Erstbegehung nur wenige Tage später geglückt

Simon Messner und Martin Sieberer kehren Chumik Kangri den Rücken

Simon Messner und Martin Sieberer haben auf Instagram ihre Rückkehr aus Pakistan vermeldet. Ihr geplantes Ziel war die Erstbesteigung des 6745 Meter hohen Chumik Kangri. Nur wenige Tage nach Abreise der Seilschaft erreichte ein anderes Team den Gipfel.

Simon Messner und Martin Sieberer kehren Chumik Kangri den Rücken
© Simon Messner/Martin Sieberer

Simon Messner und Martin Sieberer kehren Chumik Kangri den Rücken

Erst nach ihrer Rückkehr gaben Messner und Sieberer ihr eigentliches Vorhaben preis: "Wir haben es geschafft, ein neues Gebiet in der Kaschmir-Region, Gilgit-Baltistan, zu erkunden. Unser Hauptziel war es, (...) den Chumik Kangri, zu erkunden, einen massiven, komplexen Berg, der noch nie zuvor bestiegen wurde."

Auf den Besuch der Region hatten viele Alpinisten gewartet. Jahrzehntelang war die Region für Ausländer gesperrt, da sie nahe von umstrittenen Grenzgebieten zu Indien liegt. 2025 waren erstmals wieder Klettergenehmigungen für die Region vergeben worden, was einige namhafte Alpinisten zu den unbestiegenen Gipfeln über dem Siachen-Gletscher lockte. Der Siachen galt aufgrund der häufigen Schusswechsel zwischen der indischen und der pakistanischen Armee lange als "das höchste Schlachtfeld der Welt".

Messners und Sieberers Vorhaben scheiterte laut den Kletterern selbst an mehreren Faktoren: "Wir hatten Schwierigkeiten, uns zu akklimatisieren, als wir bereit waren, wurde das Wetter schlecht und unsere geplante Route erwies sich als zu riskant. Nach drei Wochen haben wir die Reise abgebrochen", fasst die Seilschaft die Gründe des Rückzugs auf Instagram zusammen. Das eingespielte Duo war jedoch nicht das einzige Team mit dem Ziel, den Chumi Kangri (6745 m) erstmals zu erreichen.

<p>Martin Sieberer während der Expedition.</p>

Martin Sieberer während der Expedition.

© Simon Messner

Erstbesteigung um nur wenige Tage verpasst

Nur wenige Tage später, am 15. September, gelang einem anderen Team, bestehend aus Michal Czech und Wadim Yablonski aus Polen sowie Adam Kaniak aus der Slowakei, die Erstbesteigung des Gipfels. Falls die beiden Zurückgekehrten enttäuscht waren, ließen sie es sich zumindest auf den sozialen Medien nicht anmerken. "Alles in allem hatten wir eine tolle Zeit und das Team war fantastisch. Dieses Gebiet bietet so viel Potenzial für die nächsten Jahrzehnte", schrieb Sieberer am Ende des Posts.

Laut explorersweb.com blieben die Alpinisten auch nach der Abreise noch mit den anderen Teams in Verbindung. "Ich blieb nach unserem Abflug mit ihnen in Kontakt und wurde so über ihren Gipfelerfolg informiert. Ich freue mich sehr für sie", zitiert das Portal den 37-jährigen Sieberer. Zum Zeitpunkt des Gesprächs wartete Sieberer offenkundig auf weitere Details zur neuen Route. "Sie muss definitiv anspruchsvoll sein, da sie sich für die Südwand entschieden haben", sagte er.

Die Erstbegeher veröffentlichten zwischenzeitlich selbst mehrere Posts auf Instagram, in denen sie weitere Puzzleteile lieferten: "Die 1100 m lange Route umfasste zwei Biwaks in extrem dünner Luft und einen Abstieg, der ebenso anspruchsvoll war wie der Aufstieg", so die Bergsteiger. Sie tauften ihre Linie "The Great Gig in the Sky" und gaben an, die Route im Alpinstil über Fels und Eis erschlossen zu haben. Die Schwierigkeit gab Teammitglied Adam Kaniak mit M6/A1/ED1 an.

"Diese Expedition war der Inbegriff von Abenteuer", fügte er an. "Unsere Expedition war die erste in dieser Region seit 1978. Da es keine Fotos, Karten und Informationen gab, mussten wir alles selbst erkunden. Die gesamte Expedition wurde durch den schwierigen Zugang zur Wand und den anspruchsvollen Abstieg, bei dem wir etwa 20 Abseilstellen bewältigen mussten, zusätzlich erschwert. Die Route selbst bot viele schöne Seillängen in hochwertigem Fels, aber auch unzählige Meter in anspruchsvollem Berggelände. Bis zum Schluss war nicht sicher, ob wir es schaffen würden, vom Pfeiler in leichteres Gelände zu gelangen, das uns den Aufstieg bis ganz nach oben ermöglichen würde."

Text von Lubika Brechtel

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