Ungezähmt durch die Hohen Tauern

Flusswandern: Immer der wilden Isel nach

Alpenflüsse sind vielerorts bedrohte Naturjuwele. Die Isel im Nationalpark Hohe Tauern genießt vielfachen Naturschutz, pulsiert als Lebensader in der Region und bietet grandiose Wandermöglichkeiten.

Ein Bürgerentscheid hat den Bau eines Wasserkraftwerks verhindert und der Isel als einem der letzten frei fließenden Gletscherflüsse ihren Lauf gelassen.
© Monika Neiheisser

Entlang der Isel: vom Umbalkees bis ins Tal

Sie gurgelt, schäumt und tobt zuweilen. Dabei ist sie erst am Anfang ihrer langen Reise talwärts. Später ruht sie sich eine ganze Weile aus auf ihrem Weg zum Ziel. Ich steige ihr mit Bergführer Sigi ­Hatzer entgegen, einem Kenner der Venedigergruppe in den zentralen Ostaplen, und will ihre Geschichte kennenlernen. Eine Geschichte, die sie beinahe umgebracht hätte. Die Isel hat sich als letzter frei­ fließender Gletscherfluss in den Alpen, ohne Stauung, Wall oder Umleitung, einen Namen gemacht.

Seit Jahren zieht es mich zu ihrem Ursprung im Umbalkees. Jetzt kommt der Körper bei Temperaturen knapp über Null im engen Lichtstrahl der Stirnlampe erst langsam in Gang. Da ist der einfache Trampelpfad über Almengelände mit spärlichen Gewächsen, die man auch in der sibirischen Tundra findet, ab der Clarahütte auf 2038 Meter Höhe entlang der Isel ein willkommener Hatsch zum wach ­werden.

<p>Eis und Fels im Wechsel: anspruchsvoller Aufstieg zur Dreiherrenspitze, die sich im Morgendunst versteckt.</p>

Eis und Fels im Wechsel: anspruchsvoller Aufstieg zur Dreiherrenspitze, die sich im Morgendunst versteckt.

© Monika Neiheisser
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Text von Monika Neiheisser

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