"Die Berge sind weder Partyraum noch Mülleimer"

Verschandelte Berglandschaft: Schmierereien und Abfälle im Höllental

Weggeworfene Flaschen, Verpackungen und Schmierereien entlang des Zugangs zur Höllentalklamm sorgen für Unverständnis. Ehrenamtliche Betreuer kritisieren den respektlosen Umgang einzelner Besucher.

Verschandelte Berglandschaft: Schmierereien und Abfälle im Höllental
© Instagram/Bernhard Ostler

Zugspitze: Müll und Schmierereien in der Höllentalklamm

Müll und Schmierereien entlang des Zugangs zur Höllentalklamm sorgen derzeit für Ärger und Unverständnis bei den zuständigen Wegewarten. Nach jüngsten Beobachtungen wurden entlang des Weges Flaschen, Papier, Verpackungen und weitere Abfälle zurückgelassen. Zudem kam es zu mutwilligen Beschädigungen und Graffiti in der sensiblen Naturlandschaft.

Besonders kritisch sehen die Betreuer der Klamm, dass die Hinterlassenschaften ausgerechnet in einem Gebiet auftauchen, das von vielen Menschen wegen seiner landschaftlichen Schönheit geschätzt wird und dessen Infrastruktur zu einem großen Teil durch ehrenamtliches Engagement erhalten wird.

<p>Graffiti in der Höllentalklamm.</p>

Graffiti in der Höllentalklamm.

© Bernhard Ostler

"Solche Bilder machen mich sprachlos", sagt Bernhard Ostler, ehrenamtlicher Referent der Höllentalklamm mit Blick auf die zurückgelassenen Abfälle und Schmierereien entlang des Zugangswegs. "Die Berge sind kein Partyraum, kein Mülleimer und kein Ort, an dem man seinen Dreck anderen überlässt."

Appell für sorgsamen Umgang mit der Natur

Die Verantwortlichen erinnern daran, dass die Entsorgung von Abfällen in den Bergen nicht Aufgabe anderer Besucher oder freiwilliger Helfer sei. Wer Verpflegung und Ausrüstung mit auf eine Tour nehme, könne auch leere Flaschen, Verpackungen und sonstigen Müll wieder mit ins Tal befördern.

Mit Blick auf die beginnende Sommersaison appellieren die Ehrenamtlichen an Wanderer und Bergsteiger, sorgsam mit Natur und Infrastruktur umzugehen. Die Höllentalklamm zählt zu den meistbesuchten Ausflugszielen im Wettersteingebirge und steht wie viele alpine Naturräume zunehmend vor der Herausforderung, hohe Besucherzahlen mit dem Schutz der Landschaft in Einklang zu bringen.

<p>Leere Flaschen und weiterer Unrat.</p>

Leere Flaschen und weiterer Unrat.

© Bernhard Ostler

Die Verantwortlichen hoffen, dass mehr Rücksichtnahme und Eigenverantwortung dazu beitragen, die Klamm und ihre Umgebung dauerhaft als naturnahen Erlebnisraum zu erhalten. Die gesichteten Schmierereien (u. a. auch an Felsen auf dem Weg zur Knorrhütte, also in bereits hochalpinem Gelände) müssen mühsamst händisch entfernt bzw. übermalt werden.

"Während viele Menschen ihre Freizeit investieren, um Wege, Einrichtungen und die Klamm zu erhalten, hinterlassen andere ihren Müll und erwarten offenbar, dass sich jemand anderes darum kümmert", lautet Ostlers bitteres Fazit. "Wer die Berge nutzt, sollte auch Verantwortung übernehmen."

Text von Lubika Brechtel

23 Kommentare

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Bruno

Berti, ich bin kein User von Instagram, FB etc. etc. und ich habe auch eher lieber etwas weniger Trubel um mich; Berge wie Scherbadung, Helsenhorn oder Hohsandhorn und viele weitere "Hotspots" ließen mich tagelang ungestört von Sprayern und Autolärm in Ruhe wandern, die man auch ohne Auto erreicht. Hotspots wie den Großglockner oder Großvenediger machte ich dann eher im Winter, wo dann ebenfalls Ruhe ist. Aber eigentlich brauche ich mich nicht zu rechtfertigen und will auch keine "Geheimtipps" preisgeben, aber ich muß auch nicht arrogant über andere ablästern, die mit ÖPNV in die Berge fahren und generell Schmierfinken und Müllverursacher sind. Bruno
PS Auf der Zugspitze war ich noch nie, also war ich nicht der Schmierfink, die 3300 Höhenmeter zum Hotspot Dom schaffte ich auch vom Bahnhof Randa ohne Spraydosen.

Berti

Bruno, dort wo kein Hotspot für das eigene Selbstdarstellen ist, dort ist es deutlich ruhiger, egal ob in der Schweiz, Italien oder anderen Alpenländern. Du warst offenbar eher auf den Touren unterwegs wo die Masse sich die instagram Klinke in die Hand gibt. Kann passieren. Ich bleibe dabei, etwas weiter weg von Bus, Bahn, Seilbahn, Berghütte dort ist es oft ruhiger, entspannter, sauberer, naturnaher. Aber gut, wenn Bruno weiterhin die hotspots aufsucht.

