Bereits im Aufstieg gesundheitliche Probleme

Erschöpft am Großglockner (3798 m): Bergsteigerpaar per Hubschrauber gerettet

Trotz gesundheitlicher Probleme und schwieriger Verhältnisse erreichte ein Bergsteigerpaar am 12. April 2026 den Gipfel des Großglockners. Der Abstieg endete dann allerdings mit einer aufwendigen Rettung.

Erschöpft am Großglockner (3.798 m): Bergsteigerpaar per Hubschrauber gerettet (Symbolbild)
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Eine Skihochtour auf den Großglockner hat für ein österreichisches Bergsteigerpaar einen kräftezehrenden Verlauf genommen: Eine 28-jährige Frau und ihr 31-jähriger Begleiter waren in den frühen Morgenstunden gegen 5:45 Uhr vom Parkplatz des Lucknerhaus in Richtung Gipfel aufgebrochen. Beide waren mit vollständiger Ski- und Hochtourenausrüstung unterwegs.

Bereits während des Aufstiegs verschlechterten sich bestehende gesundheitliche Probleme der Frau. Dennoch setzte das Duo die Tour fort und erreichte gegen 13 Uhr den Gipfel. Die anschließende Abfahrt gestaltete sich angesichts der vorherrschenden Schneeverhältnisse äußerst anspruchsvoll. Die stark durchfeuchtete Schneedecke verlangte den Alpinisten körperlich alles ab.

Im Verlauf des Abstiegs nahm die Erschöpfung bei beiden kontinuierlich zu, während sich der Zustand der 28-Jährigen weiter verschlechterte. Gegen 20:10 Uhr kam die Frau auf etwa 2700 Metern Höhe unterhalb der Stüdlhütte schließlich nicht mehr weiter. Ihr Begleiter setzte daraufhin einen Notruf ab. Aufgrund der hohen Lawinengefahr war ein bodengebundener Einsatz nur eingeschränkt möglich.

Der Notarzthubschrauber "RK1" aus Kärnten wurde angefordert und konnte die beiden Alpinisten gegen 21 Uhr mittels Windenrettung aus dem Gelände bergen und ins Tal fliegen. Dort wurden sie von Einsatzkräften der Polizeiinspektion Matrei in Osttirol übernommen. Trotz der extremen Erschöpfung blieben beide unverletzt und benötigten keine weitere medizinische Versorgung. Im Einsatz standen neben dem Hubschrauber die Bergrettung Kals am Großglockner, die Alpinpolizei sowie die Polizei Matrei in Osttirol.

Mit Ski auf den Großglockner: Anspruchsvolle und hochalpine Tour

Der Großglockner (3798 m) ist nicht nur Österreichs höchster Berg, sondern auch eines der begehrtesten Ziele für ambitionierte Skitourengeher. Die klassische Route von Kals am Großglockner zählt zu den eindrucksvollsten Skihochtouren der Ostalpen. Sie verlangt neben Kondition vor allem Erfahrung im hochalpinen Gelände. Ausgangspunkt ist meist das Lucknerhaus (ca. 1920 m). Von dort führt der Anstieg über Luckner- und die Stüdlhütte (2802 m), die als wichtiger Stützpunkt dient.

Der weitere Weg verläuft über Ködnitzkees, Klettersteig und Adlersruhe über Glocknerleitl und Kleinglockner zum Gipfel. Der finale Anstieg erfolgt zu Fuß über den teils ausgesetzten Grat – eine Passage, die absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und ggf. sichere Seiltechnik erfordert. Das sind die Voraussetzungen für eine sichere Begehung:

  • Kondition: Sehr hoch – lange Aufstiegszeiten (6–10 Stunden) und zusätzlich anspruchsvoller Abstieg

  • Technik: Sicheres Gehen mit Steigeisen und Pickel, Erfahrung im kombinierten Gelände

  • Orientierung und Lawinenbeurteilung: Essenziell, besonders bei tageszeitlicher Erwärmung

Der Großglockner in Bildern
Österreichs höchster Berg
Der Großglockner in Bildern

Der Großglockner zum Genießen in Bildern.

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5 Tipps für eine erfolgreiche Großglockner-Besteigung:

  • 1. Früh starten: Ein zeitiger Aufbruch (oft zwischen 3 und 5 Uhr) ist entscheidend, um stabile Schneeverhältnisse zu nutzen und vor der Erwärmung wieder im sicheren Gelände zu sein.

  • 2. Verhältnisse genau prüfen: Lawinenlagebericht, Wetterprognose und aktuelle Bedingungen am Berg müssen sorgfältig bewertet werden. Besonders kritisch sind warme Temperaturen und durchfeuchtete Schneedecke in den steileren Passagen.

  • 3. Ausrüstung: Zur Standardausrüstung gehören LVS-Gerät, Sonde, Schaufel, Gletscherausrüstung (Seil, Gurt, Karabiner), Steigeisen, Pickel sowie Helm.

  • 4. Realistische Selbsteinschätzung: Die Tour ist nur für erfahrene Skibergsteiger geeignet. Wer unsicher ist, sollte einen staatlich geprüften Berg- und Skiführer buchen.

  • 5. Reserven einplanen: Zeitliche und körperliche Reserven sind entscheidend. Viele Notfälle entstehen durch Überforderung oder zu späten Aufbruch.

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