100 Meter abgestürzt

Auf schmalem Steig Gleichgewicht verloren: 36-Jähriger stürzt im Zillertal in den Tod

Bei einer Bergtour in den Zillertaler Alpen ist ein 36-jähriger Deutscher tödlich verunglückt. Beim Abstieg von der Mörchnerscharte verlor der Wanderer auf einem schmalen Steig das Gleichgewicht und stürzte rund 100 Meter über felsiges Gelände ab.

Rettungshelikopter im Einsatz (Symbolbild)
© IMAGO / Michael Kristen

Wanderer verliert auf schmalem Steig den Halt

Ein 36 Jahre alter Wanderer aus Nordrhein-Westfalen ist am Donnerstag (13. August 2026) bei einer Bergtour in den Zillertaler Alpen ums Leben gekommen. Der Mann war gemeinsam mit seinem Schwiegervater und zwei Schwägern im Bereich der Mörchnerscharte bei Mayrhofen unterwegs. Die vier Männer aus dem Hochsauerlandkreis waren über den Normalweg zur mehr als 2800 Meter hoch gelegenen Scharte aufgestiegen. Beim anschließenden Abstieg in Richtung Floitengrund ereignete sich gegen Mittag der Unfall.

Nach Angaben der Tiroler Polizei kam der 36-Jährige im unteren Drittel des Abstiegs in einer Kurve mit einem Fuß vom Steig ab. Dabei verlor er das Gleichgewicht und konnte sich nicht mehr an einem dort angebrachten Stahlseil festhalten. Der Wanderer stürzte anschließend zwischen 50 und 100 Metern über steiles und teilweise felsdurchsetztes Gelände ab. Während ein Mitglied der Gruppe die Rettungskräfte alarmierte, stiegen die beiden anderen Männer zu dem Verunglückten ab und begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Rettungsversuche bleiben erfolglos

Auch die Besatzung eines alarmierten Notarzthubschraubers setzte die Reanimation fort. Der 36-Jährige konnte jedoch nicht mehr gerettet werden und starb noch an der Unfallstelle. Der Leichnam wurde anschließend von einem Polizeihubschrauber mit einem Tau geborgen. Im Einsatz standen neben den Hubschrauberbesatzungen unter anderem die Bergrettung Ginzling, Alpinpolizei, Polizei Mayrhofen und das Kriseninterventionsteam.

Anspruchsvolles Gelände rund um die Mörchnerscharte

Die rund 2870 Meter hohe Mörchnerscharte liegt in den Zillertaler Alpen und ist vor allem als wichtiger Übergang auf dem Berliner Höhenweg bekannt. Die anspruchsvolle Etappe verbindet die auf 2044 Metern gelegene Berliner Hütte mit der Greizer Hütte (2227 m). Von der Berliner Hütte führt der Weg zunächst am Schwarzsee vorbei hinauf zur Scharte und anschließend steil hinunter in den Floitengrund. Mehrere Passagen sind mit Stahlseilen gesichert, im Abstieg helfen zudem Leitern über besonders steile Stellen. 

Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung sind auf diesem Abschnitt erforderlich. Gerade die langen Auf- und Abstiege zwischen den Hütten verlangen neben guter Kondition dauerhaft hohe Konzentration. Auf steilen oder ausgesetzten Passagen können bereits kleine Fehltritte schwerwiegende Folgen haben. Für solche Touren sollten deshalb auch für den Abstieg ausreichend Zeit und Kraftreserven eingeplant werden.