Einsatz bei Sturm, Dunkelheit und Schneetreiben

Rettung im Höllental: Bergsteiger bei widrigsten Bedingungen blockiert

Erneut kam es an der winterlichen Zugspitze zu einem Rettungseinsatz: Ein Bergsteiger hatte die letzte Bahn ins Tal verpasst, ein zweiter war mit Schmerzen im Höllental-Klettersteig blockiert.

Dramatischer Einsatz im Höllental: Bergsteiger unter widrigsten Bedingungen gerettet
© Bergwacht Grainau/Instagram

Rettung im Höllental: Bergsteiger unter widrigsten Bedingungen blockiert

Wie die Bergwacht Grainau in den sozialen Medien vermeldet, hatte sich der Einsatz am 4. Oktober 2025 ereignet. An diesem Tag gingen zwischen 16:45 und 17:45 Uhr gleich drei Notrufe ein. Zunächst galt es eine erschöpfte Person an der Hochalmbahn zu bergen, die die letzte Gondel ins Tal verpasst hatte und sich den Abstieg nicht mehr eigenständig zutraute. Die beiden unabhängig voneinander an der Zugspitze getätigten weiteren Anrufer in Notlage stellten sich später als Bergpartner heraus.

Einer der beiden Männer alarmierte die Retter vom Gipfel, da er ebenfalls die letzte Bahn verpasst hatte. Der zweite Anrufer hingegen meldete eine Blockade im Höllental-Klettersteig aufgrund von Schmerzen im Bein. Nachdem die Münchner Bergwacht den Einsatz an der Hochalmbahn übernehmen konnte, konzentrierten sich die Retter aus Grainau vollständig auf die Zugspitze. Denn dort herrschten am Einsatzabend widrigste Wetterbedingungen.

Schneetreiben, Sturm und die hereinbrechende Dunkelheit machten einen Hubschraubereinsatz unmöglich. Deshalb fuhren die Retter mit der Seilbahn zum Gipfel und machten sich von dort auf die Suche nach dem Verletzten. Während einige Einsatzkräfte ein Seilgeländer vorbereiteten stiegen andere zu dem blockierten Bergsteiger ab und begleiteten ihn hinauf zur Bahn. "Der Aufstieg war durch den starken Wind, die hereinbrechende Dunkelheit und den weichen Schnee kräftezehrend", heißt es im Post.

Gegen 20:30 Uhr erreichten Einsatzkräfte und Patient schließlich die Bergstation, wonach alle unverletzt ins Tal fuhren. Der Einsatz war gegen 21:15 Uhr beendet.

Appell der Bergwacht: Saison an der Zugspitze beendet!

Im letzten Absatz ihres Posts warnt die Bergwacht vor weiteren Touren hinauf zur Zugspitze. Dort ist der Winter bereits hereingebrochen:

"Wir wollten Euch darauf hinweisen, dass bereits winterliche Bedingungen in den höheren Lagen herrschen. Ab ca. 2000 Hm liegt Schnee, die Berghütten befinden sich größtenteils im 'Winterschlaf' und öffnen erst wieder im Frühjahr 2026. Bitte beachtet auch die Betriebszeiten der Zugspitzbahn. Die Tour durchs Höllental auf die Zugspitze ist hochalpin und nur für erfahrene Bergsteiger mit ausreichend alpiner Erfahrung, Kondition und richtiger Tourenplanung geeignet."

Bereits vergangene Woche hatte die Bergwacht mehrfach unzureichend ausgerüstete Bergsteiger und Kletterer an und um die Zugspitze retten müssen. Bis zu 15 Einsätze pro Wochenende seien es in den letzten Monate gewesen, teilten die Retter mit.

Text von Lubika Brechtel

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