In einem Interview in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte der 60-jährige Ang Tshering: "Wir haben der UIAA vorgeschlagen, in Nepal am Kangchendzönga den Westgipfel (8505 Meter), den Mittelgipfel (8473 Meter) und den Südgipfel (8476 Meter) zu eigenständigen Achttausendern zu erklären, ebenso am Lhotse den Mittelgipfel (8413 Meter) und den Lhotse Shar (8382 Meter) und in Pakistan den Zentralgipfel des Broad Peak (8011 Meter)."
Diese Gipfel gelten bislang als Nebengipfel. Die Intention des Vorstoßes ist klar: Mehr eigenständige Achttausender werden mehr Bergsteiger nach Nepal locken und mehr Einnahmen für die einheimische Bevölkerung bringen. Reinhold Messners Rekord, der als erster Mensch auf allen Achttausendern gestanden hatte, soll aber unangetastet bleiben. Ang Tshering schlägt vor, künftig zu unterscheiden "zwischen den Achttausendern, die traditionell als solche gelten, und denen, die neu dazu kommen".
Als weitere Neuerung möchte die Kommission durchsetzen, dass weitere Gipfel über 5.500 Metern zur Besteigung freigegeben werden. In Nepal gibt es davon über 3.000, bislang dürfen aber lediglich knapp über 300 bestiegen werden.
Beim oft als überlaufen beschriebenen Aufstieg über die Südroute auf den Everest soll es laut Ang Tshering, der selbst aus der Khumbu-Region im Everest-Gebiet stammt, keine Kontingentierung der Besteigungen für ausländische Bergsteiger geben. Lediglich Nepalis sollen zukünftig die Besteigung wenigstens eines Sechstausenders nachweisen können, bevor sie das Permit für eine Everest-Besteigung erhalten.


