Der Klimawandel verändert die Bedingungen am Berg
Was früher als außergewöhnliche Entwicklung galt, wird im Alpenraum zunehmend zur Realität: hohe Temperaturen bis in große Höhen, eine hohe Nullgradgrenze, schmelzende Eis- und Gletscherbereiche sowie zunehmende Steinschlaggefahr.
"Der Klimawandel ist in den Alpen keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Bergsportlerinnen und Bergsportler erleben seine Folgen unmittelbar vor Ort. Umso wichtiger ist es, Touren flexibel zu planen, aktuelle Informationen einzuholen und Entscheidungen konsequent an die tatsächlichen Verhältnisse anzupassen", sagt Stefan Winter, Ressortleiter Sportentwicklung beim DAV.
Gerade bei Hochtouren können Veränderungen innerhalb weniger Tage entscheidend sein. Eine Route, die unter bestimmten Bedingungen problemlos begehbar war, kann nach einer längeren Hitzeperiode deutlich anspruchsvoller werden.
Hitze verschiebt die Bedingungen für Hochtouren
Die hohen Temperaturen wirken sich nicht nur auf Eis und Fels aus. Auch die Belastung für Bergsteiger nimmt zu. Lange Anstiege in der Sonne erhöhen das Risiko von Erschöpfung und Dehydrierung. Gleichzeitig können Gewitter, Starkregen, Muren und Hangrutsche die Verhältnisse zusätzlich verschärfen.
Der DAV weist deshalb darauf hin, dass nicht allein der Kalender darüber entscheiden sollte, wann eine bestimmte Tour sinnvoll ist. Klassische Hochtouren können heute zu anderen Jahreszeiten bessere Bedingungen bieten als früher. Gleichzeitig sind die Verhältnisse von Jahr zu Jahr unterschiedlich.
Tourenplanung beginnt mit aktuellen Informationen
Eine gute Vorbereitung umfasst deshalb mehr als die Berechnung von Gehzeit und Höhenmetern. Wetterprognose und aktuelle Verhältnisse gehören ebenso dazu wie Informationen über Wegsperrungen, Hüttenzustiege oder Veränderungen an Gletschern und Fels.
Dabei sollten auch die vergangenen Tage und Wochen betrachtet werden: Eine kurze Kälteperiode bedeutet nicht automatisch, dass sich die Folgen einer längeren Hitzephase bereits erledigt haben.
Der DAV nennt als Beispiel den Hochvogel in den Allgäuer Alpen. Dort haben sich Veränderungen am Gipfelbereich so deutlich gezeigt, dass inzwischen Gefahrenbereiche gekennzeichnet und einzelne Wege gesperrt wurden. Für die Tourenplanung bedeutet das: Nicht nur die Route, sondern auch das Datum der Beschreibung und die Aktualität der Informationen sind entscheidend.
Für die Recherche empfiehlt der DAV unter anderem die Seiten von Hütten, Bergführern und regionalen Stellen sowie aktuelle Webcams. Auch bei Informationen aus sozialen Netzwerken sei es wichtig, deren Aktualität und Herkunft kritisch zu prüfen.
Aktuelle Hinweise zu Sperrungen und Gefahren können außerdem über den Bereich "Bedingungen" auf alpenvereinaktiv.com abgerufen werden.
Früh starten und Alternativen einplanen
Bei hohen Temperaturen empfiehlt der DAV einen möglichst frühen Start. Während der Tour sollten Bergsteiger die Verhältnisse laufend beobachten und bereit sein, die geplante Route zu ändern oder abzubrechen. Dazu gehört auch ein Plan B. Wenn ein Zustieg wegen Steinschlag, Gewitter oder veränderter Gletscherverhältnisse nicht mehr sinnvoll erscheint, sollte eine Alternative bereits vor dem Start feststehen.
Auch die Ausrüstung lässt sich an die Bedingungen anpassen. Bei großer Hitze gehören ausreichend Flüssigkeit, Sonnenschutz und geeignete Kleidung zur Grundausstattung.




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