Sexismus im Bergsport: Warum #MeToo auch hier Thema ist
Von wegen heile Bergsport-Welt: Macho-Sprüche, anzügliche oder obszöne Kommentare, übergriffiges Verhalten, sexuelle Belästigung, Missbrauch, Vergewaltigung. Auch im Bergsport ist das leider Thema. In den vergangenen Jahren haben das immer mehr Frauen öffentlich gemacht. Die Aufmerksamkeit wächst.

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Cecilie Skog über sexuelle Belästigung am Cho Oyu: #MeToo im Bergsport sichtbar@(zwischenHeadlineTag)>
Die Nacht im Lager II am Cho Oyu hatte sich Cecilie Skog anders vorgestellt. Die Ausnahmebergsteigerin und Abenteurerin aus Norwegen hatte sich im Jahr 2003 im Nachmonsun diesen 8188 Meter hohen Berg an der Grenze von Nepal und Tibet vorgenommen. Skog teilte das Zelt mit einem spanischen Bergsteiger.
Doch was mitten in der Nacht passierte, darauf war Skog, die als erste Frau überhaupt den Explorers Grand Slam für sich reklamieren konnte, weil sie sowohl auf dem Gipfel des Mount Everest gestanden als auch die beiden Pole zu Fuß erreicht hatte, nicht vorbereitet.
In ihrem Buch „Den Himmel berühren“ (Piper) schildert sie ihr Erlebnis so: "Mitten in der Nacht erwachte ich. Der Wind hatte zugenommen, und mein neuer Zeltgefährte hatte den Reißverschluss meines Schlafsacks geöfnet und begrapschte stöhnend meine Hüfte. Hilfe! Mein Herz klopfte, und ich hielt den Atem an.
"Macho-Gehabe und anzügliche Sprüche, obszöne Gesten oder unerwünschte Berührungen, sexuelle Anspielungen und Kommentare, die geeignet sind, einen anderen Menschen – meist eine Frau – einzuschüchtern oder gar zu demütigen, sexuelle Belästigungen, strafrechtlich relevante Vorkommnisse wie sexuelle Handlungen und auch Vergewaltigung.
Es wäre ein Trugschluss zu behaupten, im Bergsport gäbe es kein "Me-too". Und der Grat ist nicht so schmal, wie oft gemeint wird. Nur weil die Schwelle der Strafbarkeit nicht überschritten ist, heißt das noch lange nicht, dass etwas tolerabel ist oder toleriert werden muss.

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