Hoher Riffler: Wo das Verwall seine wildeste Seite zeigt
Wer vom Hohen Riffler spricht, muss erst einmal präzisieren, welchen er genau meint. Denn neben dem bekannteren Gipfel in den Zillertaler Alpen gibt es auch in der Verwallgruppe einen Berg mit diesem Namen. Und der ist mit 3168 Metern der höchste dieses wilden Gebirgsstocks zwischen St. Anton am Arlberg und dem Paznaun. Weniger besucht, rauer und ursprünglicher wirkt er schon beim ersten Blick von Pettneu aus. Vor allem aber ist der Hohe Riffler eines: abweisend.
Edmund-Graf-Hütte: Das perfekte Basislager für den Hohen Riffler
Im Kontrast dazu beginnt der Aufstieg fast schon zu gemütlich. Über unschwierige Forstwege geht es stetig durch den Wald bergauf und vorbei an der bewirtschafteten Malfon Alm, auf der es einen leckeren Kaiserschmarrn gibt. Bei einem Wanderschild zweigt der Weg in Richtung der Edmund-Graf-Hütte ab.
Ihr Bau auf 2375 Meter Höhe wurde bereits 1884 errichtet. Mittlerweile bietet das Haus 90 Betten. Nach einigen Stunden Aufstieg ist dieses Refugium der perfekte Ort für den verdienten Boxenstopp. Heute übernachten hier vor allem Wanderer, die auf der beliebten Verwall-Runde unterwegs sind. Von der Terrasse schweift der Blick weit über die gesamte Verwallgruppe. Hinter der alpinen Unterkunft ragen bereits die schroffen Flanken des Hohen Rifflers auf. Führt dort wirklich ein Steig hinauf?
Wo sanfte Almwiesen in raues Hochgebirge übergehen
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker noch vor Sonnenaufgang. Der Himmel ist klar, die Luft kühl. Von der Hütte führt der markierte Weg über Grasflanken, dann über Geröll und Blockwerk bergan. In einem steilen Kar wird es anstrengend – nichts für Genießer.
Mit jedem Höhenmeter wird die Landschaft rauer. Der schottrige Untergrund ist permanent in Bewegung – alles vor der gewaltigen Kulisse des Verwall-Hauptkamms. Schließlich erreicht man den Sattel zwischen Kleinem und Hohem Riffler, von dem sich ein Blick auf die Reste des Pettneuer Ferners eröffnet.
Erstaunlich lange zieht sich der Weiterweg bis zum höchsten Punkt, aber die Mühe lohnt sich: Im Südwesten leuchten die Gipfel der Silvretta, im Norden ragen die Lechtaler Alpen auf, während unten Stanzer Tal und Paznauntal liegen. Hier oben am Gipfel ist es still: kein Schlangestehen, kein Gedränge, nur das Gefühl, über den Dingen zu schweben. Genau das macht den Reiz dieser Tour aus.
Bergtour auf den Hohen Riffler (3168 m): Alle Infos
Der Höchste im Verwall: Über aussichtsreiche Steige und vorbei an schroffen Wänden führt diese zweitägige Tour auf den Hohen Riffler (3168 m). Eine abwechslungsreiche Unternehmung inmitten hochalpiner Kulisse. Nicht fehlen darf die Übernachtung auf der urigen Edmund-Graf-Hütte.
Schwierigkeit: Bergtour, mittel, UIAA I
Dauer und Höhenmeter: 9:30 Std, 1920 Hm im Auf- und Abstieg (mit Übernachtung auf zwei Tage möglich)
Beste Zeit: Juli bis September.
Talort: Pettneu, 1222 m.





1 Kommentar
Kommentar schreibenUm das Gipfelkreuz zu erreichen und wieder zurückkommen in Sicherheit braucht es noch ein paar Körner zusätzlich.