Neue Route auf 5700 Metern

Karakorum: Thomas Huber gelingt Erstbesteigung in Pakistan

Thomas Huber, Miquel Mas und Víctor Sans haben im Karakorum eine neue Route auf den Biacherahi Central eröffnet. Über 600 Meter und 21 Seillängen kletterte das Trio bis zum 5700 Meter hohen Gipfel. Die Route "Wild Soul" führt bis zum Schwierigkeitsgrad 7a/A2+.

Thomas Huber mit Víctor Sans und Miquel Mas am Biacherahi Central im pakistanischen Karakorum auf 5700 m.
© Thomas Huber

Neue Route auf den Biacherahi Central

Thomas Huber ist mit Miquel Mas und Víctor Sans eine neue Route auf den Biacherahi Central im pakistanischen Karakorum gelungen. Wie Huber auf Instagram mitteilte, erreichte das Trio den 5700 Meter hohen Gipfel über die Route "Wild Soul". Die Route ist 600 Meter lang und umfasst 21 Seillängen mit Schwierigkeiten bis 7a/A2+.

Der Biacherahi Central liegt am Choktoi-Gletscher im Latok-Massiv. Die abgelegene Region im zentralen Karakorum zählt zu den anspruchsvollsten Klettergebieten Pakistans.

Fünf Tage für die neue Route

Vor dem Aufbruch musste das Team zunächst eine längere Schlechtwetterphase aussitzen. Nach Angaben Hubers hielt eine Woche mit Schneefällen und instabilem Wetter die drei Alpinisten im Basislager auf 4400 Metern fest. Erst ein fünftägiges Wetterfenster ermöglichte den Versuch.

Die Route "Wild Soul" führte über 21 Seillängen durch die Wand. Nach Angaben der Kletterer erreichten sie dabei Schwierigkeiten bis 7a im freien Klettern und A2+ im technischen Klettern.

Anspruchsvolles Klettergebiet am Choktoi-Gletscher

Der Choktoi-Gletscher liegt in einem abgelegenen Teil des Karakorum, der nur vergleichsweise selten von Trekkinggruppen besucht wird. Bekannt ist die Region vor allem durch die markanten Gipfel und Kletterziele rund um das Latok-Massiv und die Ogre-Gruppe.

Mit "Wild Soul" haben Huber, Mas und Sans dort nun eine weitere technische Kletterroute hinzugefügt. Für Huber ist der Aufstieg nach eigenen Angaben die Erfüllung eines lang gehegten Traums in einer der abgelegensten Bergregionen der Welt.

Technisches Klettern: Was bedeutet A0, A1 & Co.?

In manchen Gebieten findet man auch Schwierigkeitsangaben zur technischen Bewältigung einer Passage, etwa 6+ A0. Das bedeutet, dass an einer Stelle ein Sicherungspunkt auch zur Fortbewegung genutzt wird. Beim technischen Klettern werden die Schwierigkeitsgrade wie folgt aufgeschlüsselt:

A0 An einer Stelle wird ein Sicherungspunkt auch zur Fortbewegung benutzt (treten oder greifen). Umgangssprachlich "Nullern", also an einer Stelle wird das Band einer Expressschlinge als Griff benutzt.
A1 Fortbewegung mit einer Trittschlinge
A2 Fortbewegung mit zwei Trittschlingen oder Leitern
A3 Fortbewegung wie bei A2 mit zwei Trittleitern - allerdings an schlechten Haken
A4 Wie A3, nur sind die Haken besonders schwer anzubringen.
A5 Alles in möglichst schlimm: Fortbewegung nur noch an künstlichen Sicherungen von schlechter Qualität, die schlecht zu erreichen sind. Einen Sturz sollte es nicht geben, weil ja schlechte Sicherungen.
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