Bergunglück in der Osterhorngruppe

Vor den Augen seiner Freunde abgestürzt: 15-Jähriger nach 100-Meter-Sturz schwer verletzt

Am 1695 Meter hohen Schmittenstein in der Osterhorngruppe hat sich am Donnerstag (06. November 2025) ein schwerer Bergunfall ereignet. Ein 15-Jähriger war etwa 100 Meter über steiles, felsdurchsetztes Gelände abgestürzt. Seine gleichaltrigen Freunde mussten den Unfall mitansehen, sie wählten den Notruf.

Vor den Augen seiner Freunde abgestürzt: 15-Jähriger nach 100-Meter-Sturz schwerstverletzt
© Bergrettung Hallein

Absturz während des Abstiegs

Laut Bericht en von Polizei und Bergrettung waren die Jugendlichen im Gemeindegebiet von Bad Vigaun (Tennengau) zu einer Wanderung auf den Schlenken (1648 m) aufgebrochen. Nachdem sie den Gipfel erreicht hatten, setzte das Trio die Tour zum Schmittenstein (1695 m) fort. Von dort begannen sie den Abstieg. Dabei gerieten sie in unwegsames Gelände, wo einer der Jugendlichen den Halt verlor und ausrutschte.

In der Folge stürzte der 15-Jährige vor den Augen seiner gleichaltrigen Freunde etwa 100 Meter ab. Die beiden setzten sofort die Rettungskette in Gang, woraufhin sich Einsatzkräfte der Bergrettung Hallein umgehend auf den Weg zu dem Verletzten begaben. Dessen Zustand schien zunächst stabil, verschlechterte sich jedoch im Laufe des Einsatzes zusehends. Eine nächtliche Hubschrauberbergung war jedoch trotz der intensiven Bemühungen des Einsatzleiters nicht möglich.

<p>Der Zustand des Verletzten verschlechterte sich zusehends.</p>

Der Zustand des Verletzten verschlechterte sich zusehends.

© Bergrettung Hallein

Ein Sanitäter versorgte den 15-Jährigen bestmöglich, während ein Notarzt zu Fuß zum Unfallort aufstieg. "Durch gutes Teamwork und den Einsatz unseres ortsstelleneigenen Sanitäters konnte der Patient mittels Trage durch das schwierige Gelände abtransportiert und vor der Verladung beim Hubschrauber notärztlich versorgt werden, bevor der Weitertransport ins Klinikum Schwarzach erfolgte", teilte die Bergrettung via Social Media mit. Und fügte an: "Solche Einsätze zeigen, wie wichtig eingespielte Abläufe, klare Kommunikation und regelmäßige Übungen sind – damit im Ernstfall jede Minute zählt."

Die beiden unverletzten Tourenpartner des Jugendlichen wurden von den Bergrettern sicher zur Tenneralm begleitet.

Über die Wanderung zu Schlenken und Schmittenstein

Die eher kurze und bei guten Verhältnissen unschwierige Wanderung von Hallein auf Schlenken und den benachbarten Schmittenstein ist ein beliebtes Ausflugsziel während der Sommer- und Herbstmonate. Meist wird der Rundweg über das Halleinerhaus (1150 m) gewählt. Je nach Verhältnissen kann die Tour auch bei wenig Schnee als Winterwanderung oder bei guter Schneelage als Skitour begangen werden.

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Wanderungen im Spätherbst: Darauf müsst ihr achten

Diese grundlegenden Hinweise müsst ihr bei Bergtouren im Spätherbst beachten:

  • Ausrüstung: Erste-Hilfe-Set, Stirnlampe (!), warme Kleidung, Mütze, Handschuhe, Rettungsdecke, Biwaksack, Riegel und (warmes) Getränk gehören wie ein voll geladenes Handy und gegebenfalls eine zusätzliche Powerbank in jeden Rucksack!

  • Am besten hat man auch Gamaschen und Grödel dabei, für den Fall, dass man auf Schnee trifft. Auch Stöcke (mit Schneetellern) sind hilfreich.

  • Aktuelle Wetter- und Lawinenberichte prüfen, auch unterwegs!

  • Schneefallgrenzen (Süd- und Nordexposition oft unterschiedlich) und Temperaturen berücksichtigen!

  • Tour realistisch planen: Dauer, Höhenmeter und Schwierigkeit an Verhältnisse und eigene Kondition anpassen. Gegenüber dem Sommer stark verringerte Stundenzahl an Tageslicht bedenken.

  • Route mitteilen: Angehörige oder Freunde informieren, wohin man geht und wann man zurück sein will. Bei Überschreitung des Rückkehrzeitpunktes Rettungskette vereinbaren.

Text von Lubika Brechtel

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