Vorsicht am Matterhorn

Nach Felssturz: Bergführer stoppen geführte Matterhorn-Besteigungen

Nach einem Felssturz an der Südwand des Matterhorns haben die italienischen Bergführer sämtliche geführten Besteigungen bis auf Weiteres eingestellt. Neben dem Felssturz nennen sie auch die anhaltend instabile Wetterlage mit häufigen Gewittern als Grund für den vorläufigen Stopp.

Auf der Südseite des Matterhorns kam es am 05. August 2026 zu einem größeren Felssturz. (Symbolfoto)
© IMAGO / Eibner

Nach Felssturz: Bergführer stoppen geführte Matterhorn-Besteigungen

Nach einem Felssturz am 05. August 2026 an der Südwand des Matterhorns haben die Bergführer der italienischen Società Guide del Cervino alle geführten Besteigungen bis auf Weiteres ausgesetzt. Neben dem Felssturz hätten auch die anhaltend schlechten Wetterbedingungen mit wiederholten Gewittern zu dieser Entscheidung geführt.

Damit bestätigen nun auch die italienischen Bergführer die derzeit außergewöhnlich schwierigen Verhältnisse am Matterhorn. Bereits vor dem aktuellen Felssturz hatten Mitte Juli die Zermatter Bergführer wegen der ungewöhnlich hohen Steinschlaggefahr infolge der Hitze eindringlich von einer Besteigung des 4.478 Meter hohen Gipfels abgeraten.

Liongrat unbeschädigt – trotzdem keine Führungen

Nach Angaben der Bergführer wurde der italienische Normalweg über die Cresta del Leone (Liongrat) durch den Felssturz nicht beschädigt. Die derzeit instabilen Verhältnisse am Berg lassen aus ihrer Sicht jedoch keine verantwortbaren geführten Besteigungen zu. Bis sich die Situation stabilisiert habe und wieder sichere Bedingungen herrschten, werde Alpinisten von einer Besteigung des Matterhorns ausdrücklich abgeraten.

Carrel-Hütte bleibt als Biwak geöffnet

Die Carrel-Hütte bleibt weiterhin als Biwak für Bergsteiger zugänglich. Die Hütte ist derzeit jedoch nicht bewirtschaftet, sodass keine Betreuung vor Ort erfolgt.

Wann geführte Besteigungen wieder möglich sein werden, wollen die Bergführer von der weiteren Entwicklung am Berg abhängig machen.

Der Verzicht der Bergführer ist kein rechtlich bindendes behördliches Besteigungsverbot. Erfahrene Alpinisten könnten das Matterhorn weiterhin auf eigene Verantwortung begehen. Die Empfehlung der lokalen Bergführer gilt jedoch als wichtiger Maßstab für die Einschätzung der aktuellen Verhältnisse.

Steinschlag gehört zu den größten Gefahren am Matterhorn

Das Matterhorn zählt zu den bekanntesten Viertausendern der Alpen und wird jährlich von mehreren tausend Alpinistinnen und Alpinisten bestiegen. Vor allem in den Sommermonaten können Hitze, auftauender Permafrost und Gewitter die Steinschlaggefahr deutlich erhöhen. Bergführer empfehlen daher, aktuelle Verhältnisse stets zu prüfen und Hinweise der lokalen Bergführerorganisationen zu beachten.

Matterhorn: Die Erstbesteigung am 14. Juli 1865 in Bildern
Triumph und Tragödie
Matterhorn: Die Erstbesteigung am 14. Juli 1865 in Bildern

Am 14. Juli 1865 gelang es einer siebenköpfigen Seilschaft unter Führung des Briten Edward Whymper erstmals, den Gipfel des Matterhorns zu erreichen. Auf den Triumph folgte beim Abstieg die Tragödie.

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3 Kommentare

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Kickl-Fan

@Bruno:
- Mehrfach
- Ja
- Nichts

Aber danke für die Antwort. Immer wieder ein Genuss.

Bruno

@Kickl-Fan, Ihr Beitrag evozierte in mir drei Fragen:
- Waren Sie schon einmal in Zermatt?
- Gehen Sie in Wien in die Berge?
- und zuguterletzt: Was hat Ihr Beitrag mit dem Artikel über Felssturz am Matterhorn gemein?
Danke für eine vernünftige Antwort, Bruno

Kickl-Fan

Schweiz allgemein und Wallis im besonderen sind schon ganz tolle Flecken Erde. Man hat dort so schön seine Ruhe, das ist kein Moloch wie in Wien.