Montafoner Geschichte: Das Leben der Bauernfamilien in der alpinen Bergwelt
Das Montafon ist ein 40 Kilometer langes Tal zwischen der Bielerhöhe und Bludenz. Das Leben hier im südlichsten Teil Vorarlbergs war seit jeher ein Miteinander von Mensch und Natur. Bergwiesen, "Maisäß" und Alpen sind heute Zeitzeugen einer Landschaft, die seit Jahrhunderten vom Rhythmus der Jahreszeiten und der Arbeit der Menschen bestimmt wird.
Typisch fürs Montafon ist die "Drei-Stufen-Landwirtschaft". Sie prägte diese alpine Kulturlandschaft über Generationen und bestimmte, wann und wo gearbeitet, geerntet und gealpt wurde. Der Jahreslauf führte die Bauernfamilien mit ihrem Vieh vom Tal über den sogenannten Maisäß bis hinauf auf die Alpe.
Der Winter unten im Tal diente der Vorbereitung auf den nächsten Jahreszyklus. Diese Form der alpinen Landwirtschaft war extrem fordernd, aber sie schuf eine Kulturlandschaft voller Vielfalt: blühende Wiesen, gepflegte Weideflächen und ein enges Zusammenspiel von Mensch und Natur.
Die Drei-Stufen-Landwirtschaft wird heute in dieser Form zwar nicht mehr so stark gelebt, doch sie steckt noch immer tief in der Montafoner DNA. Ihre Spuren sind geblieben: sichtbar in der Struktur der Berglandschaft und spürbar in den Geschichten, der Sprache sowie dem Wissen der Menschen, die hier leben.

Die alte Tierrassen "Montafoner Braunvieh" fühlt sich hier im alpinen Gelände Zuhause.
Diese Tradition schmeckt: Montafoner Sura Kees und alpine Kulturrassen
Viele alte Maisäß im Montafon dienen heute als Rückzugsort für Ruhesuchende. Die Alpwirtschaft zeigt sich dort oben sehr lebendig: Beim Wandern kann man die Herstellung des Montafoner "Sura Kees" miterleben. Dieser fettarme und würzige Sauerkäse gehört zu den ältesten Käsesorten der Alpen und erfährt neuerdings immer mehr Wertschätzung.
Auch alte Tierrassen wie das "Montafoner Braunvieh" und das "Montafoner Steinschaf" konnten vor dem Aussterben bewahrt werden und gelten heutzutage wieder als Symbole der Montafoner Identität.

Der „Sura Kees“ ist eine echte Montafoner Spezialität. Dieser würzige, aber fettarme Bergkäse wird in mühevoller Handarbeit hoch oben auf der Alpe hergestellt.
Drei-Stufen-Landwirtschaft im Montafon: Leben zwischen Maisäß, Alpe und Tal
Der Maisäß: Als Zwischenstufe auf 1200 bis 1600 Metern Seehöhe war er einst das erste Ziel im Frühjahr. Sobald der Schnee schmolz, zog die Familie mit dem Vieh dorthin. Das Leben in den schindelgedeckten Holzhäusern war sehr einfach – kein Strom und Wasser aus dem Brunnen bedeutete: Reichtum durch Verzicht!
Die Alpe: Im Hochsommer ging es weiter hinauf auf die Alpe. Dort übernahmen Sennerinnen und Senner das Vieh. Sie molken, rührten, pressten und pflegten den Käse. Die steilen Bergwiesen wurden in schweißtreibender Handarbeit bewirtschaftet. Das getrocknete Heu lagerten sie in Bargen und brachten es schließlich im Winter mit Schlitten runter ins Tal.
Die Rückkehr: Im Herbst kehrte das Vieh auf gleichem Weg zurück: von der Alpe auf den Maisäß, von dort ins Tal. Mit dem ersten Schnee schloss sich der Jahreskreis.
Diese sechs Themenwege im Alpenmosaik Montafon lassen Ihr Wanderherz höher schlagen:
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