamilien auf der Berstation der Sesselliftbahn "wildes Mannle. Es waren ca. 40 orthodoxe Juden in ihren traditionellen Gewändern, die oben auf der Wiese saßen. Es hatte mich schon gewundert, wie sie mit dem Sessellift bis dort hoch gekommen sind. Ein Sessellift ist schließlich keine Gondel. 16.30 fährt die letzte Bahn zur Mittelstation, ich bin rechtzeitig zur Bergstation aufgebrochen und habe dann erst am nächsten Tag von der Rettungsaktion erfahren.
Wurzellose? @eversyt ;))
Wenn ma sich die Luftbilder anschaut da ist einklarer, anbgeblicht nicht al zu schmallen Weg zu sehen. Wie kann es sein "geriet die große Gruppe mehrfach in unwegsames Gelände und kam teilweise vom markierten Wanderweg ab"??
Ich verstehe es einfach nicht.
Sollte immer ein Schild beim Tastation stehen: "ohne gutes Schuhwerk, ohne Karte, ohne Route und Kenntnisse des Weges, ohne genugend Essen und Trinken ist der Bergfahrt ab zu raten und köntte gefährlich werden"
In Wien ist so was an der Tagesordnung. Aber mit anderen Ausprägungen.
3 Families aus 4 Länder mit 36 Personen insgesamt :))