Sicherheit am Berg

Ist ein Lawinen-Rucksack beim Eisklettern sinnvoll?

Gibt es ein ABS-System fürs Eisklettern? Und ist das überhaupt sinnvoll? Bergführer und Testchef Olaf Perwitzschky gibt die Antwort.

Ist ein Lawinen-Rucksack beim Eisklettern sinnvoll?
© IMAGO / blickwinkel

Frage: Gibt es ein ABS-System fürs Eisklettern?

Frage von J. Ohloff, per Mail: Ich habe von dem tragischen Eiskletterunfall in Bad Gastein gehört [Dieser Unfall hat sich bereits 2017 ereignet, Anm. d. Red.], eine Lawine kann sich sicher auch in den meisten Eisfallgebieten mal lösen. Ich stelle mir jetzt die Frage, auch wenn die Lawine die beiden Kletterer aus der Wand geworfen hat, obwohl sie mit Eisschrauben gesichert waren, ob ev. ein ABS-Rucksack hier geholfen hätte?

Ich lasse meinen Rucksack immer unten am Eisfall und nehme nur mit was ich wirklich zum Klettern brauche. Gibt es ein ABS-System fürs Eisklettern, besonders leicht, ev. 10 l ?

Antwort: Ein ABS-Rucksack wäre beim Eisklettern wenig sinnvoll

Antwort von Olaf: Beim Eisklettern möchte ich leicht unterwegs sein und nehme keinen Lawinenrucksack mit. Das ist unrealistisch. Was mich etwas erstaunt ist, dass es offensichtlich die Eisschraube(n) gezupft hat. Stellt sich die Frage, wie viele Eisschrauben der vorsteigende Kletterer schon gesetzt hatte. Das zeigt aber auch, wie viel Druck so ein Schneebrett aufbaut.

Was man beim Eisklettern dabei haben sollte, ist ein LVS-Gerät. Meist nicht mitnehmen wird man Schaufel und Sonde, weil die Eiskletter-Ausrüstung schon schwer genug ist. Im einigen Fällen würde aber auch ein LVS die Suche nicht besonders beschleunigen, da sich die Suchenden teilweise am Seil orientieren können.

Was kann man trotzdem aus solchen Unfällen lernen? Beim Eisklettern, besonders in Rinnen (wo leider oft die Bäche verlaufen), extra vorsichtig sein bei Lawinengefahr und im Zweifelsfalle verzichten.

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Mehr Fragen von Lesern und Usern sowie die Antworten von Olaf findet Ihr unter: alpin.de/olaf

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Ihre Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Ihre Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik "Olaf klärt das schon!".

Text von Olaf Perwitzschky

3 Kommentare

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Peter

Ich muss dem Tipp widersprechen. Wenn man mit Piepser geht, dann auch mit Schaufel und Sonde für den Zustieg. Mit bloßen Händen wird man ein Lawinenopfer nicht ausgraben können. Die 600g sollte einem das Leben wert sein. Am Eisfall kann man Schaufel und Sonde dann am Rucksackdepot lassen

Thomas vom ALPIN Team

Hallo Max, Danke für den Hinweis, wir haben den Beitrag entsprechend angepasst. Grüße aus der ALPIN Redaktion, Thomas

Max Markus

Hallo liebes Alpin Team,

euer Artikel ist publiziert am 05.02.2025.
Aber dieser Eiskletter Unfall hat 2017 stattgefunden.
Tatsächlich bin ich etwas verwirrt, weil es den Eindruck erweckt, der Eiskletter-/Lawinen Unfall wäre erst kürzlich passiert.

Vielleicht könntet ihr das als Anm. d. Red. mit in die Frage einfügen ?

Vielen Dank
Liebe Grüße
Max