Zustieg zur Berliner Hütte: Lang, aber lohnenswert
Alleine schon die Hütte ist den Aufstieg wert. Denn die Berliner Hütte ist einzigartig. Jedem Alpinisten, der noch nie dort war, kann man nur eine Nacht dort oben empfehlen. Eines ist die Berliner Hütte nämlich nicht: schlicht, karg, funktionell. Umso schöner, wenn man für eine Tour solch einen Ausgangspunkt hat.
Von hier bis zur Berliner Hütte ist es ca. noch ein Stunde zu gehen. Da die Tour auf die Zsigmondyspitze nicht unendlich lang ist, kann man im Hochsommer getrost warten, bis es draußen hell ist. Denn auch wenn es tagsüber warm wird, ist das bei stabilem Wetter kein Hindernis, da man nicht über Gletscher oder große Schneefelder muss (und in der Regel auch keine Steigeisen braucht, vorher Hüttenwirt fragen).
Den Schwarzsee links liegen lassend, erkennt man die Scharte, von der es auf die Zsigmondyspitze geht, recht gut (Feldscharte). Das ist auch ein herrlicher Platz zum Brotzeit machen. Da man in die Scharte wieder zurückkommt, kann überflüssiges Material getrost hier deponiert werden. Von nun an geht es in leichter Kletterei einer recht logischen Linie folgend nach oben. An den wichtigen und schwierigen Stellen stecken immer genügend Haken in guter Qualität. Da steht einer genussreichen Gipfelrast nichts mehr im Wege.
Alle Schlüsselstellen der Klettertour auf die Zsigmondyspitze findet ihr hier im Fotoformat:
Zsigmondyspitze (3089) via Südgrat
Das Schöne an der Zsigmondyspitze: Es gibt keinen leichten Weg auf den Gipfel. Der Südgrat mit seinen IIIer-Kletterstellen ist der Normalweg. Eine gewisse Felsaffinität sollten Gipfelaspiranten also mitbringen.
Schwierigkeit: Klettertour, leicht, III
Dauer: 2 Tage
Höhenmeter: 1830 Hm
Route: Vom Parkplatz am Breitlahner (gebührenpflichtig) gemäß Ausschilderung zur Berliner Hütte. Von der Berliner Hütte dem Wanderweg 502 Richtung Greizer Hütte folgen, vorbei am Schwarzsee und weiter auf dem Weg 522 bis knapp vor die Melkerscharte (2828 m). Hier führen Markierungen rechts ab in Richtung der Feldscharte, die man schon gut erkennen kann. Auf der Südkante bis zu dem markanten Linksrechts-Schlenker auf dem deutlich ausgeprägten Band (sieht man vom Zustieg sehr gut) und zurück zur Kante. Nun leicht ostseitig zu der Abschlusswand unterhalb des Gipfels.
Ausrüstung: Mountainbike (optional), Kletterausrüstung inkl. Helm, fünf Express-Sets, drei Bandschlingen, 60-Meter-Seil (wegen den Abseilstellen). Kletterschuhe sind in der Regel nicht nötig.
Südgrat auf die Zsigmondyspitze: Hütteninfo, Karte & Bergführer
Talort: Ginzling, 985 m.
Ausgangspunkt: Parkplatz am Gasthaus Breitlahner, 1257 m.
Anreise: Durch das Inntal von allen Richtungen anreisend bis Wiesing. Von Wiesing ins Zillertal vorbei an Zell am Ziller. In Mayrhofen Richtung Ginzling und Schlegeisspeicher bis zum Gasthof Breitlahner.
Beste Zeit: Juli – September
Info: Zillertal Tourismus, zillertal.at
Hütten: Berliner Hütte, 2040 m, DAV, geöffnet Mitte Juni bis Anfang Oktober, berlinerhuette.at
Bergführer: Bergführer Zillertal, bergfuehrer-zillertal.at
Literatur: Walter Klier: Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen, Bergverlag Rother, 2013. Edwin Schmitt, Wolfgang Pusch: Hochtouren Ostalpen, Bergverlag Rother, 2015.
