Zum wiederholten Mal Vandalismus@(zwischenHeadlineTag)>
Der Winterraum der Stüdlhütte (2802 m) am Großglockner wurde zum wiederholten Male verwüstet. Das teilten die Hüttenwirte Veronika und Matteo Bachmann und die Betreibersektion auf Instagram mit. In dem kurzen Clip sind u. a. Müll, eingeschlagene Fenster und die aufgebrochene Tür zu sehen. Die Schwere der Schäden zeigt, dass es sich um rohe Gewalt gehandelt haben muss.
Das fand ein Bergsteiger vor und meldete es Wirten und Sektion:
Eingeschlagene Fenster
Zerbrochene Tür
Zerstörte Elektronik
Unmengen an Müll
Appell der Wirtsleute@(zwischenHeadlineTag)>
"Wir sind traurig, dass es so weit kommen muss", schreiben die Wirte auf Instagram. "Die meisten unserer Gäste gehen respektvoll mit dem Winterraum und dem Inventar um – dafür sind wir sehr dankbar. An alle anderen richten wir diese Bitte: Behandelt den Winterraum und das Inventar mit Respekt. Jede Beschädigung verursacht enorme Kosten, die aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert werden müssen. Das fehlt dann bei Renovierungsmaßnahmen für Hütten, Unterhalt der Wege und anderen Angeboten für alle Bergfreunde."
Kein Einzelfall: Vandalismus am Watzmann@(zwischenHeadlineTag)>
Der Vorfall an der Stüdlhütte ist kein Einzelfall: Nach wiederkehrendem Vandalismus, Missbrauch und Vermüllung hatten auch die Bergwacht Ramsau und der Nationalpark Berchtesgaden im Sommer 2025 am Watzmann-Hocheck die Reißleine gezogen. Die Schutzhütte war nach roher Gewalteinwirkung bis auf einen kleinen Notunterstand verschlossen worden. Dieser wurde dennoch erneut gewaltsam aufgebrochen. Bei einer Begutachtung zeigten sich weitere Schäden, die laut Einsatzkräften auf "pure Zerstörungslust" hindeuten.
Was ist ein Winterraum nicht?@(zwischenHeadlineTag)>
Ein Winterraum ist eine einfache Übernachtungsmöglichkeit in den Bergen für Bergsteiger, Kletterer, Skitourengeher und Schneeschuhwanderer auf Tour. Ein Winterraum ist keine Privatdisco, in der ungehemmt gefeiert werden kann. Auch ist er keine Unterkunft auf lange Zeit. Er dient ausschließlich als Schutzhütte für Bergsteigerinnen und Bergsteiger auf geplanten Touren oder in Notfällen.
Für die Winterraum-Übernachtung gehört alles für die Selbstversorgung ins Gepäck. Je nach Ausstattung heißt das nicht nur Nahrung und Wasser, sondern auch ein Gaskocher und ein warmer Schlafsack. Sämtliche Abfälle müssen vom Winterraum wieder mit ins Tal genommen werden. Bitte nutzt auch vorhandene WC-Möglichkeiten und verrichtet euer Geschäft nicht neben der Hütte! Nach eurer Nacht im winterlichen Winterraum gilt es die Spuren eures Besuchs wieder zu verwischen. Mehr Infos dazu in unserem Winterraum-Knigge.
Wichtiger Hinweis der Betreibersektion Oberland: Winterraum offiziell geschlossen!@(zwischenHeadlineTag)>
Wie die Betreibersektion Oberland ALPIN auf Nachfrage mitteilt, ist der Winterraum der Stüdlhütte derzeit offiziell geschlossen und nur noch als Notunterkunft zugänglich. Im Winter 2021/2022 kam es durch ein offenes Feuer eines Übernachtungsgasts zu einer Explosion, bei der das Dach beschädigt wurde. Der Raum wurde anschließend notdürftig instand gesetzt, jedoch fehlten bisher die Ressourcen, ihn vollständig zu restaurieren. Seitdem kommt es laut Presseansprechpartnerin der Sektion, Hannah Trowal, häufiger zu Müllablagerungen und weiterer Beschädigung.
"Wir planen, den Winterraum baldmöglichst zu erneuern. Es ist uns definitiv ein Anliegen, hier mehr Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Winterräumen zu schaffen. Auch freuen wir uns über Spenden, die uns beim Wiederaufbau unterstützen", sagte sie ALPIN. Unterstützen kann man die Renovierung hier.


11 Kommentare
Kommentar schreibenMerke, alte Bauernregel: Lässt man vermehrt breite Bevölkerungsschichten in die Berge, kommen damit auch ganz andere Sitten und Gebräuche zum Tragen.
