Sportklettern in "Down Under"

Neue 9b: Alex Megos erschließt Australiens schwerste Kletterroute

Alex Megos hat in Australien die Erstbegehung von "Slice of Heaven" (37/9b) geschafft. Die kurze, 15 Meter lange Sportkletterroute im Gebiet Cheesedale bei Nowra ist die erste Route dieses Grades in Australien. Auf seiner Reise sammelte der Franke zudem Wiederholungen und weitere Erstbegehungen bis 8c+.

Alex Megos in "Slice of Heaven"
© Talia Suh

Alex Megos mit Australiens erster 9b

Alex Megos hat in Australien die Erstbegehung von "Slice of Heaven" im Klettergebiet Cheesedale in New South Wales geschafft. Mit dem von ihm vorgeschlagenen Grad 37 ist die Route nach bisherigem Stand die erste 9b Australiens.

Die Route ist kurz und steil. Megos beschreibt sie als rund 20 Züge lange Linie mit kräftigem Beginn und sehr gutem Fels. "Eine der besten Routen, die ich je gemacht habe", schrieb der 33-Jährige nach der Begehung auf 8a.nu.

Slice of Heaven: Kurze Route mit hoher Schwierigkeit

Cheesedale liegt im Bundesstaat New South Wales. Megos hatte die Route bereits bei seinem Australien-Aufenthalt im Sommer ausprobiert. Bei seiner späteren Rückkehr gelang ihm schließlich die Erstbegehung.

Der Charakter der Route kommt dem Kletterer offenbar entgegen: kräftige Züge, kompakter Fels und eine kurze Abfolge ohne längere Erholungspositionen. Nach seiner eigenen Beschreibung ist die Linie nach etwa 20 Zügen beendet.

"Es ist eine 15 Meter lange Route mit 20 Zügen im erstklassigen Fels – anspruchsvoll vom Start bis zum Ende. Sie ist komplett natürlich und macht riesigen Spaß beim Klettern."

Mit der Begehung steigt die bisherige Höchstschwierigkeit des australischen Sportkletterns auf den Ewbank-Grad 37. Zuvor lagen mehrere Routen bei 36, darunter Hump of Trouble und Rapture of the Deep.

Rapture of the Deep: Erste Wiederholung

Auch Rapture of the Deep 36 (9a+) gelang Megos während des Trips. Die Route befindet sich ebenfalls in Cheesedale und wurde zuvor vom Australier Ryan Sklenica erstbegangen.

Charakteristisch ist ein großes Dach mit einem dynamischen Zug. Megos hatte die Route bereits bei seinem ersten Australien-Trip in diesem Jahr versucht. Nun gelang ihm die erste Wiederholung.

Damit kletterte Megos auf seiner Reise zwei der derzeit schwierigsten Linien Australiens: eine neue 37 sowie die erste Wiederholung einer 36.

Zehn schwere Routen auf der Tickliste

Neben den beiden schwersten Routen nahm Megos weitere Begehungen mit. Seine veröffentlichte Tickliste umfasst:

  • Slice of Heaven 37 (9b), Erstbegehung

  • Rapture of the Deep 36 (9a+)

  • Nothing but Sunshine 34 (8c+), Erstbegehung

  • White Ladder 34

  • Hats and Hoods 33 (8c)

  • Cheese Detective 33, Erstbegehung

  • A Clash of Realms 32 (8b+)

  • Dungeon Master 31 (8b)

  • Sperm Bitches 31

  • Physical Graffiti 31

Bei Hats and Hoods hält Megos nach eigener Einschätzung auch einen höheren Grad für möglich und brachte 34 beziehungsweise 8c+ ins Gespräch. Das ist bislang seine persönliche Einschätzung und keine bestätigte Neubewertung.

Was bedeutet der australische Grad 37?

In Australien wird beim Klettern überwiegend das Ewbank-System verwendet. Anders als die französische Sportkletterskala besteht es aus fortlaufenden ganzen Zahlen. Das System beginnt bei 1 und ist nach oben offen.

Der Ewbank-Grad beschreibt traditionell nicht ausschließlich die schwierigste Einzelstelle. Je nach Route können unter anderem Länge, Absicherung, Felsqualität und Ausgesetztheit in die Bewertung einfließen. Bei modernen Sportkletterrouten hoher Schwierigkeit spielt jedoch die technische Schwierigkeit eine zentrale Rolle.

Eine direkte Umrechnung in die französische Skala gibt es deshalb nicht. Der Ewbank-Grad 37 wird bei modernen Sportkletterrouten ungefähr mit 9b gleichgesetzt. Für internationale Vergleiche wird Slice of Heaven entsprechend als 9b geführt.

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