Vom Gewitter überrascht: Wanderer rettet sich am Hochschwab in Biwakschachtel
Der Wiener war nach Polizeiangaben über das Trawiestal auf den Hochschwab aufgestiegen, beim Abstieg geriet er gegen 14 Uhr in eine Gewitterfront. In der exponierten Hochfläche verschlechterten sich die Bedingungen rasch, weshalb der 19-Jährige Schutz in einer Biwakschachtel suchte und von dort einen Notruf absetzte.
Gemeinsam mit der Bergrettung Thörl und der Alpinpolizei wurde eine Rettungsaktion eingeleitet. Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen war ein sofortiger Hubschraubereinsatz zunächst nicht möglich. Erst nach einer Wetterbesserung konnte der Polizeihubschrauber zur Biwakschachtel fliegen und den durchnässten sowie unterkühlten Wanderer aufnehmen und ins Tal fliegen.
Hochschwab: Anspruchsvolles Gelände mit schnellen Wetterumschwüngen
Der Hochschwab liegt in den nördlichen Kalkalpen der Steiermark und zählt zu den markantesten Gebirgsgruppen Ostösterreichs. Charakteristisch ist das weitläufige, verkarstete Hochplateau mit Gipfeln über 2000 Metern, das sich zwischen den Tälern rund um Thörl, Tragöß und Wildalpen erstreckt. Für Bergsteiger spielt der Hochschwab eine wichtige Rolle:
Das Gebiet bietet eine große Bandbreite an Touren – von langen, alpinen Wanderungen über klassische Klettersteige bis hin zu anspruchsvollen Winter- und Skitouren. Gleichzeitig verlangt das Gelände durch seine Weitläufigkeit, spärliche Infrastruktur und oft rasche Wetterumschwünge eine gute Orientierung, solide Planung und Erfahrung. Gerade auf dem Plateau kann sich das Wetter schnell ändern, Rückzugsmöglichkeiten sind begrenzt, Situationen wie im aktuellen Fall sind daher keine Seltenheit.
Biwakschachteln sind kleine Notunterkünfte und als solche bewusst einfach gehalten und dienen in erster Linie als Schutzraum bei Wettersturz oder Notfällen, nicht als reguläre Übernachtungsplätze wie Hütten. Gerade wegen der Größe und Abgeschiedenheit spielen sie eine wichtige Rolle: Bei plötzlichen Wetterumschwüngen – etwa Gewittern, Nebel oder Schneefall – können sie im Ernstfall entscheidend sein.


3 Kommentare
Kommentar schreibenSorry - aber ich verstehe das Konzept nicht: ich werde von schlechtem Wetter überrascht (ist ja auch April, also ungefähr Hochsommer) und schaffe es in die Biwakschachtel.
Eigentlich ist doch die Idee, dass ich da mehr oder minder (un-)komfortabel warte, bis es besser wird. Ich habe ja warme Schutzkleidung und Notproviant dabei (ist ja alpin und April...), oder? Und am nächsten, besseren Tag steige ich mit knurrendem Magen ab, vielleicht im Regen, aber nicht mehr im Unwetter.
Wofür braucht es da eine Heilrettung? Oder war ich vielleicht im April alleine, ohne Schutzkleidung und Proviant unterwegs in einem Terrain, dass ich mir nicht hätte zutrauen sollen?
Habe ich hier mal Worte wie Eigenverantwortung, Durchhaltevermögen, Vorsicht und Vorsorge, Respekt vor dem Berg gehört?
Ja, als ob man vorher kein Wetter studiert. Was sind das für Leute, es gibt zich Apps zich Geräte und der Biologische Verstand. Was ist mit den Leuten los.
Von Gewitterfront überrascht.
Das kann an dem Wochenende nur jemandem passieren, der auf Vorbereitung und Wetterbericht pfeift.
Die Kaltfront war Tage vorher angekündigt.