Geglückte Rettung bei widrigsten Bedingungen

Wettlauf gegen das Unwetter: Erschöpfte Wanderin im Ötztal gerettet

Am 07. Juli 2025 gelang trotz widrigster Wetterbedingungen und einem Großaufgebot der Einsatzkräfte die Rettung einer erschöpften Wanderin in den Ötztaler Alpen.

Wettlauf gegen das Unwetter: Erschöpfte Wanderin im Ötztal gerettet
© IMAGO / Jan Eifert

Wettlauf gegen das Unwetter: Erschöpfte Wanderin im Ötztal gerettet

Laut Bericht der Alpinpolizei war die aus vier Personen bestehende Wandergruppe aus Deutschland gegen 8 Uhr morgens an der Bielefelderhütte aufgebrochen. Der Plan des 39 Jahre alten Mannes und den drei Frauen im Alter von von 47, 41 und 38 Jahren war eine sechstägige Durchquerung. Als Einstiegsetappe hatte sich die Gruppe den anspruchsvollen Wilhelm-Oltrogge-Weg zur Schweinfurter Hütte in Niederthai vorgenommen.

Etwa 200 Meter unterhalb der Niederreichscharte (Umhausen) sah sich die Wandergemeinschaft jedoch gegen 16:27 Uhr dazu gezwungen, einen Notruf abzusetzen. Das 38 Jahre alte Gruppenmitglied war so erschöpft, dass das Weitergehen nicht infrage kam. Zunächst wurde die Bergrettung Umhausen alarmiert, die aufgrund einer aufziehenden Schlechtwetterfront und der exponierten und abgelegenen Lage der Scharte einen Polizeihubschrauber anforderte.

Abstieg bei Schneefall, Regen, Graupelschauer und starkem Wind

Als dieser den Einsatzort anfliegen wollte, war es allerdings bereits zu spät: Bereits beim Eintreffen des Helis in Kühtai hatte sich das Wetter derart verschlechtert, dass eine Luftrettung nur unter höchster Gefahr für die Retter möglich wäre. Deshalb entschieden sich die Einsatzkräfte für eine terrestrische Rettung mit Start von der Kraftwerksbaustelle im Längental in Kühtai.

Gegen 19:30 Uhr erreichten die Einsatzkräfte die in Not geratene Wandergruppe. Ein weiterer nachalarmierter Notarzthubschrauber musste aufgrund des schlechten Wetters ebenfalls abdrehen. Deshalb machten sich Retter und Wanderer bei widrigsten Bedingungen an den Abstieg zu Fuß.

Bei Schneefall, Regen, Graupelschauer und starkem Wind erreichten alle Personen gegen 23 Uhr die Baustelle des Längentaltausee. Die Vierergruppe traf dort etwas unterkühlt, aber ansonsten unverletzt ein. Um 0:30 Uhr war der Einsatz beendet. Involviert waren die Bergrettung Umhausen, die Bergrettung Oetz, der Polizeihubschrauber, ein Notarzthubschrauber, sowie die Alpinpolizei.

Über den Wilhelm-Oltrogge-Weg

Der Wilhelm-Oltrogge-Weg von der Bielefelder Hütte zur Schweinfurter Hütte ist ein anspruchsvoller hochalpiner Steig, der absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition für 1500 Höhenmeter (mit Bergbahnauffahrt!) erfordert. Auf dem teilweise ausgesetzten Abschnitt zur Hochreichscharte muss eine Stelle mit Seilversicherung gemeistert werden. Dieser Höhenweg ist nur etwas für geübte Bergsteigerinnen und Bergsteiger!

Text von Lubika Brechtel

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