Bergung entgegen des eigenen Wunsches?

Verwirrung um Bergungsaktion: Laura Dahlmeiers Leichnam bleibt vorerst am Berg

Informationen ein Team sei unterwegs, um Dahlmeiers Körper vom Berg zu holen, sind unzutreffend.

Bild der temporären Gedenkstätte für die tödlich verunglückte Ex-Biathletin in Garmisch-Partenkirchen.
© picture alliance / Wagner | Ulrich Wagner

Pakistanischer Guide berichtet auf Social-Media von Bergungsaktion für Dahlmeier

Kaleem Shani ist ein pakistanischer Guide, der für "Karakorum Guides Pakistan" arbeitet, einem lokalen Trekking-Unternehmen, das Bergsteigern Touren im Karakorum ermöglicht. Am 31. Juli veröffentlichte er einen Post, der ihn mit Laura Dahlmeier und Seilpartnerin Marina Krauss zeigt, die unterwegs gewesen waren, um den Laila Peak zu besteigen. Wie bekannt endete die Expedition in einer Katastrophe: Dahlmeier verstarb am 28. Juli an dem 6096 Meter hohen Berg durch Steinschlag.

Der Körper Dahlmeiers wurde bislang nicht geborgen. Wegen der Steinschlaggefahr an der Unglücksstelle in 5.700 Metern Höhe schien weder eine terrestrische noch eine Bergung per Helikopter möglich. Für eine Bergung am langen Seil sind die Militärhubschrauber vor Ort nicht ausgerüstet. 

Zum anderen war es "Laura Dahlmeiers ausdrücklicher und niedergeschriebener Wille, dass in einem Fall wie diesem niemand sein Leben riskieren darf, um sie zu bergen", so Dahlmeiers Management nach dem Unfall. Thomas Huber, der sich an der Rettungsaktion für Dahlmeier beteiligt hatte, erklärte hierzu: "Als erfahrene Bergsteiger haben wir uns entschieden, sie soll bleiben. Weil es ihr Wunsch war."

Kaleem Shani erweckte nun den Eindruck, es sei aktuell doch die Entscheidung getroffen worden, den Körper der im Alter von nur 31 Jahren Verstorbenen vom Berg zu holen. Dies vekündete er am 14. September auf Facebook ("Update from Karakoram, Pakistan: A rescue operation is underway to recover @laura_dahlmeier’s body") und Instagram. Ein Bergungsteam sei am Berg unterwegs und es kursierten Gerüchte, es werde von einem bislang namentlich nicht genannten bekannten Bergsteiger angeführt. Viele deutsche Medien (auch alpin.de) verbreiteten diese Meldung.

Dementi: Vorerst keine Bergungsaktion für verunglückte Ex-Biathletin

Am 15. September nun das Dementi: Laut einer aktuellen Meldung bittet Kaleem Shani um Verzeihung für die Veröffentlichung offenbar falscher Informationen. "Ich hatte von einem Ortsansässigen die Information bekommen, dass ein Rettungsteam in der Gegend eingetroffen sei", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Zwischenzeitlich habe er erfahren, "dass meine Informationen unzutreffend waren, was mir leid tut".

Ein Mitorganisator von Dahlmeiers Tour erklärte gegenüber AFP, es gebe "keine Informationen über irgendeine Bergungsmission zur Bergung ihrer Leiche". Zugleich berichtete ein ranghoher Vertreter der Bezirksverwaltung von Ghanche, Dahlmeiers Vater habe dort schriftlich um eine Genehmigung für einen Drohnenflug über dem Unglücksort ersucht. "Aber hinsichtlich des Starts einer Bergungsaktion haben wir bislang keine Bestätigung", stellte er klar.

Dahlmeiers Management äußerte suish schriftlich zu den Berichten zu einer Bergung des Leichnams: "Bereits in der vergangenen Woche konnte ein Bergungsteam die Situation am Laila Peak erneut bewerten. Das Ergebnis ist, dass Laura Dahlmeiers Leichnam nicht geborgen wird", heißt es in dem Statement.

Text von Holger Rupprecht

6 Kommentare

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Lauras fan

Laura wird leider nicht mehr geborgen. Nach letzter Meldung ist ihr Leichnam unauffindbar und wahrscheinlich in einer Gletscherspalte unter Schutt begraben. Vielleicht gibt es im nächsten Sommer eine Überraschung und sie taucht wieder auf. Ich hoffe, dass sie demnächst vermehrt im Fernsehen auftaucht, wie die anderen verblichenen, verdient hätte sie es, was nicht ist kann ja noch werden.
Rest in peace, du cooler Socke!!!!!!!!!!!! ????????

Garmin expert

Die Uhr schafft je nach Einstellung 5 bis 15 Tage ein Signal zu senden. Allerdings kann man den Weg verfolgen, vermutlich hat der Steinschlag die Uhr zerstört.

Klettermax

Sie dürfte mittlerweile unter meterhohem Schnee begraben sein. Sollte dieser schmelzen, könnte sie wieder auftauchen, diesen Winter jedenfalls nicht mehr. Die Lösung liegt in der letzten Zeugin Marina krauss, die könnte noch wissen, wo das war. Ihr letzter Wille wird immer wahrscheinlicher.

In Liebe Laura

Mittlerweile stellt sich die Frage, ob man die Leiche überhaupt noch findet. Ihre Riesenuhr am handgelenk wird ja wohl einen GPS tracker haben und die Batterie ein paar Jahre halten, wenn die Uhr den Steinschlag überlebt hat, müsste man sie orten können. Der Wille zur Bergung ist jedenfalls da, das Geld genauso. RIG Laura, Rest in Garmisch Laura.

LangerHeinz

Als Bergsteiger als Vater - einfach ein emotional tragisches Unglück. Ich kenne weder das Testament noch die Beziehung von Laura zu ihren Eltern. Aber dort liegt der Schlüssel zur Antwort - Bergung JA oder NEIN. Ob der Leichnam von Laura dort oben ewige Ruhe findet - ich habe leider meine Zweifel

Trauerzug

Die kleine laura würde sagen :"Endlich rührt sich mal was, endlich Action" . Leider nur falscher alarm. Ich hoffe, dass wenigstens Lauras Vater sich gerührt hat und als Erbe ihres nicht geringen Vermögens entgegen ihrer Verfügung Laura nach garmisch holt. Sie hat ihren Tod in weiter Zukunft gesehen und die Steinschlaggefahr unterschätzt, sonst hätte sie bestimmt nicht "bis nächstes Jahr" gesagt. Auch im Interview wollte sie noch viele weitere Berge besteigen. Die jetzige Situation hätte sie sich nicht vorstellen können.