Schutz vor Bettwanzen

Bettwanzen auf Berghütten: Allgäuer Hütten verschärfen die Regeln

Bettwanzen werden auf Berghütten zunehmend zum Problem. Die Allgäuer Alpenvereinssektionen reagieren nun mit deutlich strengeren Regeln: Auf den Berghütten der Sektionen Allgäu-Kempten, Allgäu-Immenstadt, Oberstdorf und Landsberg soll zukünftig der sogenannte "BugBag" verhindern, dass Bettwanzen über Rucksäcke und Kleidung in die Schlafräume eingeschleppt oder von Hütte zu Hütte weitergetragen werden.

Auch die Rappenseehütte führt neue Regeln gegen Bettwanzen ein!
© IMAGO / Westend61

BugBag auf den Hütten der Allgäuer Sektionen

Die gemeinsame Lösung der Allgäuer Sektionen ist ein großer Plakstik-Schutzsack, in dem Rucksack und Ausrüstung im Schlafbereich verstaut werden. Damit soll verhindert werden, dass Bettwanzen aus dem Gepäck in die Unterkunft gelangen – oder sich umgekehrt in Rucksack und Kleidung einnisten und anschließend zur nächsten Hütte mitgenommen werden.

Wer bereits einen geeigneten Sack besitzt, kann diesen selbst mitbringen. Auf den Hütten werden entsprechende BugBags für 3 Euro angeboten. Die Regel gilt auf den Berghütten der Sektionen Allgäu-Kempten, Allgäu-Immenstadt, Oberstdorf und Landsberg.

  • Rappenseehütte (2.091 m): Die größte Schutzhütte des DAV in den Allgäuer Alpen.

  • Kemptner Hütte (1.844 m):  Bekannter Stützpunkt am Fernwanderweg E5.

  • Tannheimer Hütte (1.713 m): In den Tannheimer Bergen, im Sommer 2024 neu eröffnet.

  • Prinz-Luitpold-Haus (1.846 m): Traditionsreiche Berghütte am Hochvogel.

  • Edmund-Probst-Haus (1.932 m): Direkt an der Bergstation der Nebelhornbahn bei Oberstdorf. Basis für den Hindelanger Klettersteig.

  • Waltenberger Haus (2.085 m): Die kleinste DAV-Schutzhütte in den Oberstdorfer Bergen.

  • Kaufbeurer Haus (1.432 m): Selbstversorgerhütte in den Allgäuer Alpen.

  • Fiderepasshütte (2.067 m): direkt auf der deutsch-österreichischen Grenze zwischen Kleinwalsertal und Rappenalptal: Basis für den Mindelheimer Klettersteig.

  • Landsberger Hütte (1.810 m): Im Naturschutzgebiet Vilsalpsee in den Tannheimer Bergen.

<p>Bettwanze auf Stoff</p>

Bettwanze auf Stoff

© Bedbug Foundation

Rappenseehütte: Rucksack nur noch im BugBag

Auch auf der Rappenseehütte in den Allgäuer Alpen kommt dieses System zum Einsatz. Rucksäcke dürfen dort nur noch verpackt in die Zimmer beziehungsweise Schlafräume gebracht werden.

Hüttenwirt und Bergführer Dominik Müller sieht die derzeitige Lösung mit Plastiksäcken allerdings noch nicht als optimal an. Gerade weil es erheblich Müll produziert. Kurzfristig habe sich jedoch keine bessere praktikable Möglichkeit gefunden.

Das Ziel der Regelung ist klar: Der Rucksack selbst soll im Schlafraum nicht mehr offen herumstehen und damit als möglicher Transportweg für Bettwanzen dienen.

<p>Bettwanzen hinter Schrank.</p>

Bettwanzen hinter Schrank.

© Bedbug Foundation

Memminger Hütte geht noch einen Schritt weiter

Auf der Memminger Hütte wird das Prinzip noch konsequenter umgesetzt. Dort soll der Rucksack nach Möglichkeit gar nicht erst mit in den eigentlichen Schlafbereich gelangen.

Dafür wurde jetzt ein eigener Aufbewahrungsbereich eingerichtet. Rucksack, Bergschuhe, Jacken und weitere Ausrüstung bleiben dort, während nur die für die Nacht benötigten Dinge mit in den Schlafraum genommen werden.

Damit ergänzt die Memminger Hütte die gemeinsame BugBag-Strategie um eine zusätzliche räumliche Trennung von Gepäck und Schlafraum.

Bettwanzen reisen im Gepäck mit

Bettwanzen können weder fliegen noch springen. Sie verbreiten sich vor allem als blinde Passagiere in Kleidung, Rucksäcken, Taschen und Schlafausrüstung. Gerade bei mehrtägigen Hüttentouren ist das problematisch: Ein einzelnes Tier kann unbemerkt von einer Unterkunft zur nächsten transportiert werden. So können sich Bettwanzen entlang stark frequentierter Hüttenrouten weiterverbreiten.

Mit mangelnder Hygiene hat ein Befall dabei nichts zu tun. Bettwanzen können grundsätzlich überall auftreten, wo viele Menschen übernachten.

<p>Ein Drybag im Einsatz als Schutz vor Bettwanzen.</p>

Ein Drybag im Einsatz als Schutz vor Bettwanzen.

© DAV/ Marisa Koch

So können Hüttengäste Bettwanzen vorbeugen

Wer auf Hüttentour unterwegs ist, kann selbst einiges dazu beitragen, Bettwanzen nicht weiterzuverbreiten. Der DAV empfiehlt: 

  • Rucksäcke möglichst nicht direkt am Schlafplatz abzustellen und Gepäck sowie Kleidung in verschließbaren Beuteln aufzubewahren.

  • Vor und nach der Tour lohnt sich außerdem eine gründliche Kontrolle des Gepäcks, idealerweise durch Ausleeren in Badewanne oder Dusche.

  • Hüttenschlafsack und waschbare Kleidung sollten regelmäßig bei mindestens 40, besser 60 Grad gewaschen werden.

  • Nicht waschbare Gegenstände lassen sich beispielsweise drei Tage bei minus 18 Grad einfrieren.

Wer auf einer Hütte Bettwanzen, Häutungsreste, kleine Blutflecken oder andere Verdachtszeichen entdeckt, sollte umgehend das Hüttenteam informieren. Wichtig ist zudem, die jeweiligen Regeln der Hütte – etwa zur Nutzung von BugBags oder zur Gepäckaufbewahrung – konsequent einzuhalten.