Drittes Gruppenmitglied rettet beide Verschütteten

Lawinenunfall bei Ischgl: Zwei Tourengeher von Schneebrett erfasst und verschüttet

Bei einem Lawinenunfall oberhalb des Ischgler Ortsteils Mathon sind zwei deutsche Tourengeher vollständig verschüttet worden. Ein dritter Begleiter konnte beide mithilfe des LVS rasch orten und ausgraben.

Der verletzte Tourengeher wurde per Rettungshubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen (Symbolbild).
© IMAGO / Daniel Scharinger

Lawinenabgang oberhalb von Mathon

Im Bereich der Berglealpe oberhalb des Ischgler Ortsteils Mathon hat sich am 17. Februar 2026 gegen 12:30 Uhr ein Lawinenunfall ereignet. Laut Polizei Tirol löste sich rund zwanzig bis dreißig Meter oberhalb einer dreiköpfigen deutschen Tourengruppe ein Schneebrett. Die Gruppe befand sich zu diesem Zeitpunkt im Aufstieg. Aufgrund geschlossener Pisten und der Wetterlage hatten sie sich für eine Skitour entschieden.

Zwei Personen vollständig verschüttet

Während der 56-Jährige eine Spitzkehre ausführte, erfassten die Schneemassen ihn sowie eine 28-jährige Begleiterin. Beide lösten ihren Lawinen-Airbag aus, wurden jedoch vollständig verschüttet. Der dritte Tourengeher, ein 31-jähriger Deutscher, blieb unverletzt und begann sofort mit der Kameradenrettung. Mithilfe des LVS gelang es ihm, beide Verschütteten rasch zu orten und auszugraben.

Der 56-Jährige erlitt Verletzungen unbestimmten Grades am rechten Oberschenkel und wurde per Rettungshubschrauber in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen. Die 28-Jährige sowie der 31-Jährige blieben unverletzt. Die Polizei Tirol bestätigte, dass die Gruppe Abstand im Aufstieg gehalten hatte, um die Schneedecke möglichst wenig zu belasten.

LVS-Suche: So geht's richtig
Die Lawinenverschüttetensuche in Bildern
LVS-Suche: So geht's richtig

Bei der Suche nach einem Lawinenverschütteten zählt jede Sekunde. Wir zeigen euch die LVS-Suche in 5 Schritten und was ihr von der Signal- über die Grob bis zur Feinsuche beachten müsst. Unsere Galerie ersetzt dabei aber keinen LVS-Kurs und auch nicht das praktische Üben. Denn nur, wenn ihr die Suche regelmäßig übt, wisst ihr im Notfall auch schnell, was zu tun ist!

zur Galerie

Einschätzung der Lawinensituation

Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte im Paznauntal eine angespannte Schneesituation – Lawinenwarnstufe 4 über 1800 m. Schneebrettlawinen gelten in steilerem Gelände als typische Gefahrenquelle, insbesondere bei Triebschneeansammlungen. Experten betonen, dass selbst korrektes Verhalten wie Abstände im Aufstieg und das Tragen eines Lawinen-Airbags keine vollständige Sicherheit bieten.

Text von Robert Scheitzeneder

0 Kommentare

Kommentar schreiben