Karte: AV-Karte, 1: 25 000, Blatt 35/2, Zillertaler Alpen Mitte, ggf. AV-Karte, 1: 25 000 Blatt 35/1, Zillertaler Alpen West.
Info: Zillertal Tourismus, A-6262 Schlitters, Tel. 43 5288 87187, zillertal.at




3 Kommentare
Kommentar schreiben@Heiner, neben dem TIpp von Ingo meiner, aber eher allgemeiner; aber erst weiterlesen, wenn Sie versprechen, ihre Aufkleber "Nett hier, aber waren Sie schon einmal in Baden-Württemberg"-Aufkleber zu Hause lassen. OK? Damit können Sie BW zupflastern, aber nicht Gipfelkreuze etc.
So, mein Tipp - langsam anfangen, damit meine ich, die Schwierigkeitsgrade langsam zu steigern. Zu (fast) jedem Berg finden Sie hier und auf anderen Internetseiten die entsprechende Alpinskala. In Ihrem Fall mit Wanderungen im Bereich T2 anfangen (z.B. Augstbordhorn im Wallis) und sich dann auf T4 - T5 heranarbeiten, wo man bereits im alpinen Bereich ist. Dabei wäre es günstig, den Klettergrad eines Dreiers nicht zu überschreiten; da hier der nächste Schritt anfängt - unbedingt am und mit dem Seil klettern/abseilen zu lernen. Dafür gibt es Kurse, welche die AV anbieten. Dasselbe gilt auch bei Gletscherbegehungen, die mit der Kategorie/Alpinskala "F" anfangen. Ohne Kurse aber auf KEINEN Fall!!! Bzw. kann man erst einmal mit einem Bergführer einen leichten "Gletscherberg" machen, um zu sehen, ob Sie sich dort überhaupt wohlfühlen (Bishorn, Allalin etc.). Aber solche Kurse sollten auch Ihre Bekannten mitmachen, da jeder der Beteiligten in ein Ötzihaus fallen kann, und was dann? Wenn Sie dann die ganzen Techniken draufhaben, können Sie sich an die Zsigmondyspitze heranwagen, vorher würde das nur die Bergwacht auf den Plan rufen.
Oder fragen Sie hier Olaf, der kann Ihnen das vermutlich besser erklären.
So, und wie versprochen, keine Aufkleber mitnehmen! Und in den Alpenstaaten nich zu arg Ihren anderen Werbespruch zu berherzogen - "Wir Badenwürttemberger können alles - außer Hochdeutsch". Aber Sie scheinen durch Ihre Frage genug Selbstreflexion zu haben, daß wenigstens die alpinen Techniken bei Ihnen noch nicht dazugehören. Dann viel Spaß in dieser traumhaften Welt; und sollten Sie dort Arminia-Bielefeld-Aufkleber an Kreuzen finden, werden Sie vermuten, warum ich kein Fan von dieser Mannschaft... meine Aufkleber bin. Bruno
@Heiner
Wenn Sie z.B. vom letzten Parkplatz im Fischleintal zur Talschlußhütte (Sextener Dolomiten) wandern, dann sind mittendrin im alpinen Bereich. Dafür brauchen sie keine alpine Ausbildung und Katja und Robert können sie da auch mitnehmen. Und in Oberstdorf dürfen sie sich auch an die Wanderung vom Ort zum Oytalhaus heranwagen – ebenfalls ohne Ausbildung.
Mein Name ist Heiner. Zusammen mit Katja und Robert bin ich oft unterwegs in den Mittelgebirgen. Meine Frage, darf ich auch schon mich in den alpinen Bereich vorwagen? Oder muss ich dafür eine Ausbildung absolvieren?