Rekordzahlen, Staus in der Todeszone und unsichere Prognosen

Gedränge am höchsten Berg der Welt: Hunderte nutzen kurzes Gipfelfenster

Rekordzahlen, Staus in der Todeszone und unsichere Prognosen: Die Everest-Saison 2026 erreicht ihren Höhepunkt.

Gedränge am höchsten Berg der Welt: Hunderte nutzen kurzes Gipfelfenster
© Cilmbing the 7 Summits / Instagram

Am Mount Everest herrscht derzeit ein außergewöhnlicher Gipfelandrang. Mit dem Öffnen eines stabilen Wetterfensters sind innerhalb weniger Tage Dutzende Expeditionen Richtung Gipfel gestartet. An einem einzigen Tag wurden laut Berichten verschiedener Expeditionsanbieter zwischen 60 und 80 Gipfelerfolgen gezählt, für die kommenden Tage rechnen Veranstalter mit noch höheren Zahlen.

Grund für die konzentrierte Aktivität ist ein eng begrenztes Wetterfenster, das nur wenige Tage stabile Bedingungen oberhalb von 8000 Metern zulässt. Danach könnten erneut starke Höhenwinde durch den Jetstream einsetzen und die Gipfelzone unpassierbar machen. Entsprechend drängen zahlreiche Teams gleichzeitig nach oben – viele davon bereits seit dem Wochenende aus dem Basecamp unterwegs.

Mehrere Expeditionsveranstalter melden bereits dutzende erfolgreiche Besteigungen innerhalb kurzer Zeit. Gleichzeitig zeigen Berichte aus dem Hochlagerbereich eine massive Konzentration von Bergsteigern auf der klassischen Aufstiegsroute über die Südseite. An den größten Engpässen kommt es immer wieder zu Stau der Aufstiegs- und Abstiegsgruppen.

Die Bedingungen wurden zuletzt zwar insgesamt als stabil beschrieben, doch die Prognosen bleiben unsicher. Während einige Wettermodelle nur leichte Winde vorhersagen, warnen andere vor einer erneuten Verstärkung des Jetstreams im Verlauf der Woche. Entscheidend ist daher, wie lange das aktuelle Fenster tatsächlich offen bleibt.

Die Folge ist ein selten dichtes Gedränge in der "Todeszone" oberhalb von 8000 Metern. Bilder und Berichte aus den Hochlagern zeigen lange Wartezeiten an Fixseilen und hohe Belastungen für die Bergsteiger, die sich in großer Höhe nur langsam fortbewegen können. Besonders kritisch ist dabei die Kombination aus Erschöpfung, Höhe und Zeitdruck. Die aktuelle Saison ist zudem von einem Rekord an Genehmigungen geprägt: Nepal hat in diesem Jahr fast 500 Everest-Permits vergeben – so viele wie nie zuvor.

Gleichzeitig führten Wetterkapriolen, Lawinenrisiken und Verzögerungen beim Fixseilaufbau dazu, dass sich die Gipfelversuche auf wenige Tage konzentrieren. In der laufenden Himalaja-Saison wurden bereits mehrere Todesfälle bekannt. Trotz dieser Risiken setzen die zahlenden Kunden ihren Aufstieg fort – getrieben vom engen Zeitfenster und dem Druck, die Wetterlage zu nutzen.

Text von Lubika Brechtel

2 Kommentare

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Klaus

Was sich am Everest abspielt, ist nicht mehr tragbar. Ich bin auch gerne im Himalaya unterwegs. Aber erstens ist diese Höhe für mich sowieso nicht machbar und zweitens gibt es fantastische alternative Trekkingrouten, um Landschaft und Berge genießen zu können. Habe für den kommenden Herbst wieder eine Tour geplant.

Keinbergsteiger

Unverständlich,dass man für so einen Haufen Geld einmal auf den Berg steigt. Voll krass!¡!!!