Tyler Andrews gelingt Everest-Speedrekord mit Flaschensauerstoff
Nur wenige Tage nach seinem umstrittenen ersten Versuch hat Tyler Andrews am Mount Everest einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Der Amerikaner erreichte den Gipfel vom Basecamp aus in 9 Stunden und 55 Minuten und unterbot damit die bisherige Bestmarke für eine sauerstoffunterstützte Besteigung deutlich.
Der bis dahin gültige Rekord lag bei 10 Stunden und 56 Minuten. Die neue FKT (Fastest Known Time) erhält besondere Aufmerksamkeit, weil Andrews erst vor wenigen Tagen einen ersten Speedversuch abgebrochen hatte. Seine Entscheidungen am Berg hatten eine breite Debatte über Stilfragen im modernen Höhenbergsteigen zur Folge.
Andrews hatte während des Aufstiegs zusätzlichen Sauerstoff verwendet und sich später wegen Sehproblemen per Helikopter aus Camp 2 ausfliegen lassen. Die Diskussion drehte sich anschließend um die Frage, welche Hilfsmittel bei sogenannten FKT-Projekten akzeptabel sind.
Trotz der Kritik kündigte Andrews unmittelbar danach einen weiteren Versuch an – der gelang. Sein Team bestätigte den Gipfelerfolg am 28. Mai 2026 über soziale Medien. Der Amerikaner zählt zu den bekanntesten Trail- und Höhenläufern der USA und verfolgt seit Jahren Speedprojekte an hohen Bergen weltweit. Andrews befindet sich laut letzter Infos im Abstieg.
Die Debatte um Ethik, zusätzlichem Sauerstoffeinsatz und logistischer Unterstützung dürfte durch den neuen Rekord allerdings nicht verstummen. Gerade am Everest verschwimmen die Grenzen zwischen klassischem Höhenbergsteigen, kommerziellen Expeditionen und leistungsorientierten Speedprojekten zunehmend.
Mit Spannung erwartet wird nun der noch ausstehende Versuch des Speedclimbers Karl Egloff. Der Schweiz-Ecuadorianer plant ebenfalls eine neue Bestzeit am Everest ohne den Einsatz von Flaschensauerstoff.


7 Kommentare
Kommentar schreibenIch finde diese ganze "immer noch schneller/höher"Sache beim Bergsteigen/gehen für Blödsinn!!! Das Berggehen soll einfach Freude machen! Die ganze Landschaft rundum aus anderer Sicht betrachten, sich einfach mal hinsetzen um alles in Ruhe zu genießen! Und dann weiter rauf oder runter gehen, je nachdem wie man sich fühlt!!
Mein Vater war ein sehr aktiver Bergsteiger/Kletterer, der uns die Liebe zur Natur und dem Berggehen mitgegeben hat.
Schön, wenn man jung und kräftig ist, auf einer Autobahn hochzurennen. Neben der Kritik an der O2-Benutzung habe ich mich diesbezüglich weiterhin auch gefragt, wie der junge Rekord-Herr den notorischen Stau umrannt ist? Bekommen er und seine Speed-Kollegen, Sauerstoffbomben und Rekordsammler eigentlich freie Bahn? Benützen die auch die von den Sherpas gelegten Leitplanken nach oben, meine damit sich am Fixseil hochzuangeln? Oder müssen sich die sonstigen O2- und Xenon-Prolos an diesem geschichtsträchtigen Tag einen Beafeater im Basislager aus Frust reinhauen, um diesen tollen Typen nicht im Weg rumzustehen?
(Keine) Ironie beiseite, ich frage mich natürlich auch, was das überhaupt soll, da ich Bergsteigen eher mit etwas anderem verbinde, vermutlich wie die meisten Leser hier - grandiose Naturerlebnisse, die mit gewisser sportlichen Anstrengung erworben werden müssen. Aber jedem das seine, vielleicht kann man daraus ja auch einen olympischen Sport machen, wie der bestimmt schön Skialpinismus, der zu einem massenkompatiblen Treppenlauf-Spektakel mit Rekordzeiten verkommen ist.
Noch ein Wort zu @Thomas Kommentar; ich hatte mich schon gefreut, endlich den Sinn des Lebens zu erfahren, aber auch wieder nichts. Meine Begeisterung für das Erklimmen grauer und weißer Massen (Berge) ergibt beim näheren Hinschaun auch keinen Sinn, ich bitte ihn hiermit um Nachsicht. Was ich aber selbst mit der Medikamentenversorgung in Afrika etc. am Hut haben soll, weiß ich auch nicht. Auch nicht, wie ich etwas daran ändern kann, da stehen hochkorrupte Regierungen (Afrika) und gewinnsüchtige multinationale Konzerne (Amazonas) im Wege, die sich nicht so leicht von mir beeinflussen lassen. Aber bei der nächsten Sinnfindung, die ich versuchen werde, werde ich mir etwas überlegen. Schönes Wochenende in den Bergen, passt vor Gewitter auf liebe Bergfreunde, Bruno
Was da läuft ist völliger Unsinn. Setzt Eure Energie doch für etwas sinnvoller ein, z.B. Gegen die Klimaschäden, für eine bessere Medikamenten Versorgung in Afrika, gegen die Abholzung des Amazonas, gegen die fossilen Brennstoffe, für eine gleichmäßige Verteilung der Nahrung. Alles ist besser als der Unsinn irgendwelchen besser, höher, schneller. Das braucht die Menschheit gar nicht.
Was soll das für ein "Rekord" sein? Je nach o2 Zugabe mach ich aus dem Everest einen niederen 7000er sprich die Challenge da rauf zu gehen besteht hauptsächlich aus dem Sauerstoffmangel, mit der künstlichen Zugabe vernichtet man das eigentlich schwierige daran... Was soll das also???
Es ist doch eigentlich völlig egal, wie schnell er war, durch die Unterstützung mit Sauerstoff wird das niemand anerkennen...
Und wieviel O2 lief da so in der Minute durch ?
Also mich beeindrucken diese ganzen O2-gestützten Normalweg Speedrekorde nicht. Ich sehe darin einfach nicht das "Besondere", es ist kein Alpinismus und auch kein Trailrun. Es passt zur narzisstischen Selbstdarstellung unserer Zeit, siehe auch das neueste "Projekt" von Kristin Harila, medial aufgeblasen und vermarktet.
Prinzipiell sind natürlich die beiden natürlich körperlich seht fit und leidensfähig, das will ich gar nicht abstreiten, ich finde es fast schade, sich dann so einem Kontext herzugeben. Vielleicht kann ich den Anreiz als Durchschnitts-Berg-Tourist und Trailläufer auch einfach nicht nachvollziehen.
Man muss wirklich nicht jede Sau durchs Dorf treiben im übertragenen Sinne.