Kameras möglichst versteckt installieren und fertig! Danach dann Strafanzeige gegen solche Männer.
Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass dies ausschließlich männliche Untugenden sind.
Vielleicht hat ja mal genau einer dieser unsäglichen Zeitgenossen einen Notfall in den Bergen und hofft auf ein sauberes und unzerstörtes Notlager.
Sollte er dann die hier geschilderten Verhältnisse vorfinden, würde ich ihm eine 'gute und sichere Nacht' wünschen und die vielleicht noch irgendwo in seinem 'Kleinhirn' vorhandene Erkenntnis, dass Respekt, Empathie und Dankbarkeit in den Bergen notwendig wäre.
Danke Alpin für die berechtigt Kürzung meines Beitrags (...) :). Richtig, auch wenn sehr berechtigte Vermutungen, tut dies nichts zur Sache (aber ich habe 3 Fälle von Vermüllung und Diebstahl von solchen Leuten persönlich miterlebt).
Maxe, richtig, wenn man eine Hütte zerstören will, also von außen die Scheiben einschlagen, die Wände zertrümmern oder gleich anzünden will, nützt weder Schlüssel und Code etwas. Aber die Gefahr, den Winterraum vermüllt zu verlassen oder von Innen zu beschädigen (man will es ja vorher warm haben), sollte sich dadurch erheblich verringern. Auch eine verborgene Kamera hilft ggf. die Täter zu überführen.
Das mit Schlüssel oder Code funktioniert in dem Fall sicher nicht - das ist bloße Zerstörungswut, die auch ohne Schlüssel oder Code ausgelebt wird. Auch Appelle nutzen da nichts, man möge die Hütten respektvoll behandeln. Die, die einfach nur die Hütte nutzen, achten sicher darauf. Und wenn da mal wirklich was kaputt gehen sollte, dann wird das gemeldet. Aber diese Vandalen Schrecken weder Schlüssel noch Codes noch Appelle ab. Sehr traurig.
Was ich von diesen Wesen halte, die so etwas machen, will ich aufgrund (berechtigter) Blockierung meines Beitrags nicht schreiben und es bringt auch nichts. (…) Es ist also eine Lösung zu finden. Was Daniel vorschlug, also den Schlüssel holen, ist nicht unbedingt praktisch, wenn man eine Tour mit mehreren Hüttenübernachtungen plant, da man nicht jedes Mal ins Tal auf- und absteigen will. Ich bin zwar eine totale Null, was elektronische Sicherheitseinrichtungen anbelangt, aber gerade, da man im Winter seine Tour doch besser planen muß, wäre vermutlich ein elektronisches Schloss mit Code-Eingabe gut. Diesen Code muß man sich bestellen, bekommt den Zahlencode danach ins Handy (hat ja heutzutage jeder bei sich) und bezahlt dabei den Obolus, so ist es kein Problem zu eruieren, wer die Hütte benutzt. Natürlich kann man jetzt erwidern, daß auch andere Leute reinkommen, wenn bereits welche in der Hütte sind, aber es sollte nicht zu solchen Exzessen kommen, da ja bereits Personen anwesend sind. Dann gäbe es noch Kameras, die heute auch nicht mehr teuer sind und deren Einbau (selbst wenn es nur "Fake-Kameras" sind, vor diesem Barbarentum abhalten.
Aber richtig, grundsätzlich ist es sehr Schade und tut weh, wenn man so etwas lesen muß, was ungewöhnliche und unerwünschte Maßnahmen zur Folge hat. Und vermutlich werden diese Wesen, die so etwas machen, den Hütte-Knigge auch zum Feueranzünden verwenden. Bruno PS Da ich vor der Winterbesteigung des Glockners auch schon in dem schönen Winterraum übernachtete, werde ich gerne etwas spenden und bitte meine Bergkameraden, dies auch zu tun. Danke!
So was ist einfach unfassbar. Hier auch in der Nähe, wurden hunderte Jahre alte Eichen ganz schlimm mit Farbe eingesprüht weil jemand Langeweile hatte.
Ich fahre jedes Jahr ins Virgental und war auch schon an der Stüdlhütte. So eine Sauerei. Solche muss man erwischen und anklagen, solche haben in den Bergen nichts zu suchen, vollkommen hirnlos.
Warum wundert mich so was nicht? Dieser Ungeist der sinnlosen, mutwilligen Zerstörung von Sachen, die andere aufgebaut haben ist mittlerweile an jeder Ecke und Ende zu spüren.
Dann muss das Modell Fiderepasshütte her, also Schlüssel im Tal gg. Pfand und Vorlage des Persos ausleihen.