Bergunfall an der Hohen Geige

Im Abstieg noch Kontakt zur Familie: 26-Jährige tödlich abgestürzt

Am 5. August 2025 ist eine 26 Jahre alte Bergsteigerin an der Hohen Geige (3393 m) in den Ötztaler Alpen verunglückt. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

Im Abstieg noch Kontakt zur Familie: 26-Jährige tödlich abgestürzt
© IMAGO / Zoonar

Im Abstieg noch Kontakt zur Familie: 26-Jährige tödlich abgestürzt

Die 26-jährige Deutsche war am Unfalltag über den Normalweg zum Gipfel des Dreitausenders aufgestiegen. Für den Rückweg entschied sich die junge Frau für den Notabstieg, was sie ihrer Familie noch über einen Messenger mitteilte. Danach brach der Kontakt zu der Bergsteigerin ab. Die Alpinpolizei vermutet, dass die 26-Jährige im folgenden Steig vom Weg abkam und sich in steile, rutschige Rinne verstieg. Dort verlor sie den Halt und stürzte ab.

Nachdem die Angehörigen bis zum Abend keinen Kontakt mehr herstellen konnten, setzten sie gegen 21 Uhr die Rettungskette in Gang. Eine erste Suchaktion mit zehn Einsatzkräften der Bergrettung Innerpitztal musste aufgrund widrigster Wetterbedingungen (Starkregen, Graupelschauer, Steinlawinen) kurz nach Mitternacht abgebrochen werden.

Am folgenden Morgen setzten die Einsatzkräfte die Suche unter Beteiligung eines Polizeihubschraubers und der Alpinpolizei im Bereich der Hohen Geige fort. Gegen 11 Uhr konnte die Hubschrauberbesatzung eine leblose Person am Fuß des Notabstiegs lokalisieren. An der Unglücksstelle eingetroffen, stellten die Retter fest, dass es sich um die vermisste Deutsche handelt. Die Leiche wurde geborgen, zudem wurde eine Obduktion angeordnet.

Die Hohe Geige: Anspruchsvolle Bergtour im Pitztal

Die Hohe Geige ist ein 3393 Meter hoher Gipfel in den Ötztaler Alpen. Stützpunkt für die Besteigung ist die Rüsselsheimer Hütte (2323 m) über Plangeross im Pitztal. Über diese führt der Normalweg durch die Südwestflanke des Berges zum höchsten Punkt. Dieser wird aufgrund starker Steinschlaggefahr allerdings nur mehr als Notabstieg empfohlen. 

Die meisten Bergsteiger wählen deshalb die Route über den anspruchsvollen Westgrat. Der teils sehr exponierte Blockgrat weist Kletterstellen bis zum Schwierigkeitsgrad II. auf, stellenweise wurde der Anstieg drahtseilversichert. Eine weitere Route führt über den nordseitigen Rötkarferner und den Nordgrat (bis II) zum Gipfel.

Text von Lubika Brechtel

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