Hilferufe unterhalb des Dopplersteigs

Suche im Schnee: Wanderer am Untersberg mehrere hundert Meter abgestürzt

Ein Wanderer stürzt im schneebedeckten Gelände ab und bleibt schwer verletzt zurück. Erst seine Rufe machen auf das Unglück aufmerksam.

Suche im Schnee: Wanderer mehrere hundert Meter abgestürzt
© Bergrettung Grödig

Suche im Schnee: Wanderer am Untersberg mehrere hundert Meter abgestürzt

Der Unfall ereignete sich am gestrigen Montag (23. März 2026) gegen 12 Uhr. Der 25 Jahre alte Wanderer befand sich gerade im Aufstieg über den Dopplersteig Richtung Kolowratshöhle auf den Untersberg, als er aus unbekannter Ursache auf dem schneebedeckten Untergrund den Halt verlor und abstürzte. Erst nach mehreren hundert Meter kam der Verunfallte zum Liegen.

Ein anderer Wanderer wurde auf die Hilferufe des schwer Verletzten aufmerksam und setzte die Rettungskette in Gang. Einsatzkräfte der Bergrettung Grödig sowie die Teams des Polizeihubschraubers Libelle und des Rettungshubschraubers C6 machten sich umgehend auf den Weg zum Einsatzort. Da der genaue Absturzort zunächst nicht bekannt war, wurde mithilfe eines gebietskundigen Bergretters ein Suchflug gestartet.

Schließlich konnten die Retter den Mann aus Mexiko unterhalb der Schneegrenze auf einem Geröllfeld auf knapp 1.200 Metern lokalisieren. Im Anschluss wurde der Verunfallte per Tau geborgen und nach Zwischenlandung und Erstversorgung in kritischem Zustand ins Krankenhaus transportiert. Der Einsatz war laut Bericht um 14 Uhr beendet.

Sicher Wandern im Frühjahr: Das müsst ihr beachten

Der Einsatz verdeutlicht ein typisches Problem der Übergangszeit: Während im Tal bereits nahezu frühlingshafte Bedingungen mit wenig oder kaum Schnee herrschen können, bestehen in höheren Lagen weiterhin winterliche Verhältnisse. Diese grundlegenden Hinweise solltet ihr derzeit beachten:

  • Ausrüstung: Erste-Hilfe-Set, Stirnlampe, warme Kleidung, Mütze, Handschuhe, Rettungsdecke, Biwaksack, Riegel und (warmes) Getränk gehören wie ein voll geladenes Handy und gegebenfalls eine zusätzliche Powerbank in jeden Rucksack!

  • Aktuelle Wetter- und Lawinenberichte prüfen. Schneefallgrenzen und Temperaturen berücksichtigen. Ab welcher Höhe liegt Schnee? Wie viel?

  • Exposition der Tour checken: Ist sie nordseitig oder südseitig? Das kann erhebliche Unterschiede bezüglich der Schneemenge auf der geplanten Route machen!

  • Realistisch planen: Dauer, Höhenmeter und Schwierigkeit an Verhältnisse und eigene Kondition anpassen. Gegenüber dem Sommer verringerte Stundenzahl an Tageslicht bedenken.

  • Checken, ob eventuell auf der Route liegende Hütten geöffnet haben. Ist dies nicht der Fall, entsprechend Proviant und fehlende "Aufwärm- und Ruhemöglichkeit" bedenken.

  • Bei Unsicherheit: Frühzeitig umkehren und in der eigenen Spur absteigen.

  • Route mitteilen: Angehörige oder Freunde informieren, wohin man geht und wann man zurück sein will. Bei Überschreitung des Rückkehrzeitpunktes Rettungskette vereinbaren.

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2 Kommentare

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Stefan

Warum man bei solchen Verhältnissen überhaupt auf den Untersberg geht ist mir ein Rätsel.

Robert

Der Dopplersteig ist noch gesperrt, die Sicherungsseile entfernt. Das sollte man ernst nehmen zeigt auch dieser Vorfall wieder. Zum Glück gibt es die Bergrettung.