Bruno

@Berti, ich war längere Zeit in der Schweiz und muß das Gegenteil konstatieren, daß Trubel und Dreck eher auf Parkplätzen zu finden sind; in Österreich ist es identisch, abgesehen von den mit den ästhetisch schönen und ölverlierenden vierrädrigen Lieblingen auf keinen Waldparkplätzen. Und auch Ihre Allgemeinplätze sind unangemessen, auch wenn ich oftmals den ÖPNV benutzte, schmierte ich die Bergwelt nicht voll oder hinterließ keine Abfälle, im Gegenteil, ich brachte mehr Verpackungsmaterial zurück als ich selbst mitnahm, aber auch diese warf ich nicht in die oftmals überfüllten und überquellenden Mülltonnen an Parkplätzen jeglicher Kategorie.
Was die Schmierereien anbelangt, so habe ich noch ein Foto unterhalb der Kürsingerhütte mit großem Graffiti, was mich damals in Erstaunen setzte, welche Energie von solchen zerebralfreien Wesen aufgebracht wird, um Dosen bis in diesen hintersten Winkel zu schleppen.
Summa Summarum - auch Ihr Ansatz ist keine Lösung des Problems, im Gegenteil - denken Sie nur daran, wenn jeder nach Ihrem Prinzip vorgeht, werden Sie bald keine Parkfläche mehr finden.
@Christiane - "jeden morgen Hunderunde". Ich lebe (leider noch) in einer Stadt, die 200.000 registrierte Hunde fasst. Bei einem Durchschnitt von 0,3 ml Urin/Hundtag sind das 60 Tsd. Liter/Tag und pro Jahr - das muß ich ausschreiben - 21.900.000 Liter; von den festen Hinterlassenschaften ganz zu schweigen (da nehme ich lieber eine liegengelassene Flasche mit und werfe sie in den Container). Im Sommer evoziert das in einigen Stadtvierteln das Gefühl, durch ein großes Pissoir zu laufen. Also auch sehr erschütternd, zumal auch (leider) manchmal nicht auf den ersten Blick soooo ersichtlich, aber dann an den Schuhen... Aber richtig, menschliche Verrohung kann man nicht nur in den Bergen beobachten; aber vielleicht hat @Berti eine Idee, wo man eine solche unverrohte Heimat finden kann? AUf einem seiner Waldparkplätze? Bruno

Berti

@Christiane: danke für den Beitrag. Das ist eben euer neues Deutschland, kommt klar damit oder sucht euch eine andere Heimat.

Berti

Tja, dort wo es per ÖPNV in die Berge geht, sieht es überall so schön aus. Daher umso herrlicher, wenn man das eigene Auto nutzt für die Anreise in die Berge. Mit dem eigenen Auto kann man genau diese verschandelte Landschaft sehr gut umgehen. Wer lieber ÖPNV nutzen möchte, um in die Berge zu gelangen, muss dann eben mit den Schmierereien leben. Niemand zwingt einen, den ÖPNV zu nutzen. Wer es dennoch nutzt, muss mit dem Dreck, den Schmierereien, dem Trubel eben klar kommen. Ich finde das herrlich zu beobachten und kann mir ein gerechtes Schmunzeln nicht verkneifen.

Berti

Klarer Fall. Überall dort, wo man als Bergwanderer o.ä. mit den so genannten "Öffis" hinkommt, sieht es genau so dreckig aus. Wenn ich mit meinem Auto ein paar Kilometer weiter fahre, abseits von irgendwelchen Bushaltestellen, ist es sauber, ruhig und wunderschön. Mit den Öffis werden Leute in die Berge gebracht, die damit nichts anfangen können und die eindeutig fehl am Platz sind. Bier trinken kann man auch daheim in München.

Christiane

Es ist leider auch hier bei uns im, ebenso schönen ;) , Flachland ein Riesenproblem. Ich geh jeden Morgen die Hunderunde an einer kleinen Straße durch den Wald. Die Leute scheuern ihren Müll einfach aus dem Auto....von MacDoof Tüten über Harribo bis zu Wein-, Bierflaschen und alkoholischen Getränkedosen. Sagt man mal was, wird man angepöbelt. Erschütternd ist diese Verrohung und der Egoismus Einzelner.

Olli

Komisch das es immer und überall Bierflaschen sind, generelles Alkoholverbot im ganzen Land und so viele Probleme würden verschwinden aber auch wiederum neue kreieren und solange kein Verstand in den Köpfen der Leute ist kann man überwachen und verbieten was man will es wird sich nix zum positiven verändern.

Ronny

Ich würde die Tür wieder sauber machen, eine kleine Kamera verstecken und wer erwischt wird...bämmmm...,..5000€ Geldstrafe und Zack ist Ruhe.

Sabina

Da haben wir das Ergebnis des Deutschlandtickets: Rucksacktouristen, die in der freien Natur schlafen, sprich Partys veranstalten, Lagerfeuer machen, laut Musik spielen, Müll hinterlassen und alles drum herum zerstören, ohne Rücksicht auf die Tiere und Natur. Es ist ein asoziales Pack, das sich früher nicht Mal die Fahrt hierhin leisten konnte und jetzt überall unterwegs ist und solche "Geschenke" hinterlässt. Typisches Parasitenverhalten. Klingt hart, ist aber so. Das gleiche Problem gibt es auch auf der anderen Seite der Zugspitze. Und dazu kommt noch, dass die schöne Gegend im TV beworben wird, damit der Tourismus blüht... die Natur selbst aber leider darunter.

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